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Gratulation: Matthias Fahrig (l.) und Fabian Hambüchen © imago

Fabian Hambüchen spielt bei der EM in Mailand ausnahmsweise nicht die Solistenrolle. Matthias Fahrig feiert ein spektakuläres Comeback.

Mailand - Fabian Hambüchen bleibt Deutschlands Vorturner, aber seine sonst übliche Solistenrolle musste er auf der Mailänder Turnbühne gar nicht mehr spielen.

Am EM-"Sixpack", der besten Bilanz in der Geschichte des Deutschen Turner-Bundes (DTB), war der Reck-Weltmeister mit drei Medaillen "nur" noch zur Hälfte beteiligt, freute sich aber ehrlich über die Erfolge seiner Kollegen.

"Dadurch wird dem Turnen hoffentlich noch mehr Beachtung geschenkt", so Hambüchen (Doppeltes Gold - einfache Freude).

Fakt ist: Zumindest auf europäischer Ebene hängt das sportliche Abschneiden nicht mehr ausschließlich von der Verfassung des 21-Jährigen ab.

Denn ähnlich publikumswirksam wie Hambüchen turnt der Hallenser Matthias Fahrig, der mit Silber am Boden und Bronze am Sprung nach zweijähriger Verbannung aus der Nationalriege ein spektakuläres Comeback hinlegte.

Fahrig will angreifen

Und bereits in naher Zukunft will der in der Vergangenheit mehrfach durch Disziplinlosigkeiten aufgefallene sprunggewaltige Fahrig nicht nur an seinen Spezialgeräten attackieren: "Ich möchte schon gern zeigen, dass es in Deutschland nicht nur einen einzigen Turner gibt."

Als ausgeglichener Mehrkämpfer bewies der stillere Philipp Boy aus Cottbus mit Rang vier im Mailänder Forum, dass auch er Anschluss an Hambüchen, mit zweimal Gold (Mehrkampf, Boden) und einmal Bronze (Barren) erfolgreichster EM-Teilnehmer, halten kann.

Laut Chefcoach "voll dabei"

Zumindest ansatzweise also eine interne Konkurrenzsituation, die den Planungen von Bundestrainer Andreas Hirsch in die Karten spielt.

"Wir stehen nicht über den Dingen, aber wir sind voll mit dabei", glaubt der Chefcoach. Auch DTB-Präsident Rainer Brechtgen wies nicht ungern darauf hin, "dass wir breiter aufgestellt sind als früher."

Dass auch die deutschen Turnerinnen dank der Bronzemedaille von Anja Brinker aus Herkenrath am Stufenbarren nicht ohne Edelmetall aus der Lombardei zurückkehrten, war das I-Tüpfelchen auf einer geschlossenen Mannschaftsleistung.

Härtetest in Japan

Was die allerdings auf Weltniveau wert ist, wird erstmals im Juli bei einem Einladungsturnier in Tokio auf die Probe gestellt.

Für Hirsch ist der Japan-Cup mit den besten sechs Teams der Olympischen Spiele von Peking sogar der Team-Wettkampf des Jahres, da bei den Weltmeisterschaften im Oktober in London nur Einzelmedaillen vergeben werden.

Fabian Hambüchen allerdings wird bereits schon wieder am Dienstag seine Muskeln spielen lassen, wenn auch ganz privat in eigener Sache.

Die neuen Möbel für die erste gemeinsame Wohnung mit Freundin Viktoria werden nach Naunheim geliefert, nur wenige Kilometer vom Elternhaus in Wetzlar-Blasbach entfernt.

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