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Adrian Gonzalez (r.) wechselte aus seiner Geburtsstadt San Diego nach Boston © getty

Zum Saisonstart scheinen die Rollen in der MLB klar verteilt. Boston sticht die Yankees aus. Die Mets kündigen Überraschungen an.

Von Rainer Nachtwey

München/New York - Kai Gronauer durfte dran schnuppern: An den Big Leagues, einmal mit den großen Jungs spielen.

Mit Jose Reyes zum Beispiel, dem Star-Shortstop der New York Mets.

Gronauer steht kurz davor, das zu schaffen, von dem Jungs, die Baseball spielen, als das große Ziel sehen:

Einmal in der Major League Baseball ans Schlagmal gehen, oder als Pitcher den Mound zu besteigen. (DATENCENTER: Der Spielplan)

Bessere Aussichten für Gronauer

Noch reicht es für den 24 Jahre alten Solinger nicht, um beim Saisonstart (ab 19 Uhr LIVESCORES) im Konzert der Großen mitzumischen. Nach dem Spring-Training und einem Two-Run-Homerun im Vorbereitungsspiel gegen die Seattle Mariners ging es für ihn zurück ins Minor-League-Camp.

Doch die Aussichten, dass der Catcher diese Saison als erster Deutscher ein MLB-Spiel bestreitet, sind weit höher als die Titelchancen der Mets.

Collins glaubt an sein Team

In ihrer Division, der National League East, wird der New Yorker Klub aus dem Stadtteil Queens hinter den Philadelphia Phillies und Atlanta Braves maximal um Platz drei kämpfen. Platz drei reicht nicht für die Playoffs.

"Wir wollen nicht einfach nur den Spielplan ausfüllen", gibt sich der neue Cheftrainer Terry Collins dennoch optimistisch. "Manchmal musst du daran glauben, was du siehst. Und ich sehe eine talentierte Mannschaft, die absolut in der Lage ist, zu überraschen."

Überlegene Phillies

Eine gewagte Prognose. Denn zu überlegen erscheinen 2008-Champ Philly um seine Pitching-Rotation Roy Halladay, Cliff Lee, Cole Hamels, Roy Oswalt und Joe Blanton und die Braves. So sind die einstimmigen Meinungen der Experten.

In der National League können es neben Titelverteidiger San Francisco wohl nur Atlanta und Milwaukee mit Philadelphias Werfer-Kombo aufnehmen.

Vetrauen in die Jugend

Champion Giants hat etwas geschafft, was den meisten Teams nach einem Titelgewinn selten gelingt: den Kader mehr oder minder zusammenzuhalten. 306988(DIASHOW: World-Series-Party mit Ausartungen)

Vor allem in die Nachwuchshoffnungen Pitcher Madison Bumgarner und Catcher Buster Posey, die sich letzte Saison als Rookies zu einer festen Größe im Team der Giants etabliert hatten, hat Cheftrainer Bruce Bochy großes Vertrauen.

B verzücken Fans

Und einen neuen Giganten scheint der Cheftrainer bereits ausgemacht zu haben: Brandon Belt.

First Baseman Belt steht beim Saisonauftakt im 25-Mann-Kader. "Davon habe ich mein ganzes Leben lang geträumt. Jetzt ist es wahr geworden", sagt der 22 Jahre alte Infielder.

Von der ersten Titelverteidigung eines National League Teams seit 35 Jahren träumen auch die Fans, dank der B, Buster und Beller.

Boston rüstet auf

Allerdings scheint die Erfüllung des Traumes nicht realistisch zu sein, glaubt man den amerikanischen Journalisten. Bei Umfragen unter den Experten werden hauptsächlich zwei Teams genannt: Aus der American League die Boston Red Sox und eben Philadelphia in der NL.

Den Red Sox ist es damit gelungen, Erzrivale New York Yankees, vor jeder Saison als der Meisterschaftstipp gehandelt, in den Hintergrund zu drängen. Das hat vor allem mit den Verpflichtungen von Carl Crawford und Adrian Gonzalez zu tun.

Zwei Power-Hitter wie sie sich jeder Klub wünscht.

Zu der bereits vorhandenen starken Offensive und Werfer-Rotation ideale Ergänzungen, um den großen Wurf zu landen.

Phillies statt Yankees

Die Yankees hingegen mussten sich mit zwei Vertragsverlängerungen für ihren Captain Derek Jeter und Closer-Oldie Mariano Rivera begnügen. Der umworbene Star-Pitcher Cliff Lee verzichtete auf einen höheren Scheck und zog Philadelphia den "Bronx Bombers" vor.

Dennoch muss man die Yankees als teuerstes Team der Liga wieder zu den Favoriten zählen. In der starken AL East kämpfen die New Yorker mit den Tampa Bay Rays wohl um den zweiten Platz und damit die Wild-Card.

Texas einsam an der Spitze

Ein ganz anderes Bild geben die beiden anderen Divisionen Central und West ab. Im Westen scheint der erste Rang für die Texas Rangers reserviert zu sein, in der AL Central für die Minnesota Twins.

Der Vizemeister aus Arlington stellt mit Josh Hamilton den amtierenden MVP der American League. Selbst den Verlust von Pitcher Lee dürften die Texaner problemlos verkraften.

In Minnesota warten die Fans schon gespannt auf die Rückkehr von Fanliebling Justin Morneau. Der First Baseman scheint nach einer Gehirnerschütterung und damit verbundenen Sehbeeinträchtigungen wieder fit zu sein.

Loser bleiben Loser

Während die Fangruppen in Minneapolis voller Vorfreude sind, dürfte die Leidenszeit der Anhänger der Chicago Cubs und Pittsburgh Pirates weiter anhalten.

Die Anzahl der Cubs-Fans, die den letzten Titelgewinn 1908 noch erlebten, dürfte die Anzahl der Finger einer Hand kaum überschreiten.

Und in Pittsburgh können sich die Zuschauer auf eine weitere Saison mit negativer Bilanz "freuen". Die 19. in Serie - eine Bestmarke im amerikanischen Sport.

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