vergrößernverkleinern
Mark McGwire schlug in seiner Rookie-Saison 49 Homeruns © getty

Der Ex-Star räumt nach seinem Geständnis ein, Steroide nur der Regeneration wegen konsumiert zu haben - und bereut.

Los Angeles - An alle Namen der Dopingmittel, die er über Jahre genommen hat, kann sich Mark McGwire gar nicht mehr erinnern. Aber eines weiß der ehemalige Baseball-Star noch genau.

"Ich habe immer mit kleinen Dosierungen gearbeitet, denn ich wollte nicht wie Arnold Schwarzenegger oder Hulk aussehen", sagt der Amerikaner rückblickend in seinem am Montag von der MLB veröffentlichten Dopinggeständnis.

Offen und detailliert - wenn auch spät - berichtet der einstige Homerun-König in dem Interview erstmals über das, was viele immer schon vermuteten, er selbst aber bisher beharrlich geleugnet hatte:

Den regelmäßigen Konsum leistungssteigernder Mittel während seiner Profikarriere in den 80er und 90er Jahren. (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

"Größter Fehler meines Lebens"

"Es war der größte Fehler in meinem Leben, und ich wünschte, ich hätte es nie getan", sagt McGwire und gibt sich reumütig: "Ich hoffe, die Leute nehmen mir ab, dass es mir ehrlich leid tut."

Freimütig bekennt sich der inzwischen 46-Jährige zu seinem Abrutschen in die Doping-Szene im US-Baseball der 90er Jahre.

Nur zur Regeneration

Er habe damals Steroide, Wachstumshormone und anderes genommen - angeblich nur zur besseren Regeneration.

"Die genauen Namen weiß ich nicht mehr. Aber es war rezeptfrei und problemlos erhältlich. Und es sorgte dafür, dass ich mich gut fühle", erklärt McGwire, der für die Oakland Athletics (1986 bis 1997) und die St. Louis Cardinals (1997 bis 2001) aktiv war und insgesamt 583 Homeruns markierte.

Saisonrekord 1998

Herausragend in seiner Karriere war das Jahr 1998, als er sich ein atemberaubendes Homerun-Duell mit Sammy Sosa von den Chicago Cubs lieferte und am Ende mit 70 Homeruns einen MLB-Saisonrekord aufstellte.

Diese Bestmarke hält inzwischen Barry Bonds (73 für die San Francisco Giants) - der allerdings auch als Dopingsünder gilt. (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

Dopingerüchte nach Karriereende

Aufkommende Dopinggerüchte brachten McGwire nach dem Karriereende in die Schlagzeilen.

Unter anderem wurde er in einem Buch seines früheren Teamkollegen Jose Canseco beschuldigt, mit diesem gemeinsam in der Umkleidekabine Steroide genommen zu haben.

Bei einer Anhörung durch einen Untersuchungsausschuss des US-Senats verweigerte McGwire die Aussage. Die Aufnahme in die Hall of Fame wurde ihm verwehrt.

World Series-Gewinn mit Oakland

Der Gewinner der World Series von 1989 mit Oakland ist heute noch im Besitz zweier Bestmarken in der MLB.

Er schlug in seiner Rookie-Saison 49 Homeruns und hat mit durchschnittlich nur 10,61 Schlägen pro Homerun die beste Quote der US-Baseball-Geschichte.

Nachdem er nach seinem Rücktritt 2001 zunächst in der Versenkung verschwunden war, wurde McGwire im vergangenen Oktober von den Cardinals als Hitting Coach angagiert.

Gewissen erleichtern

Als Grund für sein öffentliches Bekenntnis gab McGwire an, sein Gewissen erleichtern zu wollen: "Es heißt, die Wahrheit macht einen frei. Mal sehen, ob das wahr ist."

Erinnerungsstücke an seine erfolgreichsten Jahre, auf denen nun ein dunkler Schatten liegt, habe er ohnehin nicht mehr: "Ich habe davon nichts behalten, sondern alles verschenkt."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel