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Rick Carlisle ist erst seit Juni 2008 Trainer der Dallas Mavericks © getty

Dallas Coach Rick Carlisle will gegen die Minnesota Timberwolves auf Josh Howard verzichten. Dadurch könnte Platz sieben in Gefahr geraten.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Der Frust saß tief: Nach der 92:102-Niederlage bei den New Orleans Hornets verweigerten die Dallas Mavericks dem Gegner den Handschlag und sausten schnurstracks in die Kabine.

Doch dies hatte einen anderen Grund: Rasual Butler setzte mit einem Slam Dunk 14 Sekunden vor Schluss ein Highlight für die Fans, doch für die unterlegenen Mavericks, die die Uhr herunterlaufen ließen, kam dies einer Beleidigung gleich.

"So etwas macht man nicht", schimpfte Ex-Spieler und TV-Experte Kenny Smith, um anschließend über die Mavericks herzuziehen. "Dirk Nowitzki hat die Unterstützung gefehlt. Er war in der Offensive ganz auf sich allein gestellt. So etwas macht man auch nicht."

Doppeldeckung zahlt sich aus

Bemerkbar machte sich dies insbesondere im entscheidenden letzten Viertel, als die Hornets in der Verteidigung zwei Mann für Nowitzki abstellten und ihn so bei vier Punkten hielten. (Platz sechs für Dallas in weiter Ferne)

"Das hat sich für sie ausgezahlt. Wir hätten von der Gegenseite dann Würfe treffen müssen. Aber wir können nicht mit einer Trefferquote von 42 Prozent gewinnen, wenn sie 55 Prozent treffen", analysiert der Deutsche.

J.J. Barea und Jason Kidd kamen lediglich auf jeweils 8 Punkte; Antoine Wright und Erick Dampier auf 2 bzw. 4 - und das bei insgesamt 106 Minuten Einsatzzeit.

Duo trifft nur 33 Prozent

Übertroffen wurde dies nur noch von Josh Howard und Jason Terry: Die beiden Hauptstützen der texanischen Offensive neben Nowitzki erzielten in 68 Minuten bei einer Wurfquote von 10 aus 30 gerade einmal 28 Punkte zusammen - viel zu wenig für die Angriffssäulen zwei und drei.

Allerdings belasteten Foulprobleme Howard bereits seit den Anfangsminuten. "Das ist dann natürlich sehr schwierig", meint Coach Rick Carlisle. "Zudem haben ihn immer wieder Verletzungen belastet. Deshalb kommt er zuletzt auf so wenige Minuten", versucht Carlisle zu relativieren.

Howard muss operiert werden

Dass Howard gegen die Minnesota Timberwolves in der Nacht auf Dienstag (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) überhaupt spielen wird, ist fraglich.

Carlisle hatte zuletzt angekündigt, nach Back-to-back-Spielen Howards angeschlagenem Sprunggelenk die eine oder andere Pause zu gönnen.

Erst nach der Saison will sich der Small Forward der notwendigen OP unterziehen.

Jazz sitzen Mavs im Nacken

Ob Carlisle im Kampf um Platz sieben auf Howard verzichten kann, ist jedoch unwahrscheinlich. Die sollte der Coach aus der Niederlage gegen Memphis gelernt haben. (Mavericks vergeben die Vorentscheidung)

Denn die Utah Jazz sitzen den Mavs mit nur einem Sieg Rückstand und der besseren Conference-Bilanz im Nacken.

Zwar spielen die Jazz noch gegen das derzeitige Nonplusultra im Westen, die Los Angeles Lakers, die es in der ersten Playoff-Runde zu vermeiden gilt, aber die Befürchtungen bestehen, dass die Lakers ihre Starspieler schonen könnten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

?Wir schauen nur auf uns?

Brandon Bass, der mit 13 Punkten gegen seinen Ex-Klub noch einer der wenigen Lichtblicke war, blickt deshalb nicht auf die Konkurrenz. "Wir schauen nur auf uns. Wenn wir unsere Aufgaben machen, ist es egal wie die Jazz spielen."

Erste Schützenhilfe könnte Nowitzki von Nationalmannschaftskollege Chris Kaman erhalten.

Der wiedergenesene Center gastiert mit seinen Los Angeles Clippers in der Nacht auf Dienstag (ab 3 Uhr LIVESCORES ) am großen Salzsee.

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