Weniger als zwei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt in der NFL hat der ehemalige Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Dick Pound, einmal mehr die seiner Meinung nach zu nachlässigen Anti-Dopingmaßnahmen im US-Sport kritisiert.
Zwölf Tage vor dem Super Bowl am 5. Februar in Indianapolis zwischen den New England Patriots und den New York Giants warf Pound der Football-Spielervereinigung (NFLPA) vor, bei der Einführung von Bluttests auf das Wachstumshormon Somatotropin (HGH) eine Verzögerungstaktik zu verfolgen.
"Die NFLPA hat sich an ihre omnipräsenten Anwälte gewandt, um so viel Sand, wie man mit Geld nur kaufen kann, in das Getriebe eines effektiven Testprogramms zu streuen", schrieb Pound in einer Kolumne auf der WADA-Homepage.
Erst im August hatten sich Liga und Spielergewerkschaft mit der Unterzeichnung des neuen Tarifvertrags dem jahrelangen Druck der Dopingjäger und der US-Regierung gebeugt und der Einführung von Bluttests zugestimmt. Laut Pound wolle die NFLPA dies nun aber mit der Behauptung verhindern, die Tests seien nicht zuverlässig.
"Die sachkundige wissenschaftliche Gemeinschaft ist zufrieden mit der Zuverlässigkeit der HGH-Tests", schrieb das kanadische Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC): "Wenn die NFL-Spieler behaupten, dopingfrei zu sein, sollten sie bereit sein, das zu beweisen und damit aufhören, sich hinter verlogenen Behauptungen zu verstecken, dass gute Wissenschaft schlechte Wissenschaft ist."
