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Niels Giffey war 2009 mit ALBA Berlin Deutscher Jugendmeister © getty

In Houston steigt das NCAA-Final-Four. Niels Giffey träumt mit UConn vom Titel. Ein Nerd und D-Roses Erbe haben etwas dagegen.

Von Eric Böhm und Olaf Mehlhose

München - Über 300 Colleges und Universitäten spielen in der ersten Division des College-Basketball, und sie alle haben nur das eine Ziel: bei March Madness dabei zu sein.

Das Meisterschaftsturnier der NCAA ist eines der größten Sportereignisse der USA. Nach zwei langen Wochenenden kulminiert der Wahnsinn im Final Four, das schon immer auch eine Bühne für die herausragenden Talente der beteiligten Mannschaften war.

Ob Larry Bird gegen Magic Johnson, Michael Jordan gegen Patrick Ewing oder 2008 Derrick Rose gegen Mario Chalmers, viele bekannte NBA-Größen lieferten sich am Finalwochenende große Duelle.

Auch in diesem Jahr gibt es einige sehr interessante Akteure, die sich in den Vordergrund spielen könnten. Eine deutsche Nachwuchshoffnung ist auch darunter.

"Titel würde mir sehr viel bedeuten"

Der Berliner Niels Giffey trifft mit der University of Connecticut (UConn) am Samstagabend auf die Kentucky Wildcats und will die Chance auf den Titel wahren.

"Die Meisterschaft würde mir sehr viel bedeuten. Man weiß nie, ob wir noch mal soweit kommen", sagte der 19-Jährige aus dem ALBA-Nachwuchs bei SPORT1.

Es wäre nach 1999 und 2004 der dritte Titel für die in Storrs, Connecticut beheimatete Uni und Coaching-Legende Jim Calhoun.

Ray Allen schaute vorbei

In seinem ersten Jahr bei den Huskies kommt er im Schnitt fast zehn Minuten zum Einsatz, weiß aber auch, dass noch viel Arbeit vor ihm liegt.

"Ich muss konstanter werden. Meinen Wurf und das Ballhandling kann ich ebenfalls noch verbessern", sagt der 2,01 Meter große Flügelspieler, den seine Teamkollegen nur "Giff" nennen.

Vor der Saison schaute sogar der UConn-Absolvent und NBA-Star Ray Allen bei dem Team vorbei und trainierte ein wenig mit.

"Kemba ist der Beste"

Der Topstar im Team ist unbestritten Kemba Walker. Der Spielmacher aus New York erzielt im Schnitt fast 24 Punkte pro Partie und könnte zum College-Spieler des Jahres gewählt werden.

"Er ist der beste Spieler, mit dem ich je zusammengespielt habe. Er ist eine Scoring-Maschine, aber gleichzeitig ein Teamplayer", schwärmt Giffey.

Knight - der nächste Rose?

Aber auch Gegner Kentucky, trainiert vom ehemaligen NBA-Coach John Calipari, hat einige der talentiertesten jungen Spieler in seinen Reihen.

Point Guard Brandon Knight ist nach Derrick Rose, Tyreke Evans und John Wall der nächste große Spielmacher, der von Calipari für die NBA geformt wird.

Auch Forward Terrence Jones gilt als sicherer Erstrundenpick im kommenden NBA-Draft.

"Die Chance gegen Kentucky zu bestehen ist gut. Wir können sie schlagen", gibt sich Giffey dennoch siegessicher.

Obama liegt falsch

March Madeness liefert fast schon traditionell viele Favoritenstürze, aber 2011 brachte extrem viele Überraschungen und die meisten Amerikaner - inklusive Präsident Obama - lagen mit ihren Tipps total daneben.

Der Durchmarsch der VCU Rams aus Richmond ist dabei eine der größten Sensationen in der Geschichte des Turniers.

Die Truppe von Coach Shaka Smart hätte nach Meinung der meisten Experten gar nicht im Feld stehen dürfen. Trotzdem wurden die Schwergewichte Kansas, Purdue und Georgetown ausgeschaltet.

Duell der Außenseiter

Der beste Spieler der Rams ist Jamie Skeen. Er ist ein athletischen und zugleich eleganter Flügelspieler, der seine College-Karriere an der Tim Duncans Alma Mater Wake Forest begann.

Das Überraschungsteam bekommt es im zweiten Halbfinale mit einem weiteren Außenseiter zu tun.

Die Butler Bulldogs aus Indiana sind zwar der amtierende Vizemeister, dennoch hätte ihnen kaum jemand einen solchen Lauf zugetraut.

Immerhin verlor Coaching-Jungstar Brad Stevens in Gordon Hayward seinen besten Spieler an die NBA.

Howard ein echter Typ

Die Stützen der Bulldogs sind der oftmals etwas schlaksig wirkende Forward Matt Howard sowie Scharfschütze Shelvin Mack.

Beide spielen ihr letztes Jahr am College und laufen speziell in der Schlussphase regelmäßig zu großer Form auf.

Howard gehört außerdem zu den besten Studenten, ist ein bekennender Computer-Nerd und trägt aus Aberglauben nur die ältesten Basketball-Schuhe.

"Er hat ungefähr sechs nagelneue Paare in seinem Spind, aber wenn uns die alten Treter die Meisterschaft bringen, kann ich damit leben", meint Mack.

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