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Alex Rodgriguez musste sich vor dieser Saison einer Hüftoperation unterziehen © getty

Muffelsocken, Hähnchen im Dutzend und der "Fluch des Bambinos": Der Aberglaube regiert die MLB. Auch "A-Rod" hat eine Marotte.

New York - Der eine trägt jahrelang dieselbe Unterwäsche, andere vermeiden nach jedem Sieg Wasser und Seife.

Wenn es um siegbringende Rituale im amerikanischen Baseball geht, lassen die Männer mit den Schlaghölzern nichts anbrennen.

Nach einer Studie der kalifornischen Universität Santa Clara glauben fast drei Viertel der amerikanischen Baseballstars an die Kraft von Macken und Marotten.

Auch wenn Madonna kaum die Socken von Alex "A-Rod" Rodriguez gewaschen haben dürfte - die Marotte ihres Ex-Beaus sollte dem "Material Girl" aufgefallen sein.

Vier Jahre dieselbe Unterwäsche

Demnach soll der bestbezahlte Baseballer der Welt so lange mit denselben - und ungewaschenen - Strümpfen auflaufen, bis die nächste Begegnung verloren ist.

Ein in der Studie nicht namentlich genannter Spieler ging sogar weiter. Er trug mehr als vier Jahre dieselbe Unterwäsche.

Warum Aberglaube vor allem im Baseball eine große Rolle spielt, kann Psychologie-Professor Jerry Burger nur vermuten: "Dieser Sport wird oft durch Zufälle entschieden. Die Spieler wollen offenbar alles tun, um die Macht des Zufalls auf ihre Seite zu bringen."

"Fluch des Bambino" währt 84 Jahre

Selbst Meisterschaften sollen schon aufgrund von auferlegten Flüchen entschieden worden sein. Der "Fluch des Bambinos" haftete beispielsweise 84 erfolglose Jahre den Boston Red Sox an, weil sie 1920 den legendären Babe "Bambino" Ruth an die New York Yankees verkauften.

Die Stars der Yankees halten offenbar besondetrs viel vom Aberglauben. Der mittlerweile vom Leistungssport zurückgetretene Wade Boggs schoss dabei den Vogel ab.

Er war in der Bronx als "Chicken Man" bekannt, weil er vor jedem Spiel ein Dutzend Hähnchchenschenkel verputzte.

Damit nicht genug: Boggs betrat bei Heimspielen das Stadion um 17.17 Uhr, absolvierte exakt 150 Trainingsschläge, sprintete 15-mal über das Spielfeld und machte sich um 19.17 Uhr auf den Weg zur Spielvorbereitung in die Kabine. Auf dem Weg dahin schrieb er noch schnell das hebräische Wort "Chai" (Leben) auf den Wurfhügel.

Fidrych sprach nach jedem Pitch mit dem Ball

Andere stehen Boggs nicht viel nach. Pitcher Turk Wendell putzte sich in jeder Pause zwischen den neun Durchgängen auf der Mannschaftsbank die Zähne.

Mark Fidrych verdiente sich den Beinamen "The Entertainer", weil er nach jedem Wurf ein Zwiegespräch mit dem Ball führte.

Die Schlagvorbereitung des mittlerweile ins Trainerlager gewechselten Mike Hargrove, der sich vor jedem Versuch die Socken hochkrempelte, den Staub vom Helm klopfte und an den Handschuhen zupfte, dauerte so lange, dass die Major League Baseball (MLB) angeblich wegen ihm eine maximale Vorbereitungszeit für jeden Schläger einführte.

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