Mission erfüllt - Europameister und Vize-Weltmeister Philipp Boy hat zum ersten Mal auch bei nationalen Titelkämpfen im Mehrkampf den Sieg davongetragen.

Der Cottbuser setzte sich bei den deutschen Kunstturn-Meisterschaften in Göppingen letztlich ungefährdet mit 89,85 Punkten und hat auch damit auch seine Nominierung für die WM im Oktober in Tokio in der Tasche.

Mit einem strahlenden Lächeln bedankte sich der "Sunny-Boy" beim Publikum für die Unterstützung.

Dem neuen Titelträger am nächsten kam Vorjahressieger Marcel Nguyen (87,95).

Nach einem Absteiger am Seitpferd musste der Unterhachinger eine Aufholjagd starten, um im letzten Durchgang noch an Routinier Eugen Spiridonov vorbeizuziehen.

Der Mannschafts-Europameister aus Bous zog unbeeindruckt von den Problemen seiner Konkurrenten lange einen soliden Sechskampf durch, ehe er vom Reck fiel und mit 85,35 Zählern Dritter wurde.

Wie Nguyen hatte auch Fabian Hambüchen mit dem Pauschenpferd ganz erhebliche Probleme.

Gleich zweimal warf der "Gaul" den ehemaligen Reck-Weltmeister ab, dafür gab es nur desaströse 9,950 Punkte."Irgendwie war es ein unruhiger Wettkampf für die meisten Athleten", sagte Wolfgang Hambüchen, der seinen Sohn wie gewohnt betreute.

Nachdem der Wetzlarer, der wegen seines Achillessehnenrisses im Januar am Boden und beim Sprung noch nicht turnen kann und damit auch nicht in die Mehrkampf-Entscheidung eingreifen konnte, auch an den Ringen korrigieren musste, fand er gegen Ende des Wettkampfs wieder zu mehr Stabilität.

Am Barren und vor allem am Reck setzte der Olympia-Dritte ein Glanzlicht und könnte sich am Sonntag den Titel am "Königsgerät" holen.

Von den WM-Kandidaten fehlte in Göppingen lediglich Matthias Fahrig. Der Hallenser musste seine Teilnahme wegen einer Sehnenverletzung am Fuß absagen.

Ob der Mannschafts-Europameister, der der deutschen WM-Riege an Sprung und Boden weiterhelfen könnte, nachträglich noch eine Bewährungschance erhält, ist fraglich. "Sein letzter Leistungstest ist schon eine ganze Weile her", sagte dazu Cheftrainer Andreas Hirsch.

Pechvogel des Tages war Max Wittenberg-Voges. Beim Abgang vom Barren zog sich der Hannoveraner bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Kreuzbandriss zu.

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