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Fabian Hambüchen holte bei Olympia 2008 in Peking Bronze am Reck © getty

Der Ex-Weltmeister besiegt den Erzrivalen und bricht Giengers historischen Rekord. Boy und Nguyen holen je zwei Titel.

Göppingen/München - Den Erzrivalen Philipp Boy besiegt, die Superserie von Eberhard Gienger übertroffen - mit seinem siebten Titel am Reck hintereinander hat Fabian Hambüchen bei den deutschen Meisterschaften in Göppingen das Glanzlicht gesetzt.

Sieben Monate nach seinem Achillessehnenriss stieß der 23-Jährige erleichert die Faust in die Luft, als sein Triumph am "Königsgerät" feststand und ihm die deutsche Legende Gienger persönlich die Goldmedaille um den Hals hängte.

"Ich bin superglücklich, so gut durch mein Programm gekommen zu sein. Jetzt freue ich mich auf die kommenden Wettkämpfe", sagte der Ex-Weltmeister, der mit 15,900 Punkten Mehrkampf-Europameister Boy (15,550) deutlich in die Schranken verwies. (BERICHT: Tag eins der DM)

Boy verteidigt den Titel

Dennoch ließ Hambüchen nach seinem Auftritt die Anzeigetafel nicht aus den Augen und atmete fast demonstrativ auf, als die Kampfrichter seinen Sieg bestätigen.

Mit dem siebten Erfolg in Serie ließ Hambüchen den mittlerweile 60 Jahre alten Gienger hinter sich, der zwischen 1975 und 1980 sechsmal gewonnen. Insgesamt allerdings stehen bei "Ebse" neun erste Plätze in den Ergebnislisten. (EXKLUSIV: Fabian Hambüchen im Interview)

Am Seitpferd konnte Boy seinen Titel verteidigen, zusätzlich Gold am Boden gewinnen. Neue Meisterin am Schwebebalken wurde die Stuttgarterin Pia Tolle. Beim Sprung ging Rang eins unter dem Jubel der knapp 2000 Zuschauern an Lokalmatador Helge Liebrich aus Wetzgau.

Zwei Titel für Nguyen

Barren-Europameister Marcel Nguyen aus Unterhaching setzte sich an diesem Gerät ebenso wie an den Ringen durch, Sprung-Meisterin blieb die Olympia-Zweite Oksana Chusovitina. (EXKLUSIV: Marcel Nguyen im Interview)

Ihren Vorjahressieg am Boden wiederholte die Mannheimerin Elisabeth Seitz, Vize-Europameisterin im Mehrkampf, ein Erfolg am Stufenbarren kam hinzu.

Entwarnung bei Jentsch

Entwarnung konnte der Deutsche Turner-Bund (DTB) im Fall der am Samstag verunglückten Tina Jentsch geben.

"Sie wird wieder ganz gesund werden und keine Folgeschäden zurückbehalten", sagte DTB-Präsident Rainer Brechtken erleichert.

Die 22 Jahre alte Leipzigerin war bei ihrer Schlussbahn am Boden beim doppelten Rückwärtssalto gebückt schwer gestürzt. Doch nur gut zwei Stunden später kehrte sie mit einer Halskrause bereits wieder in die Wettkampfhalle zurück.

Nominierung motiviert Hambüchen zusätzlich

Meister Boy und die alte und neue deutsche Mehrkampf-Meisterin Seitz führen auch das Aufgebot für die Weltmeisterschaften vom 7. bis 16. Oktober in Tokio an. (BERICHT: Auftrag an Boy-Group: "Wie dressierte Affen" turnen)

Obwohl nach seiner schweren Verletzung am Boden und am Sprung noch nicht einsetzbar, gehört auch Hambüchen zur deutschen WM-Riege.

"Das hat mich zusätzlich motiviert", freute sich dieser über seine Nominierung.

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