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Craig Robinson (r.) wurde 1983 von den Philadelphia 76ers gedraftet © getty

Craig Robinson verhalf Schwager Barack Obama ins Weiße Haus. Jetzt soll er das Basketball-Team der Oregon State an die Spitze führen.

Von Kristof Reitemeyer

München/Washington - August 2008: Barack Obama macht sich auf, als erster schwarzer Präsident ins weiße Haus einzuziehen.

Sein Wahlkampf ist in vollem Gange und begeistert Millionen. Im Hintergrund steht ein Mann, dessen Zeit erst nach der Wahl anbrechen wird: Craig Robinson.

Der 46-Jährige ist Obamas Schwager und gleichzeitig ein enger Assistent im Wahlkampf um die Präsidentschaft.

Doch nach der gewonnen Wahl trennten sich die Wege: Während Obama im Januar ins Weiße Haus einziehen wird, nahm Robinson bereits sein Amt als Basketball-Coach in Corvallis wieder auf.

Im April wurde er als neuer Trainer für das Basketball-Team der Oregon State University angeheuert. Damit nimmt er eine ähnliche Herausforderung an wie Obama.

Ein Team am Ende

Der designierte Präsident predigt Veränderung, Neuanfang und Selbstvertrauen - Dinge, die auch die Beavers dringend benötigen. Die letzte Saison beendete das College-Team mit 21 Niederlagen in Folge.

Noch bitterer: Gegen die Staffelgegner der Pac10 verloren sie alle 18 Spiele und am Ende stand eine enttäuschende 6:25-Bilanz zu Buche. Einer chaotischen Saison soll nun der Neuanfang folgen und der erste NCAA-Endrundeneinzug nach 1990 gelingen.

Auf die Frage, wer von beiden die größere Herausforderung hat, stellte Robinson allerdings klar: "Mit der wirtschaftlichen Lage und dem Krieg kann man sagen, dass er eine weitaus größere Aufgabe vor sich hat als ich."

Neuanfang für Oregon State

Zwar war die gewonne Wahl seines Schwagers zum US-Präsidenten für Robinson sein bisher größter Erfolg, wie er sagt. Zufrieden gibt er sich damit aber noch lange nicht. Stattdessen will er genau da weitermachen und die OSU zurück an die Spitze führen.

Für die Zukunft hat Robinson bereits gesorgt. Mit Roberto Nelson und Joe Burton werden in der kommenden Saison zwei aufstrebende Highschool-Spieler die Truppe verstärken.

"Mir geht es um Basketball"

Seinen Bekanntheitsgrad will Robinson allerdings nicht dafür nützen, um weitere vielversprechende Talente an die OSU zu lotsen. "Sie sollen nicht denken, dass sie durch meine Verbindungen bessere Chancen für später haben. Mir geht es nur darum, dass sie für Oregon State Basketball spielen", sagte Robinson, der 1983 von den Philadelphia 76ers gedraftet wurde, aber nie ein NBA-Spiel bestritt.

Doch nicht nur seine Verbindungen ins Weiße Haus, auch seine Persönlichkeit, seine Geschichte (zwei Mal Spieler des Jahres in der Ivy League) und seine Trainingsmethoden lockten die Nachwuchskräfte Nelson und Burton an die OSU.

Selbstvertrauen und Disziplin

Vor allem seine Mentalität und klare Disziplin bescherten ihm bisher seine Erfolge als Trainer. "Er hat uns das Selbstvertrauen vermittelt, in jede Halle zu gehen. Nicht, um zu spielen, sondern um zu gewinnen", erklärt ein ehemaliger Assistent von Robinson.

Dinge, die auch Barack Obama an ihm schätz, der selbst passionierter Basketballfan ist und in Collegezeiten gespielt hat: "Er versteht es, jeden Morgen aufzustehen, sein Bestes zu geben und immer positiv zu bleiben. Dass er mir das immer wieder klargemacht hat, war im Wahlkampf immer hilfreich und hat mich unterstützt."

Rückschlag beim Auftakt

Für Robinson gab es allerdings am ersten Spieltag der Saison den ersten Rückschlag.

Mit 45:47 unterlagen die Beavers in Texas dem Howard College. Aber auch Obama musste zu Beginn seines Wahlkampfes Rückschläge wegstecken.

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