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Elias Harris nahm bereits 2009 mit Nationalteam an der EM teil © getty

Elias Harris spielt sein zweites Jahr am College. Mit SPORT1 spricht er über NCAA-Basketball, seine Zukunft und den FC Bayern.

Von Matthias Becker

München/Spokane - Elias Harris hat sich in den USA durch seine starken Leistungen in die Notizbücher sämtlicher NBA-Scouts gespielt.

Als sich der Sohn eines G.I.s und einer Deutschen entschied, aus Speyer an die renommierte Gonzaga University in das Land seines Vaters zu gehen und College-Basketball zu spielen, war diese Entwicklung nicht abzusehen.

Schließlich glänzte er bis dahin nur in der dritten deutschen Liga und schnupperte bei der EM 2009 erstmals internationale Luft. Doch der Flügelspieler öffnete Fans und Experten die Augen.

In seinem zweiten Jahr in Spokane sicherte er sich mit seinem Team den Titel in der West Coast Conference. Bei "March Madness" scheiterte Gonzaga zwar in der zweiten Runde an BYU, trotzdem kann Harris mit seiner Saison zufrieden sein.

Mit SPORT1 sprach Harris über die "Zags", seine bevorzugte Spielweise, Zukunftspläne und den FC Bayern.

SPORT1: Sie haben sich den Titel in der West Coast Conference gesichert. Welchen Stellenwert hat dies für Sie?

Harris: Also, er hat für uns den Stellenwert, dass wir unsere Siegesserie in der West Coast Conference (neun gewonnene Spiele in Serie, die Red.) fortsetzen. Außerdem haben wir uns dadurch automatisch für das NCAA-Turnier qualifiziert.

SPORT1: Lassen sich eigentlich Adam Morrison oder John Stockton mal an ihrem alten College sehen?

Harris: Stockton ist bei uns eigentlich bei jedem Heimspiel. Denn sein Sohn David spielt ja im Team.

SPORT1: Morrison liegt in Gonzagas ewiger Rekordliste fürs Tournament mit durchschnittlich 21,3 Punkten pro Partie direkt vor ihnen (18,5) an zweiter Stelle. Sind Sie am College ähnlich populär wie Morrison?

Harris: Er war schon einzigartig. Durch seine Art und sein Menschsein war er in der ganzen USA extrem auffällig. Wir werden in der Stadt natürlich schon erkannt, auf dem Campus wird jeder von uns erkannt. Also klar, dass der Hype groß ist. Aber einer wie er sticht heraus. Denn er hat eine große College-Karriere gespielt.

SPORT1: Ihre persönlichen Statistiken sind in diesem Jahr schwächer geworden, sie erhalten weniger Spielzeit, die Punktausbeute ist von 14,9 auf 12,1 pro Spiel gesunken. Ärgert Sie das?

Harris: Der Mannschaftserfolg ist mir jetzt erstmal wichtiger als mein eigener Erfolg. Je weiter wir als Mannschaft kommen, desto größer ist auch der Erfolg des individuellen Spielers und auch für mich. Daher kann man das doch auch in Kauf nehmen.

SPORT1: Auf welcher Position fühlen Sie sich denn eher wohl, als Small oder als Power Forward?

Harris: Ich fühl mich eigentlich auf beiden Positionen wohl. Je nachdem wer mein Gegenspieler ist, würde ich mich in die dementsprechende Position begeben. Wenn es jetzt ein kleinerer Spieler ist, würde ich in die Power-Position gehen, um meine Stärken auszuspielen. Und wenn es ein größerer Spieler ist, der auch langsamer ist, ziehe ich natürlich raus. Da variiere ich.

SPORT1: In dieser Saison steht mit Mathis Mönninghoff ein weiterer Deutscher in Ihrer Mannschaft. Wie kommt er denn in diesem Team klar?

Harris: Ja, er ist sehr stark in die Saison gestartet und hat sich schnell eingefunden ins Team und die Gegebenheiten hier drüben. Er ist auf jeden Fall eine Bereicherung für die Mannschaft.

SPORT1: Wie unterscheidet sich die NCAA vom Basketball zu Hause in Speyer?

Harris: Zum einen ist NCAA-Basketball hier in Spokane die Nummer-1-Sportart überhaupt. Es gibt keine andere größere Sportart, da wir keine Profiteams haben. Sport hat in den USA sowieso einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland, da kann man das nicht vergleichen. Von daher gehen die Basketballer in Speyer beziehungsweise in Deutschland eher unter gegenüber Fußball. Das sind zwei verschiedene Welten.

SPORT1: Um Sie ranken sich immer wieder Spekulationen für den NBA-Draft. Fühlen Sie sich reif für den Sprung?

Harris: Ach, schauen wir mal. Ich bin noch jung. Ich lasse mir auf alle Fälle Zeit. Ich will mich jetzt auf jeden Fall nicht zu irgendwelchen Schritten zwingen.

SPORT1: Haben Sie eigentlich einen Favoriten was die NBA-Saison angeht?

Harris: Ich würde sagen, dass am Ende in den Finals die L.A. Lakers gegen Boston spielt. Chicago hat auch Chancen. Aber das verfolge ich nicht so sehr momentan, weil ich noch mehr mit uns im Kopf beschäftigt bin.

SPORT1: Sie haben ja auch im Nationalteam schon gestanden und bei Dirk Bauermann teilweise auch in der ersten Fünf. Haben Sie denn mitbekommen, dass er es mit Bayern München geschafft hat in die Beko BBL aufzusteigen?

Harris: Ja, das habe ich die ganze Zeit verfolgt. Als im letzten Sommer viele gute Leute nach München gegangen sind. Ich habe permanent im Internet die Videoclips aus der Halle in München gesehen, es ist wirklich gigantisch, was sie aufgebaut haben.

SPORT1: Rechnen Sie denn auf einen Anruf von ihm, wenn er Verstärkung sucht? Denn in der Beko BBL braucht es dann ja schon noch andere Kaliber. Wäre das auch mal was für Sie?

Harris: Ich glaube, dass das momentan für mich kein Thema ist. Weil es mir hier viel zu gut gefällt und ich keine Drang verspüre, in Deutschland zu spielen.

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