

21:17! Giants feiern Super-Bowl-Triumph
Von Eric Böhm
München/Indianapolis - Sie haben es schon wieder getan.
Genau wie vor vier Jahr entrissen die New York Giants den New England Patriots den Sieg und gewannen Super Bowl XLVI mit 21:17 (9:0, 0:10, 6:7, 6:0).
Erneut führte der überragende Eli Manning sein Team innerhalb der letzten vier Minuten zum entscheidenden Touchdown übers Feld und wurde folgerichtig zum MVP gewählt (DIASHOW: Die Bilder des Super Bowl XLVI).
"Es war ein wildes Spiel und eine wilde Saison. Ich kann das Gefühl gar nicht beschreiben. Es geht nicht um eine Person, sondern um das ganze Team", freute sich Manning.
Krönung für Manning
Im Heimstadion seines Bruders Peyton (Indianapolis Colts) hievte sich Eli mit einer unfassbar abgeklärten Vorstellung endgültig in die Ränge der besten Quarterbacks aller Zeiten.
Der 31-Jährige brachte 30 seiner 40 Pässe für 296 Yards und einen Touchdown an den Mann und holte seinen zweiten Titel - Peyton hat nur einen ( Alles zu Super Bowl XLVI).
Die Patriots mit dem deutschen Offensive Tackle Sebastian Vollmer mussten sich nach Super Bowl XLII erneut den "G-Men" geschlagen geben.
Manningham liefert das Highlight
In seinem letzten Drive feuerte Manning fünf unglaublich präzise Pässe - inklusive einer 38-Yard-Bombe, die Mario Manningham an der Seitenlinie sensationell herunter pflückte.
"Das war ein unglaublicher Catch. Es hat uns an der Mittellinie Atemluft verschafft, um die Uhr und das Feld zu kontrollieren. Das war ein echtes Big Play", lobte Manning
Es war die Aktion des nicht immer hochklassigen, aber jederzeit spannenden Super Bowls, kurz zuvor hatte New Englands Receiver Wes Welker völlig freistehend eine große Möglichkeit vergeben.
Tief in der Hälfte der Giants ließ er beim Stand von 17:15 für die Pats einen Pass von Tom Brady durch die Finger gleiten. Mit einem Touchdown hätte sein Team den Sack zu machen können.
Bradshaws kurioser Touchdown
Es sollte nicht sein. Stattdessen vollendete Running Back Ahmad Bradshaw kurz nach Manninghams Fang mit einem kuriosen Touchdown das Comeback der Giants.
Ein Field Goal hätte New York knapp eine Minute vor Schluss gereicht, also machte New Englands Abwehr absichtlich den Weg frei, um dem eigenen Angriff noch etwas Zeit zum Konter zu geben.
Bradshaw hielt kurz vor der Endzone plötzlich inne und dachte daran, vor der Goalline aufs Knie zu gehen, fiel dann aber rückwärts in die Endzone.
"Ich habe ihm zugerufen, er solle runtergehen. Er versuchte zu stoppen und fiel dann doch in die Endzone" beschrieb Manning die Szene.
Patriots-Coach Bill Belichick verteidigte seine taktische Entscheidung: "Das Field Goal wären ihnen praktisch sicher gewesen, also wollten wir sie zum Touchdown einladen, um noch Zeit zu haben."
Bradys "Hail Mary" kommt nicht an
Nur 57 Sekunden reichten Brady (27 von 41 für 276 Yards, zwei Touchdowns) nicht, um einen magischen Gegenschlag zu starten.
Seine "Hail Mary" in die Endzone wurde abgefälscht und Rob Gronkowski kam nicht ganz heran.
Der sichtlich angeschlagene Star-Tight-End war aufgrund seiner Knöchelprobleme kein Faktor im Angriff. Ein Pass in seine Richtung wurde sogar von Chase Blackburn abgefangen.
Über weite Strecken hatte Brady das Geschehen dennoch im Griff. Nach dem absichtlichen Fehlpass aus der Endzone, der die Giants mit 2:0 in Führung brachte, zeigte der Quarterback seine Klasse.
Zwischenzeitlich gelangen ihm 16 vollständige Pässe in Serie - damit nahm er seinem Vorbild Joe Montana den Super-Bowl-Rekord ab.
Vollmer überzeugt
Durch einen Touchdown von Manning - er startete mit neun Completions - auf Victor Cruz hatten die Giants auf 9:0 erhöht, ehe Brady seinen Angriff mit chirurgischer Präzision zu 17 Punkten in Serie führte.
Die Touchdowns kurz vor und nach der Hälfte durch Danny Woodhead und Aaron Hernandez kippten das Spiel. Die Pats schienen auf dem Weg zu ihrer vierten Meisterschaft.
Abgesehen von der Anfangsphase beschützte die Offensive Line Brady besser als im Duell vor vier Jahren.
Daran hatte auch Vollmer einen großen Anteil. Der 27-Jährige stand erstmals nach seinem Fußbruch Ende November wieder in der Startformation und lieferte eine gute Leistung ab.
Rekord für Coughlin
Die Giants ließen sich aber nicht abschütteln und verkürzen durch zwei Field Goals von Kicker Lawrence Tynes auf 15:17.
"Wir haben den Ball sehr gut bewegt, hatten aber in der Red Zone Probleme, Touchdowns zu erzielen. Letztendlich haben für uns viele Jungs entscheidende Aktionen geliefert", sagte Coach Tom Coughlin, der mit 65 Jahren zum ältesten Meistertrainer wurde.
Die Patriots konzentrierten sich sehr stark auf Cruz, sodass Hakeem Nicks (109 Yards) und Manningham (73) in die Bresche sprangen.
Selbst durch die Verletzungen der beiden Tight Ends Jake Ballard und Travis Beckum ließen sich die Giants nicht stoppen und feierten ihre vierte Meisterschaft der Super-Bowl-Ära.
Brady zerknirscht
Das Duo Brady-Belichick kassierte im fünften gemeinsamen Super Bowl (NFL-Rekord) die zweite Niederlage.
"Es war ein umkämpftes Spiel. Wir haben alles gegeben, aber es hat nicht gereicht", haderte der enttäuschte Brady.
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