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Cam Newton ist der Bruder von Jacksonville-Center Cecil Newton Jr. © getty

Cam Newton gewinnt die Heisman Trophy in einem Erdrutschsieg - aber eine Käuflichkeits-Affäre überschattet den Triumph.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist ein Sieg, der sportlich unumstritten ist - aber es ist ein Sieg mit einem Beigeschmack.

Cameron "Cam" Newton hat in einem Erdrutschsieg die Heisman Trophy gewonnen, die prestigeträchtige Ehrung als bester College-Footballer der USA.

Doch Newtons Auszeichnung wird überschattet von einer Affäre: Sein Vater Cecil soll Newtons Dienste bei den großen Sport-Universitäten für Geld angeboten haben, was gegen die Regularien des College-Verbands NCAA verstößt.

Trotzdem siegte der Quarterback der Auburn Tigers in der Abstimmung unter Journalisten und Ex-Gewinnern mit 2263 Punkten und 1184 Zählern Vorsprung auf den zweitplatzierten Andrew Luck, Spielmacher der Stanford Cardinal.

"Ich liebe dich so sehr"

Ein spezieller Dank dafür galt Newtons Vater, dem Mann, der ihn so ins Gerede gebracht hat: "An meinen Vater: Ich liebe dich so sehr."

Der 21-jährige Newton ist die überragende Figur der Universitätssaison, mit seinem Team greift er am 10. Januar gegen die Oregon Ducks nach der National Championship.

Die Teilnahme an dem nationalen Gipfel erspielten sich Newton und die Tigers Anfang Dezember im SEC-Finale gegen die South Carolina Gamecocks.

Just vor diesem Spiel aber holte der Ärger abseits des Feldes den angehenden NFL-Star ein.

Gesperrt, dann doch nicht

Die NCAA sperrte ihn, weil sein Vater - so viel gilt als erwiesen - versucht haben soll, seinen Sohn für eine sechsstellige Summe an der Mississippi State University unterzubringen.

Finanzielle Vergütungen für studentische Athleten sind aber offiziell untersagt.

Zwei Tage später hatte die Organisation die Sanktion wieder zurückgezogen. Die Begründung: Newton, der jüngere, habe nichts von den verbotenen - aber weithin üblichen - Machenschaften gewusst.

Hehre Ansprüche, großes Geschäft

Die Angelegenheit beschäftigt auch das FBI und Regierungsbehörden in Mississippi.

Und egal, wie sie ausgeht: Sie wirft ein Schlaglicht auf die hehren Ansprüche, den Amateurcharakter des College-Footballs zu erhalten, und dem gewaltigen Geschäft, das er in der Realität ist.

Und auch darauf, wie inkonsequent die NCAA zwischen diesen beiden Polen laviert.

"Zwei Buchstaben, mein Freund"

Wegen einer ähnlichen Affäre hatte Reggie Bush, Heisman-Preisträger 2005, seine Trophäe in diesem Jahr zurückgegeben, um einer möglichen Aberkennung zuvorzukommen.

Ob er diese Möglichkeit auch sehe, wurde Newton im Zuge der Verleihung von Reportern gefragt.

"Zwei Buchstaben, mein Freund: No!", lautete Newtons Antwort.

Der Vater bleibt zu Hause

Auch sonst ließ sich der strahlend lächelnde Newton bei der Verleihung nicht anmerken, dass ihn die Affäre beschäftigt.

Dass sie das sehr wohl tut, wurde dadurch deutlich, was Newton nicht tat: seinen Vater zu der Zeremonie mitbringen.

Er wolle "keine Ablenkung sein", ließ Cecil Newton in einer Erklärung wissen.

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