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Fabian Hambüchen holte 2005, 2007 und 2008 EM-Gold am Reck © imago

Fabian Hambüchen hat seinen Sturz verdaut und will nun im Mehrkampf die goldenen Medaille. Fahrig greift nach zwei Medaillen.

Mailand - Am Reck entthront, Rekordsieg verpasst, aber im Mehrkampf voll auf Titelkurs: Nach einem neuerlichen Sturz an seinem "Königsgerät" hat Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen zumindest im Sechskampf bei den Europameisterschaften in Mailand alle Chancen auf eine Goldmedaille gewahrt.

Deutschlands Ausnahmeturner schüttelte die Enttäuschung an seinem Lieblingsgerät schnell ab und qualifizierte sich souverän für die Mehrkampf-Entscheidung am Samstag (15.30 Uhr).

"Irgendwo war ich wütend, aber ich habe dann ja einen guten und anständigen Mehrkampf hingelegt", sagte Hambüchen, für den seine exzellente Bodenübung im direkten Anschluss große Bedeutung hatte: "Da habe ich alles reingeknallt und mich zurückgekämpft."

Boy folgt ins Finale

Nun will er sein erstes Gold im Mehrkampf gewinnen, "Reck-Europameister war ich ja schon dreimal. Man kann ja nicht immer durchkommen."

Am Ende standen im Sechskampf 89,050 Punkte und Rang zwei für den 21-Jährigen von der TSG Niedergirmes zu Buche. Auch die Finalplätze am Boden, beim Sprung und am Barren durfte er buchen.

In der Mehrkampf-Entscheidung wird Hambüchen von Philipp Boy aus Cottbus begleitet, der mit 85,625 Zählern einen respektablen neunten Platz belegte.

"Stürze gehören einfach dazu "

Dass Hambüchen am Reck nicht nur beim Kolman-Salto zu Fall kam, sondern im weiteren Verlauf seiner Übung noch einmal in Schieflage geriet und auch den Abgang nicht ganz sauber stehen konnte, fiel schon gar nicht mehr ins Gewicht.

"Reckturnen ist Risiko pur. Da gehören Stürze einfach dazu", sagte Hambüchens Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen.

Mit 14,125 Punkten landete der Olympia-Dritte sogar noch hinter Boy, blies anschließend die Backen auf und startete an den übrigen fünf Geräten eine Aufholjagd.

Für Hambüchen setzte sich damit eine Serie von Patzern an seinem Schokoladengerät fort. In Peking hatte er den Olympiasieg verpasst und auch bei den Weltcup-Turnieren in Stuttgart und Cottbus nicht immer durchturnen können. Dazwischen lag allerdings auch der Sieg beim traditionsreichen American Cup in New York.

Fahrig hellwach

Bereits hellwach war hingegen am frühen Vormittag Morgenmuffel Matthias Fahrig. Der 23-Jährige legte an seinen Spezialgeräten im Kampf um die Finalplätze mächtig vor und durfte zufrieden und mit einem Lächeln im Gesicht das Forum von Mailand verlassen.

Sowohl am Boden als auch beim Sprung erreichte der Hallenser problemlos den Endkampf und ging positiv gestimmt ins Wochenende.

"Wenn die Form stimmt, ist die Tageszeit egal", sagte der Halb-Kubaner, der aus disziplinarischen Gründen zwei Jahre lang an keinem internationalen Championat mehr teilgenommen hatte.

Paradesprung aufgehoben

Der sprunggewaltige Modellathlet konnte es sich sogar leisten, seinen Paradesprung, den Dragulescu, für die Entscheidung am Sonntag (15.00 Uhr) aufzuheben. Fahrig optimistisch: "An beiden Geräten ist eine Medaille drin."

Einen weiteren Finalplatz für den Deutschen Turner-Bund (DTB) verpasste Marcel Nguyen am Barren nur knapp. Dem Unterhachinger wurde zum Verhängnis, dass er auf seinen Spezialabgang, den am Barren selten geturnten Tsukahara, aus Sicherheitsgründen verzichtet hatte.

Frühzeitiger Abgang am Reck

Am Reck hatte der Olympiateilnehmer das Gerät wie auch Hambüchen vorzeitig verlassen müssen.

Die europäischen Titelkämpfe werden am Samstag (13.00 Uhr) mit der Mehrkampf-Entscheidung der Frauen fortgesetzt.

Die DTB-Farben vertreten dabei die Tübingerin Kim Bui und Anja Brinker aus Herkenrath.

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