vergrößernverkleinern
Fabian Hambüchen holte 2008 in Peking Olympia-Bronze am Reck © dpa Picture Alliance

Turnstar Fabian Hambüchen erntet für seinen gelungenen Auftritt nach langer Verletzungspause bei der WM-Qualifikation viel Lob.

Altendiez - Den staunenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger begeistert, seinen kritischen Chefcoach Andreas Hirsch überzeugt - sieben Monate nach seinem Achillessehnenriss ist Fabian Hambüchen wieder gut angekommen in der Welt der Gerätartisten. (EXKLUSIV: Fabian Hambüchen im Interview)

"Es war nicht optimal, aber irgendwie klasse. Ich bin zufrieden", sagte der Olympia-Dritte, der auf seinem nicht leichten Weg zu den Weltmeisterschaften im Oktober in Tokio bei der ersten WM-Qualifikation in Altendiez einen großen und wichtigen Schritt nach vorne machte. (BERICHT)

Zwanziger, 2. Vize-Präsident des ausrichtenden VfL Altendiez, war von der neuen Reck-Übung des Ex-Weltmeisters beeindruckt, auch wenn sie nicht ganz so flüssig lief wie beim "kleinen" Comeback eine Woche zuvor in der Bundesliga in Heidelberg.

"Eintrittsgeld wert"

"Allein diesen faszinierenden Vortrag zu sehen, war das Eintrittsgeld wert", schilderte der Fußball-Boss und mächtige FIFA-Funktionär seine Eindrücke.

Wichtiger jedoch war Hambüchen verständlicherweise die Einschätzung von Bundestrainer Hirsch, der dem 23-jährigen Hessen am Königsgerät eine Weltklasseleistung bescheinigte, ansonsten aber eher zurückhaltend analysierte: "Fabian sollte für unsere WM-Riege eine feste Größe sein."

Und das, obwohl Hambüchen nach seiner schweren Verletzung am Boden und beim Sprung derzeit noch keine Wettkämpfe bestreiten darf. "Wir gehen da überhaupt kein Risiko ein und warten auf das absolut grüne Licht vom Arzt. Und das haben wir noch nicht", sagte Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen.

Nächster Auftritt in Göppingen

Im Mehrkampf machten vor 600 Zuschauern folgerichtig Marcel Nguyen und Philipp Boy den Sieg unter sich aus. Der nationale Champion aus Unterhaching lag am Ende mit 87,60 Punkten sechs Zehntel vor Europameister Boy aus Cottbus, der seinen neuen Sprung noch nicht in den Stand bringen konnte. (EXKLUSIV: Marcel Nguyen im Interview)

Beide aber können ebenso fest mit einer WM-Nominierung rechnen wie der zuverlässige Allrounder Eugen Spiridonov.

Hambüchen hingegen wird seine Form bei den deutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Göppingen noch einmal bestätigen müssen.

Frauen enttäuschen

Dort wird es auch für Matthias Fahrig ernst. Der ehemalige Boden-Europameister aus Halle musste für Altendiez wegen einer Sehnenentzündung am Fuß passen, hofft aber auf schnelle Genesung. Beim Sprung wäre der 25-Jährige in Japan ein wichtiger WM-Punktesammler.

Im Schatten der Männer-Qualifikation waren die Leistungen der deutschen WM-Kandidatinnen fast durchweg enttäuschend.

Nur die Stuttgarterin Kim Bui (55,10) sowie Nadine Jarosch aus Detmold (54, 35) konnten die Erwartungen von Teamchefin Ulla Koch erfüllen. Vize-Europameisterin Elisabeth Seitz aus Mannheim fehlte wegen eines Blutergusses, wird aber bei den nationalen Titelkämpfen wieder an die Geräte gehen können.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel