Lokalmatadorin Kim Bui hat beim Turn-Weltcup in Stuttgart das beste internationale Ergebnis ihrer Karriere eingefahren. Vor 3500 begeisterten Zuschauern überraschte die EM-Dritte am Stufenbarren mit vier nahezu makellosen Übungen und durfte sich am Ende über den zweiten Platz (54,732 Punkte) und ein Preisgeld in Höhe von 9600 Euro freuen.

Erst am Mittwoch war sie für die verletzte Vize-Europameisterin Elisabeth Seitz aus Mannheim nachgerückt.

"Eigentlich war ich nur froh, dass ich überhaupt mitturnen durfte, mit einem solchen Ergebnis hätte ich nicht gerechnet", sagte die Studentin der Technischen Biologie, die den unverhofften Geldsegen noch nicht verplant hat: "Aber Weihnachtsgeld ist ja immer schön."

Als Reaktion auf den zweiten Platz in der Porsche-Arena wurde Bui vom Turn-Weltverband FIG nachträglich zum vierten und letzten Weltcupturnier in zwei Wochen in Tokio eingeladen.

Nicht gefährden konnte die 22-Jährige allerdings Siegerin Huang Qiushuang. Die Chinesin setzte sich mit 58,032 Punkten deutlich vor Bui und der Russin Julia Inschina (54,432) durch. Huang übernahm durch ihren Erfolg auch die Führung in der Weltcup-Gesamtwertung.

Pech hatte Nadine Jarosch: Die WM-Zehnte lag gut im Rennen, ehe sie ein Sturz und ein heftiger Wackler am Schwebebalken zurückwarfen. Am Ende reichten 53,533 Zähler für die 16-Jährige aus Detmold noch zum siebten Platz unter acht Teilnehmerinnen.

"Es waren meine ersten Fehler nach einer WM ohne Patzer, deshalb kann ich damit eigentlich ganz gut leben", sagte Jarosch eher emotionslos.

Die beiden deutschen Athletinnen profitierten allerdings auch von der eher schwachen Besetzung. Vier Wochen nach den Weltmeisterschaften in Tokio haben viele Turnerinnen ihre Saison bereits beendet.

Im erstmals im Rahmen des DTB-Pokals ausgetragenen Mannschaftswettbewerb der Männer mussten sich die Gastgeber mit dem dritten Platz hinter Russland und Großbritannien begnügen. In der deutschen Riege fehlten allerdings Vize-Weltmeister Philipp Boy aus Cottbus und Barren-Europameister Marcel Nguyen.

Die beiden Mannschafts-Europameister konzentrieren sich ganz auf die Weltcup-Entscheidung am Sonntag (12.30 Uhr) in der schwäbischen Metropole.

Erfolgreichster Punktesammler für das Quartett des DTB war wie schon in der Qualifikation der Hannoveraner Andreas Toba, der 85,70 Zähler sammelte. Abgeschlossen wird der DTB-Pokal am Sonntag (16.00 Uhr) mit der Mannschaftsentscheidung der Frauen.

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