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Ekstatischer Jubel nach dem Sieg: John Salmons (l.) und Brad Miller © getty

In einem weiteren Overtime-Thriller punktet der Underdog und lässt Boston zittern. Einen Trumpf halten die Celtics noch.

Von Julian Ignatowitsch

München/Chicago - Ein weiterer Overtime-Thriller in der Serie zwischen den Boston Celtics und den Chicago Bulls - mal wieder mit dem besseren Ende für den Underdog.

Mit einem 128:127 nach drei Verlängerungen entschieden die Bulls die sechste Partie der "Best-of-Seven"-Serie für sich und zwingen den Titelverteidiger damit in ein entscheidendes siebtes Spiel. An Dramatik war die Begegnung kaum zu übertreffen.

"Was ein Spaß!", jubelte Bulls-Center Joakim Noah anschließend: "Für die Fans, für uns - das ist ein riesiges Spektakel. An diese Serie wird man sich lange erinnern."

Nervenstark und langer Atem

Einmal mehr zeigte sich das junge Team aus der "Windy City" nervenstark und hatte in einer spannenden Partie erneut den längeren Atem.

Bereits zum vierten Mal mussten die Teams eine Extraschicht einlegen. Dabei feierten die Bulls ihre drei Siege immer erst nach Verlängerung (DATENCENTER: Ergebnisse).

Überhaupt ist die Serie zwischen dem Meister und dessen Herausforderer extrem ausgeglichen: In fünf der sechs Spiele fiel die Entscheidung erst kurz vor Schluss, höchstens drei Punkte trennten die beiden Rivalen.

Überragender Allen hadert

"Es ist völlig verrückt, aber ich liebe es", sagte Rookie Derrick Rose, der 28 Punkte, acht Rebounds und sieben Assists erzielte. Bester Werfer der Bulls war John Salmons mit 35 Zählern.

Auf Seiten der Celtics verbuchte Ray Allen überragende 51 Zähler, traf neun Dreier und hielt sein Team mehrfach im Spiel. Letzlich tröstete ihn aber auch sein persönlicher Punkte-Rekord in den Playoffs nicht.

"Das ist ganz, ganz bitter", meinte Allen: "Was soll ich sagen? Es war nicht genug."

Hoffnung Heimvorteil

Immerhin hat der Meister im entscheidenden siebten Aufeinandertreffen den Heimvorteil auf seiner Seite.

Auffällig ist jedoch, dass in den engen Situationen bisher vor allem die junge Mannschaft der Bulls überzeugte. Der verletzungsbedingte Ausfall von Kevin Garnett scheint die Celtics doch härter zu treffen als erwartet.

"Es ist schon erstaunlich. Sie spielen mit soviel Selbstbewusstsein", räumte Celtics-Center Kendrick Perkins ein.

Noah mit der Vorentscheidung

So auch in Spiel sechs: Ein Steal von Joakim Noah eine Minute vor Ende der dritten Overtime brachte die Vorentscheidung. Noah dunkte für zwei Punkte, zog das Foul und versenkte auch noch den fälligen Freiwurf zum 126:123.

Als Rose wenig später einen Wurf von Rajon Rondo blockte (zur 94762DIASHOW), war der Ausgang der Partie schließlich besiegelt.

Ausgleich in der Serie. In der Nacht auf Sonntag steigt der Showdown in Boston. Die Mission Titelverteidigung könnte dann ein frühes Ende finden.

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