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Donald Lutz beginnt erst im Alter von 16 Jahren mit dem Baseball © getty

Donald Lutz hat in Regensburg einen Kurzauftritt und spricht über seine Leiden. Gronauer und Thieben spielen einen Titel aus.

Von Matthias Ondracek

München - Am 29. April dieses Jahres hat Donald Lutz Geschichte geschrieben.

Der frühere Regensburger Internatsschüler feierte als erster Deutscher überhaupt sein Debüt in der Major League Baseball (MLB).

Insgesamt 34 Spiele durfte der 24-Jährige für die Cincinnati Reds in der besten Baseball-Liga der Welt absolvieren. Danach ging es für den Jungstar zurück zum Reds-Farmteam nach Pensacola, um weitere Spielpraxis zu sammeln.

Lutz trifft Regensburger Freunde

Am Samstag kehrte der ehemalige Spieler der Buchbinder Legionäre Regensburg erstmals seit seiner historischen Errungenschaft an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Der "braune Hulk" eröffnete die Halbfinal-Partie seines Ex-Teams mit dem traditionellen First Pitch.

"Die letzten Wochen waren nicht leicht für mich. Umso mehr freut es mich, hier in Regensburg bei meinen Freunden zu sein", erklärte Lutz gegenüber SPORT1.

Venezuela als Ziel

Der US-Profi wird noch ein paar Wochen bei seiner Familie im hessischen Friedberg weilen, ehe er sich einer professionellen Winter-Liga anschließen wird.

"Ich will versuchen, in Venezuela zu spielen. Die Liga dort ist sehr gut und so kann ich weiter Spielpraxis sammeln", verrät Lutz.

Nach seinem Gastspiel in der MLB hatte Reds-Trainer Dusty Baker "Big Lutz" Ende Juni mit einer To-Do-Liste in die Double-A-Nachwuchsliga zurückbeordert.

"Er wird zurückkommen, wenn er die Sachen, die er gelernt hat, umsetzt", erklärte der Coach.

Fingerbruch wirft Lutz zurück

Für Lutz lief die zweite Saisonhälfte allerdings nicht optimal. Ein Fingerbruch warf das Ausnahmetalent zurück.

Lediglich in 44 von 69 Partien konnte der Deutsche auflaufen.

"Zunächst habe ich versucht, mit dem Finger zu spielen. Das hat mich schon sehr behindert. Dann habe ich den Ball nochmal abbekommen und ich konnte gar nichts mehr machen", beschreibt Lutz.

Home Run am Muttertag

Spätestens die neuerliche Verletzung machte die Chance zunichte, bereits in 2013 erneut den Sprung nach ganz oben zu schaffen.

In insgesamt 65 Begegnungen für die Pensacola Blue Wahoos brachte es Lutz auf einen Schlagdurchschnitt von .245 und erzielte dabei sieben Home Runs.

In 34 MLB-Spielen schaffte der Deutsche einen Schnitt von. 241 und beförderte sich mit einem Home Run am Muttertag in aller Munde.

Der Outfielder wird sich nun aber vorerst bis nächstes Jahr gedulden müssen, ehe er einen neuen Anlauf starten kann.

Treffen mit Thieben

In Regensburg traf Lutz auch auf seinen Minor-League-Kollegen Daniel Thieben.

Der Pitcher in Diensten der Seattle Mariners hat seine Saison in den USA ebenfalls beendet und unterstützt die Buchbinder Legionäre im Kampf um die Deutsche Meisterschaft.

Für den 19-Jährigen lief die Saison sehr erfolgreich.

Thieben gewinnt mit Pulaski Mariners Meisterschaft

Mit den Pulaski Mariners feierte Thieben die Meisterschaft in der Rookie Appalachian League.

Thieben kam dabei in 18 Spielen und insgesamt 22 Innings zum Einsatz.

"Der Start verlief für mich sehr gut. Zwischendurch hatte ich eine kleines Tief, das ging aber auch wieder vorbei", resümierte der Werfer.

Gronauer erwartet Thiebens Regensburger

Auch Kai Gronauer kehrte in der vergangenen Woche nach Deutschland zurück und wird im Meisterschaftsfinale mit den Solingen Alligators auf Thiebens Regensburger treffen.

Der Catcher war vor dem MLB-Aufstieg von Lutz und ist aktuell wieder der am Höchsten spielende deutsche US-Profi.

Der 26-Jährige trägt seit dieser Saison das Trikot der Las Vegas 51s.

"Auf Abruf bereit, wenn sich einer verletzt"

Das Team aus Nevada spielt in der Triple-A-Liga, nur eine Klasse unter der MLB, in der Organisation der New York Mets.

"Ich bin der dritte Catcher im Team und stehe quasi auf Abruf bereit, wenn sich einer verletzen sollte", beschreibt Gronauer seine Situation.

Zum Zeitpunkt seiner Beförderung hatte es noch kein Deutscher in den USA so weit nach oben geschafft wie der Solinger.

"Ich war schon überrascht, als ich es erfahren habe", gesteht der Nationalspieler.

Gronauer glaubt an MLB-Chance

In 18 Partien für Las Vegas überzeugte Gronauer mit einem Schlagdurchschnitt von .250 und einem Home Run.

Trotz seiner Reservistenrolle glaubt der Deutsche weiter an seine MLB-Chance.

"Catcher werden immer gebraucht, mit ein wenig Glück und einer guten Saison kann alles passieren", sagt Gronauer gegenüber SPORT1.

Kepler mausert sich zum Leistungsträger

Einen großen Sprung machte in diesem Jahr auch der europäische Rekordspieler Max Kepler.

Der Jungstar stieg in der Organisation der Minnesota Twins in die Single-A-Liga auf und konnte nach einer Ellenbogenverletzung vollends überzeugen.

Bei den Cedar Rapids Kernels entwickelte sich der 20-Jährige zum Leistungsträger.

Mit neun Home Runs in 61 Partien empfahl sich der Deutsche, dessen Dienste sich die Twins vor vier Jahren 800.000 Dollar kosten ließen, für höhere Aufgaben.

Kepler wurde für seine guten Leistungen mit der Berufung in die renommierte Arizona Fall League belohnt, die im vergangenen Jahr auch für Lutz das Sprungbrett in die MLB war.

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