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J.D. Drew spielt seit 2007 für die Boston Red Sox in der MLB © getty

Titelverteidiger Boston Red Sox dreht einen 0:7-Rückstand und verkürzt somit im Rennen um den Einzug in die World Series.

Von Felix Götz

München - Die Boston Red Sox haben nach einer verrückten Partie ihren Kopf in letzter Sekunde noch einmal aus der Schlinge gezogen.

In Spiel fünf der "Best-of-Seven"-Serie drehte der Titelverteidiger eine schon verloren geglaubte Partie gegen die Tampa Bay Rays sensationell in einen 8:7-Sieg um.

Mit der größten Aufholjagd in der MLB seit 79 Jahren verkürzte Boston somit auf 2:3.

Und das obwohl Tampa Bay nach dem sechsten Inning bereits mit 7:0 in Führung lag und nicht einmal die optimistischsten Boston-Fans noch an die Wende glaubten.

Balfour zeigt Schwächen

"In den ersten sechs Innings haben wir nichts hinbekommen. Sie hatten es sehr einfach mit uns", sagte Boston-Coach Terry Francona.

Aber der Titelverteidiger resignierte nicht, sondern spielte seine ganze Routine aus und verkürzte im siebten Inning auf 4:7.

Ausgerechnet Tampa Bays Australier Grant Balfour, der mit seinem harten Wurf bislang in dieser Saison überzeugte, ließ einen RBI von Dustin Pedroia und einen Three-Run-Homerun durch David Ortiz zu.

Großer Auftritt von Drew

"Wir hatten sie sechs Innings im Griff. Aber wir spielen hier neun. Wir müssen das jetzt schnell vergessen. Sie haben uns gezeigt, warum sie hier sind. Sie standen mit dem Rücken zur Wand und haben trotzdem nicht aufgegeben", sagte der enttäuschte Rays-Pitcher J.P. Howell.

Im neunten Inning kam dann der große Auftritt von J.D. Drew: Dem 32-Jährigen gelang mit einem Walk-off-RBI-Ground-Rule-Double die Entscheidung. Boston stellte damit den Spielverlauf völlig auf den Kopf.

Keine Vorwürfe an das Team

Unter Trainer Francona hat Boston bisher in den ALCS noch kein Spiel verloren, wenn sie vor dem Ausscheiden standen. Trotzdem war diese Partie etwas ganz besonderes.

"Ich glaube es wird Zeiten geben, in denen uns die Erinnerung an dieses Spiel die schlechte Laune vertreiben wird", sagte Francona nach der Partie.

Der Tampa Bay Head Coach Joe Maddon machte seiner Mannschaft trotz des vergeigten Vorsprungs keine Vorwürfe.

"Ich glaube wir haben großartig gespielt. Aber die Sox kamen zurück und haben uns geschlagen. Das passiert manchmal. Wir kommen auch wieder zurück. Es ist noch eine Partie zu spielen", wollte Maddon von einem vielleicht vorentscheidenden psychologischen Knacks nichts wissen.

Shields für Kazmir

Weil Scott Kazmir in der fünften Partie den Vorzug erhielt, wird in Spiel sechs am Samstag wieder James Shields auf dem Platz stehen.

Dann soll mit einem Sieg die bittere Enttäuschung weggewischt werden und der erste Einzug in die World Series gefeiert werden. Dort warten die Philadelphia Phillies bereits, die sich gegen die Los Angeles Dodgers durchgesetzt haben.

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