Sophie Scheder war in Tränen aufgelöst, Matthias Fahrig zu fahrig und Marcel Nguyen chancenlos: Die deutschen Kunstturner müssen bei den Europameisterschaften in Moskau weiterhin auf ihre erste Medaille warten.

Die größte Chance auf Edelmetall vergab Mitfavorit und Ex-Europameister Fahrig, der mit einem Sturz am Boden beim gebückten Doppelsalto vorwärts schon nach der ersten Sprungbahn aus dem Rennen war.

"Ich wollte zu viel, ich hatte zu viel Schwung. Für mich bricht keine Welt zusammen, aber es ist sehr schade", kommentierte der Hallenser den unbefriedigenden Rang sieben. Mindestens Bronze wäre für den 27-Jährigen dringewesen, nachdem mehrere Konkurrenten schon vor Fahrigs Auftritt im Olimpiski Komplex gepatzt hatten.

So teilten sich Alexander Schatilow aus Israel und der Brite Max Whitlock den Sieg.

Auch Stufenbarren-Spezialistin Scheder, im vergangenen Jahr als Juniorin am gleichen Gerät bereits mit EM-Gold dekoriert, schnupperte am Edelmetall, aber zu mehr als dem undankbaren vierten Platz reichte es nach zwei kleinen Wacklern am Doppelreck für die Realschülerin diesmal noch nicht.

In Tränen aufgelöst verschwand die 16-Jährige sofort nach Wettkampfende zur Dopingkontrolle.

"Ich war sehr dicht dran, aber es gab eben einen Heimvorteil für Russland", sagte die enttäuschte Scheder, die erst im letzten Durchgang noch vom dritten Platz verdrängt wurde.

Der Olympiazweite Nguyen begeisterte an den Ringen das Publikum zwar durch seine elegante Ausstrahlung, dem Neu-Stuttgarter fehlte es jedoch im Vergleich zu den Spezialisten an diesem kräftezehrenden Gerät an den absoluten Höchstschwierigkeiten.

So fand er als Achter Eingang in die Ergebnislisten, Gold holten sich Igor Radiwilow aus der Ukraine und der Franzose Samir Ait Said.

Mit dieser Platzierung ging der zweimalige Barren-Europameister jedoch gelassen um: "Ich weiß, dass ich noch an Kraft zulegen muss. Aber ich werde auch weiterhin darauf achten, dass in meiner Übung schöne Schwünge enthalten sind. Die gehören für mich einfach auch dazu."

Die europäischen Titelkämpfe werden am Sonntag (11.30 Uhr) mit den restlichen fünf Gerätefinals abgeschlossen.

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