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Mark Teixeira wechselte während der letzten Saison von den Atlanta Braves nach L.A. © getty

Wirtschaftskrise? Nicht in New York bei den Yankees. Der MLB-Rekordchampion sorgt mit Rekordinvestitionen weiterhin für Schlagzeilen.

Von Rainer Nachtwey

München/New York - Die Weltwirtschaftskrise macht auch nicht vor dem US-Sport halt.

In der NBA sprach Commissioner David Stern davon, dass man den Gürtel enger schnallen müsse und in den Stadien und Hallen herrschte zuletzt ein Rückgang der Zuschauerzahlen: Das Land spart.

Nur bei einem Klub scheint dies noch nicht angekommen zu sein, den New York Yankees.

Der Rekordchampion sorgte bereits zu Beginn der Free-Agent-Phase für Schlagzeilen, als er die Pitcher C.C. Sabathia und A.J. Burnett für satte 161 bzw. 82,5 Millionen Dollar in den "Big Apple" lockte.

Wenn die Yankees wirklich wollen...

Nun setzten die Yankees, die in der vergangenen Saison erstmals seit 14 Jahren die Playoffs verpassten, ihre Einkaufstour fort.

Für 180 Millionen Dollar über die nächsten acht Jahre verpflichteten die "Bronx Bombers" First Baseman Mark Teixeira. Damit überboten die Yankees ein Angebot des Dauerrivalen Boston Red Sox, der 168 Millionen für die Dienste des Free Agents geboten hatte.

"Die Yankees haben Ressourcen wie kein anderer Klub", sagte Tony Reagins, General Manager der Los Angeles Angels, Texeiras letztem Arbeitgeber. "Wenn sie gewillt sind, Geld auszugeben und einen Free Agent haben wollen, dann bekommen sie ihn auch."

Das teuerste Quartett der Liga

Trotz der Rekordausgaben von 423,5 Millionen Dollar für die drei Spieler scheinen die Ausgaben für Spielergehälter in der Saison 2009 wieder unter die 200-Millionen-Dollar-Grenze zu sinken.

Denn mit den Abschieden von Jason Giambi, die Option auf eine Vertragsverlängerung über ein Jahr zu 23,4 Millionen Dollar wurde nicht gezogen, und Bobby Abreu sowie den Rücktritten von Carl Pavano und Mike Mussina spart der Klub 88,5 Millionen Dollar ein.

Dennoch werden die vier bestbezahlten MLB-Spieler in der Saison 2009 wieder von den Yankees gestellt. Teixeiras neue Mitspieler Alex Rodriguez (275 Millionen Dollar über zehn Jahre), Sabathia und Derek Jeter (189 Millionen über zehn Jahre) komplettieren das Quartett.

Luxussteuer keine Abschreckung

Und durch den Geldfluss der Yankees auf dem Free-Agent-Markt herrscht in der MLB eine Missstimmung. Denn die Luxus-Steuer, die die Klubs beim Überschreiten der festgelegten Grenze für Spielergehälter zahlen müssen, scheint keine Abschreckung für den New Yorker Klub zu sein.

Denn ausgerechnet einen Tag, nachdem Commissioner Bud Selig eine Strafe von 26,9 Millionen Dollar für die Saison 2008 gegen die Yankees verhängt hatte, gaben sie den Deal mit Teixeira bekannt.

Salary Cap ist die einzige Hilfe

Milwaukees Besitzer Mark Attanasio tobte bei "Bloomberg News": "Mit den Summen, die die Yankees ausgeben, kann kein Klub mithalten", sagte der Brewers-Besitzer, der ebenfalls um Pitcher Sabathia mitfeilschte. "Das Einzige, was helfen könnte, wäre ein Salary Cap."

Allerdings scheint sich Attanasio auf den Wettbewerb auf dem Free-Agent-Markt bezogen zu haben, denn in den vergangenen Jahren blieben die Yankees trotz Rekordausgaben hinter den Erwartungen zurück.

Einen Titelgewinn feierten sie zuletzt 2000 und in der vergangenen Saison mussten sie sich in der American League East sogar dem zweitbilligsten Team, den Tampa Bay Rays, geschlagen geben.

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