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Derek Dooley kam 2010 von der Louisiana Tech nach Tennessee © getty

Ein College-Football-Coach vergleicht sein Team mit Rommels Wehrmachts-Truppen - und sorgt damit für helle Aufregung.

Von Martin Hoffmann

München - Derek Dooley sprach von Generalfeldmarschall Erwin Rommel.

Von den deutschen Truppen im zweiten Weltkrieg und vom Überraschungsangriff der US-Soldaten bei Omaha Beach.

Wäre Derek Dooley ein Historiker auf einem Uni-Seminar wäre das auch kein Problem für ihn. Er ist allerdings ein Football-Coach.

Und dass er als solcher die Situation seines Teams mit der Wehrmacht in der Normandie verglichen hat, hat er einen Skandal am Hals.

Unvorhergesehene Spielsituationen

Der Trainer der College-Mannschaft Tennessee Volunteers wollte auf einer Pressekonferenz erklären, warum sein Team zuletzt drei Niederlagen in Folge einstecken musste.

Er versuchte dabei bildlich zu beschreiben, wie es seinem Team nicht gelingt, auf unvorhergesehene Spielsituationen zu reagieren.

Und da fiel ihm eine historische Analogie ein: "Wir sind wie die Deutschen im Zweiten Weltkrieg", meinte er.

"Warten wir, was Rommel sagt"

Wie die deutschen Soldaten beim "D-Day" in der Normandie, genauer gesagt - deren Situation er mit Worten und Gesten nachstellte:

"Hier kommen die Boote, sie kommen. Wir haben die Ferngläser und: 'Oh mein Gott, die Invasion kommt.'"

Dooley - der das Fernglas spielerisch mit seinen Händen nachstellte - ahnte dabei, dass er bei diesen Worten etwas klarstellen musste: "Ich will nicht, dass das deutsche Volk verärgert über mich ist, aber so ist es eben passiert."

Dooley simulierte dann einen Dialog zwischen zwei vom US-Angriff und den Strategiefehlern ihres Heerführers überraschten Deutschen: "'Wir sind nicht bereit, was tun wir?' 'Warten wir besser, was Rommel uns sagt.'"

Gewaltige Aufregung

Wie bei der Thematik zu erwarten, hat Dooley gewaltige Aufregung in Gang gesetzt.

Dooleys Weltkriegsvergleich ist Thema bei nahezu allen großen US-Medien - die Reaktionen der Leser reichen von Amüsement bis zu Empörung.

Von Entlassungsforderungen bis zu Grundsatzüberlegungen über kriegerische Sportmetaphern - eine Angewohnheit, die in der NFL aus Respekt vor den aktuellen Kriegseinsätzen der US-Armee übrigens nicht mehr erwünscht ist.

"Ein lustiger Typ"

Oder aber auch unaufgeregter Verwunderung: "Er vergleicht das von ihm geführte Team mit einer schlecht geführten Organisation? Nicht schlau."

Die Website "Fanhouse" nimmt Dooley in Schutz: Der 42-Jährige sei ein "lustiger Typ mit einem trockenen Humor", der sich damit aber öfters in Schwierigkeiten bringe.

Der Rat des Kolumnisten an Dooley: "Wenn Dooley auf Kriegsmetaphern bestehen sollte, sollte er bei der Schlacht von Alamo bleiben. Das funktioniert."

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