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Fabian Hambüchen gewann bei der WM 2007 die Goldmedaille am Reck © getty

Nach seinem Comeback steht dem 23-Jährigen der erste Härtetest bevor. Bei der WM-Quali trifft er auf die nationale Konkurrenz.

Hamburg - Dem Fernduell folgt das direkte Aufeinandertreffen:

Eine Woche nach seinem Comeback muss sich Fabian Hambüchen bei der ersten WM-Qualifikation der Kunstturner in Altendiez erstmals seit zehn Monaten gegen Mehrkampf-Europameister Philipp Boy behaupten. (EXKLUSIV: Fabian Hambüchen im Interview)

"Im Moment bin ich einfach nur superhappy, wieder turnen zu können", sagt der ehemalige Reck-Weltmeister, dem im Januar die Achillessehne gerissen war.

Einen ersten Test am vergangenen Wochenende in der Bundesligariege der KtV Staubenhardt in Heidelberg hatte der 23-Jährige weitgehend problemlos überstanden.

Bulliger Hambüchen

Dabei war unübersehbar, dass Hambüchen die Zwangspause auch genutzt hat, um noch mehr Muskelmasse aufzubauen: "Ich bin ein bisschen bulliger geworden, aber wie das aussieht, ist mir egal. Hauptsache, ich habe mehr Kraft und ich fühle mich gut."

Eine Maßnahme, die ihm besonders an den Ringen, die nicht zu Hambüchens Schokoladengeräten gehören, zu besseren Bewertungen führen sollte.

Helfen dürfte ihm auch, dass es in Altendiez per Ausnahmegenehmigung gestattet ist, die Landeflächen mit einer zusätzlichen Weichmatte abzupolstern, die im Fall des Falles Hambüchen operierten Fuß schonen.

Schaulaufen vor dem Coach

Bei der nationalen Ausscheidung am Samstag will der Hesse nicht nur gegen Boy und den deutschen Mehrkampf-Meister Marcel Nguyen (Unterhaching) bestehen, sondern sich auch Bundestrainer Andreas Hirsch in guter Verfassung präsentieren. ( EXKLUSIV: Marcel Nguyen im Interview)

Sprung und Boden, besonders belastend für die geflickte Sehne, muss Hambüchen noch auslassen, dafür aber den Chefcoach am Seitpferd, an den Ringen, am Barren und am Reck überzeugen.

Hirsch ist gespannt: "Es sollen möglichst alle ihr Potenzial ausschöpfen."

"Fabian ist eine Verstärkung"

Als Mehrkämpfer kommt Hambüchen also für die Welttitelkämpfe vom 7. bis 16. Oktober in Tokio nicht in Frage, als hochklassiger Ergänzungsturner ist er ungeachtet einiger Spannungen in der Vergangenheit in der WM-Riege herzlich willkommen.

"Natürlich ist Fabian immer eine Verstärkung für uns", sagt Boy, der bei den letztjährigen Welttitelkämpfen in Rotterdam als Vize-Weltmeister Hambüchen gehörig die Schau stahl.

Ehrengast Zwanziger

Der Wettkampf in Altendiez, dem DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger als "Lokalmatador" und Ehrengast beiwohnen wird, ist allerdings nur die erste Etappe auf dem Weg zur WM im fernöstlichen Kaiserreich.

Nominiert wird die Riege des Deutschen Turner-Bundes bei den Deutschen Meisterschaften am 27./28. August in Göppingen.

Somit hat auch der Boden-Europameister Matthias Fahrig noch eine WM-Chance, für Altendiez musste der Hallenser wegen einer Sehnenverletzung am Fuß absagen.

Weniger spektakulär verspricht der Qualifikations-Wettkampf der Frauen zu werden. Als klare Favoritin geht die Vize-Europameisterin Elisabeth Seitz aus Mannheim an die Geräte.

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