

"Niemand hat es mehr verdient"
Vom Super Bowl berichtet Eric Böhm
New Orleans - Sein Touchdown hat den Blitzstart der Baltimore Ravens in Super Bowl XLVII vollendet.
Tight End Dennis Pitta gehörte beim spannenden 34:31-Erfolg über die favorisierten San Francisco 49ers im NFL-Endspiel von New Orleans ( Bericht) zu den Gewinnern.
Von einem Spieler ohne College-Stipendium entwickelte sich der heute 27-Jährige zu einem der gefährlichsten Passfänger auf seiner Position. Der Höhepunkt in seiner erst dritten Saison ist nun die Meisterschaft. (DIASHOW: Die Bilder des Super Bowl)
"Ich kann es gar nicht beschreiben. Von diesem Moment träumst du dein ganzes Leben. Wir haben ein Jahr darauf hingearbeitet. Der Super Bowl war unser Schicksal", sagte Pitta.
Bei SPORT1 spricht der Mormone - am College arbeitete er als Missionar in der Dominikanischen Republik - unter anderem auch über den großen Coup, seinen Durchbruch, Ray Lewis, Joe Flacco und den Stromausfall.
SPORT1: Mister Pitta, Gratulation zu Ihrem Super-Bowl-Erfolg mit den Baltimore Ravens. Wie fühlt es sich an, der Champion zu sein?
Dennis Pitta: Es ist fantastisch. Ich kann es gar nicht beschreiben. Von diesem Moment träumst du dein ganzes Leben. Wir haben ein Jahr darauf hingearbeitet. Der Super Bowl war unser Schicksal.
SPORT1: Welche Rolle hat das so unglücklich verlorene Championship Game der vergangenen Saison in New England gespielt?
Pitta: Eine sehr große Rolle. Durch einen so kurzen Kick auszuscheiden ist wirklich bitter. Noch in der Kabine haben wir uns damals geschworen, noch stärker zurückzukommen.
SPORT1: In der regulären Saison gab es einige Schwankungen. Hat die Rückkehr von Ray Lewis in den Playoffs den letzten Schub gegeben?
Pitta: Es wird in den Medien gern so dargestellt. Ich glaube, es war mehr seine Leistung auf dem Feld. Er hat in vier Spielen über 50 Tackles gesammelt. Wir sind alle sehr glücklich, dass wir ihm einen tollen Abschied bereiten konnten.
SPORT1: Ein großes Thema dieses Super Bowls war der Stromausfall. Sie lagen deutlich vorn, ehe die 49ers danach aufkamen. Wie haben Sie diese Situation erlebt?
Pitta: Das war total verrückt. Wir hatten gerade den Kickoff-Return zum Touchdown und hatten das Momentum auf unserer Seite. Auf einmal ging das Licht aus. Es hat sich wie eine Stunde angefühlt. Sie kamen stürmisch aus der Pause, aber unser Team kämpft und kennt das Wort aufgeben nicht.
SPORT1: Hätten Sie ohne den Stromausfall klarer gewonnen?
Pitta: Das weiß ich nicht. Es hat uns sicher etwas aus dem Konzept gebracht. Dadurch wurde alles viel komplizierter, aber so machte es auch viel mehr Spaß.
SPORT1: Wie haben Sie die letzte Serie ihrer Abwehr vor der eigenen Endzone erlebt?
Pitta: Das war unglaublich. Für Ray war es der passende Abschluss. Sie haben uns im entscheidenden Moment das Spiel gewonnen. Ich hatte keinen Zweifel, dass sie es schaffen. Danach mussten wir nur noch den Ball behaupten. ( (KOMMENTAR: Gegenwart schlägt Zukunft)
SPORT1: Auch für Sie persönlich war es mit einem Touchdown ein krönender Abschluss Ihrer bis dato stärksten NFL-Saison, oder?
Pitta: Ja klar! Einen Touchdown im Super Bowl macht nicht jeder. Ich bin ja nun schon etwas länger dabei und habe letzten Sommer hart an meinen Fähigkeiten als Blocker gearbeitet, um öfter auf dem Feld zu stehen. Das ist für uns Tight Ends die wichtigste Aufgabe bei Coach Harbaugh. Es hat sich gelohnt.
SPORT1: Zum Schluss müssen wir natürlich noch über Quarterback Joe Flacco sprechen. Hat er sich mit dem MVP-Titel in die Riege der Superstars eingereiht?
Pitta: Für uns hat er da sowieso schon länger hingehört. Jetzt hat es die ganze Welt gesehen. Niemand hat es mehr verdient. Er hat großartige Playoffs gespielt. Nichts bringt ihn aus der Ruhe. Er hat jeden Wurf drauf und hat sich auf der größten Bühne bewiesen. Das ganze Team freut sich mit ihm.