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San Francisco feierte gegen Detroit den siebten Gewinn der World Series © getty

Die San Fransico Giants holen ihren siebten Titel, nachdem sie mehrmals vor dem Aus standen. MVP Sandoval machts wie Babe Ruth.

Detroit/Frankfurt - Die Gäste-Kabine im Comerica Park in Detroit musste einiges aushalten.

Alle Spieler, Trainer und Betreuer der San Francisco Giants quetschten sich zusammen, jeder wollte in der zum Bersten gefüllten Halle im Champagner-Regen eine Hand an die Meister-Trophäe bekommen.

Durch den 4:3-Erfolg gegen die Detroit Tigers sicherte sich das Team aus Kalifornien bereits im vierten Spiel der World Series der MLB den Meistertitel.

Dabei hatten die Giants im Verlauf der Play-offs mehrfach vor dem Aus gestanden.

"Immer mit dem Rücken zur Wand gestanden"

"Wie wir diese Meisterschaft geholt haben, macht es so besonders. Wir standen immer mit dem Rücken zur Wand. Ich habe zu meinen Mannschaftskollegen gesagt: 'Das will ich nicht mehr!'", sagte Marcos Scutaro, der mit seinem Hit im zehnten Inning für die Entscheidung gesorgt hatte.

In den vorangehenden Playoff-Runden hatte die Mannschaft von Manager Bruce Bochy gegen Cincinnati und St. Louis bereits deutlich in Rückstand gelegen, die Serien aber immer noch zu ihren Gunsten drehen können.

Sweep im Finale

In den Finalspielen benötigten die "Comeback-Kids" aus San Francisco dann sogar nur vier Spiele, um die "Best-of-seven"-Serie für sich zu entscheiden.

Der "Sweep", also der Gewinn einer Serie ohne Niederlage, als Sahnehäubchen auf die nicht mehr für möglich gehaltene siebte Meisterschaft der Vereinsgeschichte nach 1905, 1921, 1922, 1933, 1954 sowie 2010.

Zuletzt war dieses Kunststück den Boston Red Sox 2007 gelungen. Dabei waren die Giants nach ihrer unbeständigen Saison nicht als Favorit in die World Series gegangen.

"Das Jahr durchgebissen"

"Heute mussten wir richtig kämpfen. Aber besser hätte die Saison nicht enden können. Wir haben uns das ganze Jahr lang durchgebissen", sagte Buster Posey, der einen Two-Run-Homerun zum Sieg beigesteuert hatte.

Der Catcher hatte als einziger Giants-Profi bereits beim letzten Titelgewinn 2010 in der Startformationen gestanden. Für Pitcher Barry Zito war der Gewinn des Titels hingegen "surreal".

"Es ist einfach unglaublich. Niemand hat mehr auf uns gesetzt."

"MVPanda" Sandoval wie Babe Ruth

Third-Baseman Pablo Sandoval sicherte sich zudem als erster Venezolaner die Auszeichnung MVP der Finalserie, die in Anlehnung an seinen Spitznamen "Kung-Fu-Panda" von der amerikanischen Presse in "MVPanda" umbenannt wurde.

"Ich kann es immer noch nicht glauben. Das ist wie ein Traum, aus dem man nicht mehr aufwachen will", jubelte Sandoval.

Im ersten Spiel der World Series war dem 26-Jährigen als erst viertem Spieler der MLB-Geschichte das Kunststück gelungen, drei Homeruns in einem Spiel der Finalserie zu schlagen. Vor ihm schafften dies nur Baseball-Legende Babe Ruth, Reggie Jackson und Albert Pujols.

Enttäuschung bei der Tigers

Enttäuschung herrschte hingegen bei den Tigers, die ihren fünften Titelgewinn verpassten.

Es wäre der erste seit 1984 gewesen. "Dafür gibt es keine Ausreden. Ein Sweep lässt das auch gar nicht zu. Wir fanden nie zu unserem Spiel", sagte Detroit-Manager Jim Leyland.

Trotzdem musste er zugeben: "Hätte uns jemand vor der Saison gesagt, wir würden im Finale stehen, hätte ich ihm gesagt: 'Das wäre eine sehr erfolgreiche Saison.'"