vergrößernverkleinern
Niels Giffey kommt bei den Huskies im Schnitt fast zehn Minuten zum Einsatz © getty

Niels Giffey steht mit UConn im Finale der College-Meisterschaft. Gegen Außenseiter Butler ist speziell Go-To-Guy Walker gefragt.

Von Eric Böhm

München/Houston - Das große Finale der College-Basketball-Saison hat in den USA eine unglaublich große Bedeutung.

Wenn die Butler Bulldogs im vollgepackten Stadion der Houston Texans aus der NFL gegen die UConn Huskies (ab 3 Uhr) antreten, macht sogar die NBA den Weg frei und trägt an diesem Abend keine Spiele aus.

Für den Berliner Niels Giffey und seine Teamkollegen der University of Connecticut könnte es die Krönung einer fantastischen Saison werden.

"Die Colleges sind Aushängeschilder einer ganzen Region. Bei uns fiebert der gesamte Bundesstaat mit. Der Titel hätte eine riesige Bedeutung", sagte der 19-Jährige bei SPORT1.

Conference-Turnier als Wende

Mitte Februar hätte wohl kaum ein Huskies-Fan mit dem Finaleinzug gerechnet, immerhin belegte das Team von Coaching-Legende Jim Calhoun in der eigenen Conference nur Rang neun.

Doch mit fünf Siegen in fünf Tagen wurde das Turnier der Big East Conference im Madison Square Garden gewonnen und damit die automatische Qualifikation für March Madness geschafft.

Dort wurden dann die Spitzenteams von Cincinnati, San Diego State, Arizona ausgeschaltet und im Halbfinale hatte das Traditionsteam aus Kentucky das Nachsehen.

"Musste mich umstellen"

Dabei gehört Giffey zur festen Rotation des Teams und kam gegen die Wildcats als erster Einwechselspieler von der Bank.

Das Talent aus dem ALBA-Nachwuchs kommt in seiner Freshman-Saison bereits regelmäßig zum Einsatz. Teamkollege Enosch Wolf aus Göttingen ist noch nicht ganz so weit und musste sich im Saisonverlauf mit wenigen Einsätzen begnügen.

"Ich musste mich gewaltig umstellen. Hier wird vielmehr Wert auf Athletik gelegt. Alles geht viel schneller", erklärt "Giff" die Unterschiede zu Deutschland.

Walker ist der Go-to-Guy

Der Schlüsselspieler des Teams ist jedoch Kemba Walker. Der Guard aus New York erzielt im Schnitt fast 24 Punkte pro Partie und zeigte auch gegen Kentucky seine Führungsqualitäten.

Es gilt als sicher, dass Walker nach dem Finale vorzeitig in die NBA wechseln wird.

Unterstützt wird er vor allem durch den starken Center Alex Oriakhi (9,6 Rebounds pro Spiel) und Newcomer Jeremy Lamb, der ein herausragender Schütze ist.

In der Rolle des Außenseiters fühlten sich Giffey, Kemba und Co. bisher äußerst wohl, doch die Vorzeichen haben sich geändert.

Butler mit Premiere?

Gegen das kleine Butler aus Indianapolis (ca. 4.500 Studenten) sind plötzlich die Huskies der große Favorit.

Mit Butler könnte jedoch erstmals ein Außenseiter aus einer kleinen Conference den ganz großen Wurf landen. UConn-Coach Calhoun begrüßt die Entwicklung hin zu noch mehr Favoritenstürzen.

"Butler und VCU sind toll für College-Basketball. Irgendwann wird sicher eines dieser Teams den Titel gewinnen. Wenn es 2012 oder 2013 passieren würde, hätte ich nichts dagegen", sagte der 68-Jährige.

Calhoun vor Meilenstein

Denn 2011 - in seiner 25. Saison als Cheftrainer in Storrs, Connecticut - will er erst einmal selbst seinen dritten Titel holen.

Bereits 1999 und 2004 durfte Calhoun die Netze nach dem gewonnen Finale abschneiden.

Nur vier andere Coaches konnten mindestens drei Meisterschaften gewinnen. Aktiv ist nur noch Mike Krzyzewski, der mit Duke im letzten Jahr triumphierte und das Nationalteam der USA betreut.

Vizemeister ist zurück

Damals war Butler auch schon im Finale und verpasste durch den heutigen NBA-Profi Gordon Hayward (Utah Jazz) mit der Schlusssirene den Siegtreffer.

Jetzt wollen die Mannen von Coach Brad Stevens den letzten Schritt machen. Der Jungstar unter den Trainern wird immer wieder bei großen Unis gehandelt, fühlt sich aber in Indiana sehr wohl.

Seine wichtigsten Spieler sind der einsatzfreudige Power Forward Matt Howard - der durch seine unkonventionelle Spielweise genauso auffällt, wie sein altertümliches Schuhwerk - und Shelvin Mack.

Der Spielmacher führt nicht nur großartig Regie, sondern ist auch der Mann für die ganz wichtigen Würfe von Draußen. Giffey und UConn sind in jedem Fall gewarnt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel