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Alex Rodriguez spielt seit 2004 bei den New York Yankees © getty

Alex Rodriguez' Aussage, in der Dom. Republik legal an Dopingmittel gekommen zu sein, wird von offizieller Seite widersprochen.

New York - Im Dopings-Skandal um Alex Rodriguez hat sich der Baseball-Star der New York Yankees anscheinend in eine Falschaussage verstrickt.

Rodriguez gab zu, sich das Mittel Primobolan zwischen 2001 und 2003 gespritzt zu haben, erklärte aber, "Boli" in der Dominikanischen Republik legal erworben zu haben.

Dr. Pia Veras, die den Verkauf von Medikamenten dort überwacht, widersprach dieser Aussage.

Zu dem Zeitpunkt wäre Primobolan in der Dominikanischen Republik nie legal zu kaufen gewesen.ad

Suspendierung steht im Raum

Welche Auswirkungen A-Rods Aussage hat, bleibt abzuwarten.

Geht es nach Baseball-Commissioner Bud Selig, wandelt Rodriguez auf den Spuren von Marion Jones. In einer erstaunlichen Wende seiner bisher betont zurückhaltenden Gangart spekulierte der Chef der MLB im Gespräch mit der Tageszeitung "USA Today" über eine mögliche Suspendierung des derzeit größten Stars seiner Liga.

"Was derzeit passiert, tut mir in der Seele weh. Meiner Ansicht nach hat er gegen die Regeln verstoßen. Ich werde mir die Sachlage ansehen und mit ein paar Gedanken machen", sagte Selig.

Selig bislang zurückhaltend

Nicht einmal zwei Jahre sind vergangen, seit Selig in San Francisco mit versteinerter Miene verfolgte, wie der ebenfalls unter Dopingverdacht stehende Barry Bonds die als Jahrhundertrekord geltende Homerun-Bestmarke von Hank Aaron (755) egalisierte.

Trotz des überwältigenden Rufs der Baseballfans nach Nichtanerkennung des Rekordes tat Selig damals das, was ihm Kritiker seit Jahren in der schwelenden Doping-Diskussion vorwarfen: nichts.

Spieler-Gewerkschaft gegen eine Sperre

Umso überraschender kam der jetzige Vorstoß, zumal Rodriguez bei seinem zugegebenen Doping in den Jahren 2001-2003 nicht gegen die erst 2004 eingeführten Richtlinien der MLB verstoßen hatte.

"Mich würde überraschen, wenn Selig an eine Suspendierung rangeht", sagte Gewerkschafts-Boss Donald Fehr. Selig führt dagegen ein Memo von 1997 als Beweisstück an, mit dem er die Spieler darüber informiert hatte, dass der Besitz von Anabolika ohne ärztliche Verschreibung gegen die Statuten der Liga verstößt.

A-Rod will nicht freiwillig pausieren

Während Rechtsexperten einem möglichen Vorstoß Seligs kaum Chancen auf Erfolg geben, hofft die in den letzten Tagen stark angewachsene Fraktion der Rodriguez-Gegner auf eine Reaktion des Angeklagten.

Demnach könnte "A-Rod" freiwillig einer Suspendierung zwischen vier Wochen und drei Monaten zustimmen und mit diesem positiven Signal einige seiner Sponsoren zurückgewinnen, die sich nach Lage der Dinge von dem 275 Millionen-Dollar-Mann abwenden wollen.

Daran scheint Rodriguez allerdings nicht einmal im Traum zu denken. "Es ist immer hart, Fehler zuzugeben, aber ich habe das jetzt getan und hoffe deshalb, dass mich die Leute für das beurteilen, was ich bin, und nicht dafür, was ich als junger Bengel einmal war", sagte der 33-Jährige.

Rekordbücher sollen umgeschrieben werden

Selig träumt derweil von einem weiteren Coup. Wird Bonds bei dem am 2. März beginnenden Meineid-Prozess - der ehemalige Outfielder der San Francisco Giants hatte vor einem Untersuchungsausschuss jegliches Doping bestritten - schuldig gesprochen, sieht Selig die Liga als berechtigt an, die Rekordbücher umzuschreiben.

Derzeit stehen zwei Varianten im Raum. Entweder wird der Name Bonds vollständig aus den Statistiken gestrichen oder dessen Bestmarke wird mit einem Sternchen und einem Hinweis auf Dopingvergehen versehen.

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