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Justin Morneau holte die entscheidenden Punkte für die American League © getty

Das längste All-Star Game der MLB-Geschichte findet erst nach 15 Innings und 453 Pitches einen Sieger. Viele Fans haben schon kapituliert.

München/New York City - Um 1:37 Ortszeit in der Nacht zum Mittwoch durften die Zuschauer das Yankee Stadium in New York endlich verlassen und ins Bett gehen. Wenn sie es nicht schon getan hatten.

Etwa die Hälfte der 55.632 Besucher - unter ihnen die Hall-of-Famer um die Hall-of-Famer Willie Mays, Hank Aaron und Yankees-Legende Yogi Berra - hatte vorher schon kapituliert.

Die verbliebenen Zuschauer wurden Zeugen des längsten All-Star Games der MLB-Geschichte. Sagenhafte 15 Innings dauerte die Partie zwischen American und National League, bis sich die AL mit 4:3 durchsetzte.

Doch nach den regulären neun Innings stand es 3:3. So blieb der Spielstand, bis Justin Morneau von den Minnesota Twins nach vier Stunden und 50 Minuten Spielzeit der entscheidende Run gelang. Werbung

Zuvor lag der Rekord des längsten All-Star Games in der MLB bei drei Stunden und 41 Minuten, aufgestellt 1967.

AL seit 12 All-Star Games unbezwungen

Es war das zwölfte Spiel hintereinander ohne Niederlage für das Auswahl-Team der AL und ein würdiger Abschied vom legendären Ballpark im "Big Apple". Nach der Saison wird das 85 Jahre alte Yankee Stadium ausrangiert.

"Das war verrückt. Es hat sich angefühlt, als würde das Spiel ewig dauern", sagte Ian Kinsler von den Texas Rangers. "Das Yankee Stadium ist ein harter Hund", meinte Mariano Rivera von den "Bronx Bombers". "Es wollte einfach nicht, dass das Spiel aufhört."

Drew mit Verspätung MVP

Durch Punkte im fünften und sechsten Inning war die NL mit 2:0 in Führung gegangen, doch ein Homer von J.D. Drew brachte den Ausgleich. Später wurde der Right Fielder der Boston Red Sox, der erstmals am Auswahlspiel teilnahm zum MVP gekürt.

Doch das sollte dauern. Die NL ging im achten Durchgang nach einem Sacrifice Fly von Adrian Gonzalez durch Miguel Tajeda in Führung, Grady Sizemore glich nach einem RBI-Double von Evan Longoria zum 3:3 aus. Es ging in die Extra-Innings.

Hängepartie wie 2002

"Es war eines dieser Erlebnisse, die man gar nicht beschreiben kann", sagte Drew.

Nachdem das Spiel keinen Sieger finden wollte und alle Pitcher beider Teams bereits im Einsatz waren, machte er sich als Aushilfs-Werfer bereit.

2002 hatte es eine ähnliche Situation gegeben. Beide Teams hatten keine Werfer mehr und einigten sich beim Stand von 7:7 nach zwölf Innings auf ein Unentschieden. Anschließend hatte der Commissioner die Auswahl-Kader erweitert, um ein ähnlich unbefriedigendes Ergebnis fortan zu vermeiden.

Entscheidung beim 453. Pitch

Deswegen wurde das Spiel All-Star Game 2008 zur Härteprüfung für die Fans. Michael Young gelang schließlich der entscheidende Schlag. Beim 453. Pitch schickte der Texas Ranger einen Sacrifice Fly tief ins Left Field. Cory Hart fing den Ball aus der Luft und schickte ihn Richtung Homebase.

Morneau tagte an der dritten Base und rutschte zur Homebase. Es war eine Millimeterentscheidung, doch Schiedsrichter Derryl Cousins entschied, dass Brian McCanns Tag zu spät kam und Morneau war "safe".

Die verbliebenen AL-Akteure stürmten das Spielfeld. Während die Vertreter der NL langsam vom Feld schlichen, eilten die Zuschauer nach Hause.

Tobias Kimmel

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