In Antwerpen hat am Montag eine historische Stunde in der 110-jährigen Geschichte von Turn-Weltmeisterschaften geschlagen. Erstmals nahm in der Qualifikation der Männer um 10.00 Uhr eine Frau in der Kampfrichterriege für die Turner-Konkurrenz Platz.

Die Engländerin Nikki Hanley bewertet neben fünf männlichen Kollegen in den Tagen von Antwerpen die Ausführung (E-Note) der Bodenübungen der Männer und verteilt Abzüge bei nicht präziser Darbietung.

Sie durchbricht damit ein über 100 Jahre währendes Tabu, dass Frauen nur die Übungen der Turnerinnen bewerten und Männer-Referees die Vorstellungen der Turner.

"Ich habe mich mein Leben lang mit dem Turnen beschäftigt", sagte die 39-jährige Britin.

"Zunächst war ich Turnerin, dann fing ich als Trainerin der Mädchen im Woking Gymnastics Club südwestlich von London an, als ich 16 war", erzählte sie. Dann ergab sich plötzlich eine Gelegenheit, in ihrem Verein die Jungen-Riege als Trainerin zu übernehmen.

"Und das machte mir riesigen Spaß. Mit 21 Jahren begann ich, mich mit den Wertungen zu beschäftigen und habe mich seitdem immer weiter nach vorn bewegt."

Bei Olympia in London hatte sie schon als Linienrichterin am Boden gearbeitet und auch bei Europameisterschaften, Commonwealth Games und Weltcups gewertet.

"Die WM fehlte mir noch", räumte sie ein.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel