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Lou Piniella beerbte 2007 Dusty Baker als Trainer der Chicago Cubs © getty

Die als Titelfavoriten angetretenen Cubs stehen nach der zweiten Heimpleite vor dem Playoff-Aus. Auch die White Sox verlieren.

Von Martin Hoffmann

München - "Lovable Losers" - liebenswerte Verlierer - ist das Etikett, das die Chicago Cubs in diesem Jahr endlich loswerden wollten.

Daraus dürfte nichts mehr werden: Das beste Team der National League hat auch sein zweites Heimspiel in der Division Series verloren. 3:10 hieß es am Donnerstagabend gegen die Los Angeles Dodgers, die in der Best-of-Five-Serie damit 2:0 in Führung gingen.

Und auch beim anderen Team aus Chicago gab es hängende Köpfe: Die White Sox verloren ihr erstes Spiel in der American League Divisional Series gegen den Playoff-Debütanten Tampa Bay Rays mit 4:6.

Im dritten Donnerstagsspiel gewannen die Philadelphia Phillies gegen die Milwaukee Brewers mit 5:2 und stehen mit einer 2:0-Führung vor dem Einzug ins Finale der National League.

"Liebenswert? Nein, nur Verlierer!"

Den Cubs dagegen, die seit 100 Jahren auf einen Meistertitel warten, kann nur noch ein Baseball-Wunder davor bewahren, im 101. Jahr weiter warten zu müssen.

Schon jetzt hagelt es Spott für die Unglücksraben vom Wrigley Field: "Liebenswerte Verlierer? Nein, nur Verlierer", ätzt "ESPN".

Und auch den eigenen Fans waren die Verlierer am Donnerstag keine Liebe mehr wert: Schon ab dem dritten Inning - als die Cubs schon 0:5 zurücklagen - gab es hörbare Buhrufe. Viele Zuschauer verließen das Stadion vorzeitig.

Piniella in Erklärungsnot

Cubs-Trainer Lou Piniella geriet nach der Pleite in Erklärungsnot. "Das war kein guter Baseball. In den vergangenen beiden Tagen haben wir die schlechtesten beiden Spiele des ganzen Jahres hingelegt", ärgerte sich der Coach: "Das machte keinen Spaß beim Zusehen, das versichere ich Ihnen."

Besonders seine Defensive sah gegen die Dodgers ganz schlecht aus: Jeder der vier Cubs-Infielder leistete sich einen Error.

Piniellas Gegenüber Joe Torre konnte den Sieg seines Teams dagegen leicht erklären: "Wir spielen im Moment einfach mit sehr viel Selbstbewusstsein."

Beängstigende Statistik

Das dürfte den Cubs jetzt spätestens beim Blick in die Statistiken abhanden kommen: Denn von 23 Teams, die mit zwei Heimniederlagen in die Playoffs gestartet sind, hat nur eines am Ende die Serie noch gewinnen können.

Es waren die New York Yankees im Jahr 2001 gegen Oakland. Ihr Trainer damals: Joe Torre.

Der wird den Cubs vor dem nächsten Aufeinandertreffen in der Nacht zum Sonntag (ab 0.30 Uhr LIVESCORES) aber kaum Tipps geben, wie er das damals geschafft hat.

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