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Buster Posey (l.) und Andres Torres feiern den Triumph in der Kabine © getty

Nach einer 56-jährigen Durststrecke gewinnen die Giants zum sechsten Mal die World Series. Matchwinner Renteria hält Wort.

München/San Francisco - Die San Francisco Giants waren nur Außenseiter - und doch kam ihr Triumph in der World Series mit Ansage 306988(DIASHOW: World-Series-Party mit Ausartungen).

"Edgar Renteria hat mir vor dem Spiel versprochen, dass er den Ball aus dem Stadion schlagen wird", meinte Giants-Outfielder Andres Torres nach dem 3:1 gegen die Texas Rangers.

Sein Teamkollege hielt Wort. Im siebten Inning marschierte Renteria zum Schlagmal, traf die Kugel mit voller Wucht. Sein Homerun brachte drei Punkte ein. Das reichte. Mit 4:1 Siegen entschied San Francisco die Serie für sich.

Erstmals seit 56 Jahren - damals war das Team noch in New York beheimatet - machten die Giants ihrem Namen alle Ehre.

Renteria wird MVP

Sie sind die Giganten der MLB. "Eigentlich habe ich bei der Ankündigung des Homeruns nur herumgealbert", meinte Renteria. Doch aus Spaß wurde ernst.

Der Matchwinner, der zu Beginn der Playoffs nur auf der Bank saß, wurde anschließend sogar zum "wertvollsten Spieler" (MVP) der Finalserie gekürt.

Die Verletzungen, die ihn während der Saison über das Karriereende nachdenken ließen, waren vergessen.

Erneut der Matchwinner

"So ist das Leben. Auch in der schwierigen Zeit habe ich weiter hart gearbeitet und bin geduldig geblieben", meinte Renteria, der schon 1997 eine World Series für sein damaliges Team entschieden hatte.

Im Trikot der Florida Marlins ermöglichte der Shortstop im siebten Spiel gegen die Cleveland Indians mit einem Treffer den entscheidenden Punkt. "Jetzt erlebe ich diese ganzen Emotionen noch einmal", sagte der 35-jährige Kolumbianer: "Das fühlt sich einfach unglaublich an."

"Wir haben die Geister vertrieben"

In der Giants-Kabine stieg indes der Pegel. Eine Champagnerdusche nach der anderen verwandelte den Boden in eine Seenplatte aus Prickelwasser.

Die vor der Umkleide verteilten Regenmäntel fanden kaum einen Abnehmer. Zu groß war die Freude, endlich den ersten Titel nach San Francisco geholt zu haben.

"Wir haben die Geister vertrieben", gröhlte J.T. Snow, der mit den Giants in der World Series 2002 gegen die Anaheim Angels verloren hatte und heute zum Trainerstab des Teams gehört.

Sieg als Widmung

Pitcher Brian Wilson widmete den Triumph den lebenden Legenden des Teams, die in ihrer aktiven Laufbahn stets leer ausgegangen waren:

"Willie Mays, Willie McCovey und all die anderen - dieser Titel ist für euch. Wir mussten für diese Jungs gewinnen. Sie sind während der Saison immer wieder in unsere Kabine gekommen und haben uns unterstützt."

"Qualität der Pitcher hat den Unterschied gemacht"

Die Hilfe verfehlte ihre Wirkung nicht. Die Rangers hatten in der Endspielserie kaum eine Chance.

Immer wieder entzauberten die jungen Giants-Werfer die ligaweit gefürchtete Texas-Offensive, die im Halbfinale noch Titelverteidiger New York Yankees ausgeschaltet hatte.

"Die Qualität der Pitcher hat den Unterschied gemacht", meinte Rangers-Manager Ron Washington, nach der ersten World-Series-Teilnahme seines Teams überhaupt:

"Sie haben uns ordentlich auseinandergenommen. Aber wir werden in der kommenden Saison wiederkommen. Die Erwartungshaltung in Texas ist jetzt eine andere."

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