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Rafael Furcal (l.) und Blake DeWitt feiern den Dodgers-Sieg gegen die Cubs © getty

Chicago fällt im ersten Playoffs-Spiel gegen die Dodgers auf die Nase. Besonders Pitcher Dempster erwischt einen schwarzen Tag.

Von Martin Hoffmann

München - Das Schweigen von 42.099 Fans im Wrigley Field war Musik in den Ohren von James Loney.

Der Schlagmann der Los Angeles Dodgers hatte seinem Team gerade mit einem Homerun vier Punkte im ersten Playoff-Spiel gegen die Chicago Cubs gesichert - und dem Anhang der Heimmannschaft damit die Sprache verschlagen.

"Es war wirklich leise, als ich um die Bases gelaufen bin", meinte Loney hinterher: "Also glaube ich, dass unsere Fans zuhause gejubelt haben."

Dazu hatten sie allen Grund: Mit 7:2 schockten die Dodgers in der National League Division Series das beste Team der regulären Saison und sorgten damit direkt für die erste dicke Playoff-Überraschung.

"Grand Slam" der Wendepunkt

Die Schlüsselszene der Partie ereignete sich im fünften Inning. Chicago lag zu dem Zeitpunkt mit 2:0 in Führung, Mark DeRosa hatte durch einen Homerun im zweiten Durchgang sich selbst und Jim Edmonds ins Ziel gebracht.

Doch die Dodgers drehten die Verhältnisse - mit unfreiwilliger Schützenhilfe von Cubs-Pitcher Ryan Dempster, der die ganze Partie über völlig von der Rolle war.

Dempster bekam in Durchgang fünf alle Bases vollgeladen - und Loneys Homerun brachte dann in einem "Grand Slam" Rafael Furcal, Manny Ramirez und Andre Ethier nach Hause.

Dempster untröstlich

Dempster wurde wenig später von Coach Lou Piniella ausgetauscht. Seine Horror-Bilanz: In 4 2/3 Innings kassierte er vier Runs, vier Hits und satte sieben Walks.

"Ich fühle mich, als hätte ich meine Jungs heute richtig im Stich gelassen", meinte der untröstliche Unglücksrabe. Doch auch Dempsters Werfer-Kollegen konnten die Pleite nicht mehr verhindern.

Im siebten Durchgang schaffte Manny Ramirez einen Homerun gegen Sean Marshall, im achten punkteten Casey Blake und Blake DeWitt gegen Jeff Samardzija und im Schlussinning stellte Russell Martin mit einem weiteren "Homer" gegen Jason Marquis den Endstand her.

Ermutigende Statistik

"Der Sieg gibt uns viel Selbstbewusstsein", freute sich Coach Joe Torre.

Der Erfolg der Dodgers ist sogar annähernd historisch: Seit dem World-Series-Gewinn 1988 hat Los Angeles vorher nur eines von 13 Postseason-Spielen für sich entschieden.

Und was Dodgers-Fans besonders frohlocken lassen kann: Jedesmal, wenn ihr Team bisher das erste Playoff-Spiel gewonnen hat, haben sie auch die World Series erreicht.

Phillies stoppen schwarze Serie

Auch im zweiten Spiel der National League Division Series endete eine schwarze Serie.

Die Philadelphia Phillies setzten sich gegen die Milwaukee Brewers mit 3:1 durch und feierten damit den ersten Postseason-Sieg seit 15 Jahren.

In der American League Division Series unterlagen die Los Angeles Angels zum Auftakt den Boston Red Sox mit 1:4.

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