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Geschafft: Relief Pitscher Brad Lidge und Catcher Carlos Ruiz jubeln © getty

Das lange Warten hat sich für die Phillies gelohnt: Ihr Ablöse-Werfer bleibt am Ende des Spiels 5 der World Series perfekt.

Von Michael Spandern

München - Das Team der (mehr als) 10.000 Niederlagen hat Philadelphia den ersten großen Titel nach 25 Jahren beschert.

Die Philadelphia Phillies gewannen das fünfte Spiel 5 der World Series, dessen verbliebene Innings witterungsbedingt zweimal verschoben worden waren, mit 4:3 gegen die Tampa Bay Rays und sich erstmals seit 1980 wieder Champion der MLB.

Die Phillies um den zum MVP der Finalspiele gewählten Starting Pitcher Cole Hamels, der in den Playoffs ungeschlagen blieb, entschieden all ihre drei Heimspiele für sich.

Ausgedehnte Zeremonien

"Es war eine lange Zeit des Wartens, aber sie war es wert", meinte sein 45-jährigen Teamkollege Jamie Moyer, bevor im Citizens Bank Park alle Dämme brachen.

Die Zeremonien dauerten länger als die Fortsetzung des Spiels, das beim Stande von 2:2 im zweiten Teil des sechsten Innings wieder aufgenommen wurde.

Jayson Werths Schlag nutzte Geoff Penkins zum 3:2 für die Gastgeber, Rocco Baldelli glich im siebten Abschnitt per Single-Homeran aus. Noch im selben Abschnitt landete der dominikanische Third Baseman Pedro Feliz den entscheidenden Single, und Eric Bruntlett punktete.

"Dann traf mich die Wucht"

Danach ließ der Relief Pitcher Brad Lidge zum 48. Mal in dieser Saison keine gegnerischen Punkte in der Schlussphase mehr zu.

Als er mit einem Strike-Out gegen Eric Hinske den Titel unter Dach und Fach gebracht hatte, sank er zu Boden. "Zunächst konnte ich es nicht fassen. Doch dann traf mich die Wucht dessen, was passiert war", beschrieb der 31-Jährige den Moment.

"Das ist der Wahnsinn. Mit uns hatte niemand gerechnet", sagte der Pitcher, nachdem er sich aus dem Menschenknäuel auf dem Wurfhügel befreit hatte.

Einschaltquoten im Keller

Eine späte Genugtuung für Philadelpia. In keiner US-Metropole waren Profiteams in den vier großen Sportarten Baseball, Football, Basketball und Eishockey erfolgloser, zuletzt konnten die Korbjäger der 76ers 1983 einen Meistertitel erringen.

Doch außerhalb der Stadt der brüderlichen Liebe nahm von Ende der Durststrecke kaum jemand Notiz: Nach der von Wetterkapriolen bestimmten Serie verfolgten am Ende nur noch acht Prozent der Amerikaner ihren Nationalsport am Fernsehen.

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