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Bei den Chicago Bulls sorgen männliche Cheerleader seit 2004 für Unterhaltung © getty

Florida geht im Kampf gegen sinkende Zuschauerzahlen einen eigenartigen Weg. Männliche 250-Pfund-Cheerleader sorgen für Unterhaltung.

Miami - Wenn in Florida nichts mehr geht, müssen die "Seekühe" ran.

Weil das Baseballteam der Florida Marlins seit Jahren seine Fans vergrault und in der Zuschauertabelle in den Niederungen rangiert, greift der Klub in diesem Sommer zum letzten Strohhalm. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Mit der Verpflichtung eines männlichen Cheerleader-Teams soll die Misere beendet werden.

Einzige Voraussetzung für die Bewerber: ein Mindestgewicht von 250 Pfund.

100 Interessenten beim Probetraining

Eigentlich sind sie Lehrer, Klemptner und Börsenmakler. Doch wenn die Marlins Anfang April in die neue Saison starten, verwandeln sich zehn übergewichtige Wonneproppen in die wohl exotischste Tanzgruppe Amerikas.

Mehr als 100 Interessenten fanden sich in der vergangenen Woche im Hauptquartier des Vereins zum "Probetraining" ein, bei dem nach Lage der Dinge auch schon mal ein nahe von Miami angesiedelter Seismograph Erdbeben-Alarm ausgelöst haben dürfte.

Am Ende hatten die Marlins zumindest ihr erstes Ziel erreicht. Über ein Dutzend Fernsehstationen waren anwesend und berichteten landesweit über die erste männliche Cheerleader-Truppe der MLB.

Hüpfende Fettwänste in Dallas

Ganz neu ist die Idee der maskulinen Tänzer allerdings nicht. Die Dallas Mavericks unterhalten ihre Fans bereits seit 2003 mit hüpfenden Fettwänsten ("Maniaccs"), die Chicago Bulls zogen ein Jahr später mit den "Matadors" nach. 69660(DIASHOW: Keine Augenweide, aber sehenswert)

In Miami werden die "Manatees" zunächst nur freitags und samstags ihre Astralkörper zur Schau stellen. An den anderen Tagen gibt man sich in Florida eher traditionell.

Die Original-Cheerleader, die Florida Mermaids, animieren schon seit Jahren am Spielfeldrand - allerdings angesichts einer Durchschnittskulisse von zuletzt nur noch 17.000 Zuschauern mit mäßigem Erfolg.

Hamburger mit Pommes

Finanzielle Gründe sind es übrigens nicht, die die Herren der Schöpfung an den Spielfeldrand treiben.

Ganze 40 Dollar werden am Abend für den Auftritt gezahlt, einen Gratis-Parkplatz und Gutscheine für Speisen und Getränke gibt es dazu.

Anders als bei ihren Kolleginnen spielt die richtige Ernährung für die Seekühe keine Rolle.

Im Gegenteil: Die Marlins servieren ihren neuen Shooting Stars Hamburger und Pommes. Wer unter die 250 Pfund-Grenze fällt, läuft schließlich Gefahr, aus dem Team geworfen zu werden.

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