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Fabian Hambüchen wurde als Sportler des Jahres 2007 ausgezeichnet © getty

Beim Barrentraining für das Turnier in Cottbus prallt Fabian Hambüchen ans Gestänge. Eine Rheinländerin schreibt Geschichte.

Bangen um Fabian Hambüchen - eine schmerzhafte Fußprellung stellt den Start des Reck-Weltmeisters am Schlusstag des Weltcup-Turniers der Kunstturner in Cottbus ernsthaft im Frage.

"Im Moment tut es schon ganz schön weh, aber ich werde die Nacht abwarten und mich am Sonntag entscheiden", sagte der 21-Jährige nach dem unfreiwilligen Zwischenfall im Training am Samstag.

Bei seiner Barren-Übung touchierte der linke Fuß des Olympia-Dritten das Gestänge, eine unangenehme Schwellung war die Folge.

Brinker turnt ins Rampenlicht

Eine eilig durchgeführte Röntgenaufnahme ergab immerhin, dass nichts in Hambüchens Fuß gebrochen ist.

Seinen Reck-Titel sollte der Ausnahmeathlet von der TSG Niedergirmes bei den Europameisterschaften in zwei Wochen in Mailand damit auf jeden Fall verteidigen können.

Ohne den lädierten Hambüchen, der auch ohne seine Blessur am Samstag nicht in das Turnier der Meister eingegriffen hätte, turnte sich Anja Brinker aus Herkenrath ins Rampenlicht.

Weber überrascht am Seitpferd

Die Olympiaturnerin feierte trotz leichter Erkältung einen Sieg am Stufenbarren und schrieb damit Turngeschichte.

Noch nie in der mehr als 30-Jährigen Geschichte des Traditionsturniers hatte eine Athletin des Deutschen Turner-Bundes an diesem Gerät den Sieg davongetragen.

Eine überraschende Silbermedaille gewann Robert Weber aus Ehmen am Seitpferd. Knapp an den Medaillen vorbei schrammte die Tübingerin Kim Bui als Vierte beim Sprung, für den Hallenser Matthias Fahrig hingegen reichte es am Boden nach einem Sturz nur zum siebten Platz.

Käslin triumphiert beim Sprung

Das Stufenbarren-Finale hatte Bui mit der höchsten Vornote erreicht, wurde nach zwei Stürzen im Endkampf aber ebenfalls nur Siebte.

Der Olympia-Zweite Kohei Uchimura aus Japan krönte sein Cottbus-Debüt vor knapp 2000 Zuschauern in der ausverkauften Lausitz-Arena mit dem Sieg am Boden.

Ariella Käslin, Schweizer Sportlerin des Jahres 2008, triumphierte beim Sprung, an den Ringen setzte sich Ex-Weltmeister Juri van Gelder aus den Niederlanden durch.

Vorbereitungen verspätet begonnen

Noch nach der Qualifikation am Freitag war Hambüchen davon ausgegangen, dass ihm die ungewohnte Zuschauerrolle sogar ganz gut ins Konzept passen könnte.

"Da kann ich noch einmal intensiv die Geräte trainieren, die sonst manchmal etwas zu kurz kommen", sagte der 21-Jährige, der im Februar beim American Cup erfolgreich in die Saison gestartet war (Sieg zum Saisonstart), vor seinem Ungemach.

Wegen einer Operation am Finger hatte Hambüchen später als geplant mit den Vorbereitungen auf die nach-olympische Saison beginnen müssen.

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