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Marcel Nguyen holte 2012 Olympia-Silber am Barren und im Mehrkampf © getty

Fabian Hambüchen und Marcel Nguyen greifen bei der EM in Moskau nach Gold. Für Matthias Fahrig sind sogar zwei Medaillen drin.

Moskau - Glänzender Start, glänzende Perspektiven:

Die Olympia-Zweiten Fabian Hambüchen und Marcel Nguyen greifen nach Gold, Matthias Fahrig hat sogar zwei Medaillen in Reichweite - bei den Europameisterschaften in Moskau haben sich die deutschen Kunstturner zum Auftakt von ihrer besten Seite gezeigt.

Dabei steht Nguyen am Barren sogar vor einem Titelhattrick, denn der Unterhachinger erturnte an seinem Lieblingsgerät zwar nur die vierthöchste Note (15,566), deckte dabei aber noch nicht alle Karten auf.

Auch an den Ringen steht der 25-Jährige als Sechster unter den besten acht Athleten, dürfte es in der Entscheidung gegen die Spezialisten an diesem Kraftgerät schwer werden, Edelmetall zu gewinnen.

Der 27 Jahre alte Fahrig erreichte am Boden als Vierter und beim Sprung als Fünfter die Endkämpfe und komplettierte damit den erfolgreichen deutschen EM-Einstand an der Moskwa.

Hambüchen vor Finale gelassen

Mit einer Sicherheitsübung hatte Hambüchen am Reck schon am Nachmittag die Weichen auf Finalkurs gestellt.

Nur leichte Probleme beim sogenannten Adler verhinderten eine noch bessere Bewertung des Ex-Weltmeisters aus Wetzlar, der mit seinem Vortrag dennoch die Entscheidung der besten acht Athleten am Sonntag als Fünfter problemlos erreichte.

"Dank meiner Routine habe ich mich ganz gut retten können. Ich sehe das locker, im Finale fangen ja alle wieder bei null Punkten an", sagte der 25-Jährige, den sein Schnitzer 0,4 Zähler gekostet hatte.

Hambüchen hat zudem das Glück, das Olympiasieger Epke Zonderland aus den Niederlanden aus beruflichen Gründen (Praktikum im Krankenhaus) fehlt.

Fahrig noch mit Luft nach oben

Fahrig setzte nach Absprache mit Bundestrainer Andreas Hirsch nicht alles auf eine Karte und ließ sich damit Luft nach oben in den Entscheidungen des Wochenendes.

"Da gebe ich dann aber Vollgas", versprach der Hallenser, der nach dreijähriger Pause wieder Mitglied einer deutschen Nationalriege ist.

Andreas Toba, der als einziger deutscher Athlet in der russischen Hauptstadt einen kompletten Sechskampf absolviert, hatte kaum Probleme, sich wie Hambüchen vorzeitig für die Mehrkampf-Entscheidung am Freitag (11 Uhr) zu qualifizieren.

Dennoch blieb der 22-Jährige Hannoveraner als 13. (83,723) unter seinen Möglichkeiten, nur ein gelungener Kasamatsu beim Sprung ragte heraus.

Wackliger Auftakt für Hambüchen

Begonnen hatte der Wettkampf für Hambüchen im Olimpiski Sportkomplex mit einem schnellen Absteiger schon beim Angang am Seitpferd.

An diesem Gerät hatte der Hesse sich allerdings ohnehin keine Chancen auf das Erreichen des Finales ausgerechnet.

Weit an den Finalplätzen vorbei turnten auch die beiden Chemnitzer EM-Debütanten Andreas Bretschneider und Ivan Rittschik.

Whitlock kratzt am Boy-Erbe

Die größten Hoffnungen, Nachfolger des mittlerweile zurückgetretenen Mehrkampf-Europameisters Philipp Boy aus Cottbus zu werden, darf Max Whitlock (89,365) hegen.

Dem Briten am nächsten kamen kamen Oleg Wernjajew aus der Ukraine (89,331) sowie der russische Lokalmatador Daniel Beljawski (88,265).

Die europäischen Titelkämpfe werden am Donnerstag (8.30 Uhr) mit der Qualifikation der Frauen fortgesetzt.

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