vergrößernverkleinern
Showdown der Gegensätze: Dirk Nowitzki (l.) und Carmelo Anthony © getty

Die Mavericks lassen sich von der Pose der Nuggets nicht beendrucken und blasen selbst zum Angriff im Showdown der Gegensätze.

Von Julian Ignatowitsch

München - Sie sehen nicht gerade wie die netten Kerle von nebenan aus und sind definitiv auch nicht der Typ Schwiegersohn, den sich eine fürsorgliche Mutter wünscht.

Ganz im Gegenteil: In der amerikanischen Presse immer mal wieder als "Nasty Nuggets" tituliert, ist die Mannschaft der Denver Nuggets vor allem für ihre unglaubliche Physis, grenzwertige Härte und ihre extrovertierten - von oben bis unten tätowierten - Spieler bekannt.

Sie heißen Carmelo Anthony, J.R. Smith, Kenyon Martin oder Chris "Birdzilla" Andersen.

Die Truppe der Dallas Mavericks wirkt neben diesen Jungs fast schon wie ein braver Schulgruppenchor.

Nowitzki und Co. unbeeindruckt

Doch Dirk Nowitzki und Co. wollen sich davon im Vorfeld der zweiten Runde der Playoffs (So., 21.15 Uhr LIVESCORES) nicht beeindrucken lassen. (SPIELBERICHT: 106:93! Mavericks im NBA-Viertelfinale)

Der deutsche Superstar blickt dem Aufeinandertreffen der beiden Teams mit Vorfreude entgegen.

"In dieser Serie wird es krachen", prognostiziert Nowitzki: "So sind die Playoffs. Du gerätst mit dem Gegner aneinander und wechselst unschöne Worte - sie haben Spieler, die das ganz besonders gerne tun. Aber das gehört dazu."

"Cool bleiben und dagegenhalten"

Nowitzki muss es wissen. Er kennt die guten und schlechten Seiten des Spiels, wie kaum ein anderer. Als einer der führenden Korbjäger der Liga wird er von seinen Gegenspielern besonders hart angegangen und ständig provoziert.

In den Playoffs noch mehr als sonst: Vergangenes Jahr verpasste ihm David West von den New Orleans Hornets eine Watschen, vor zwei Jahren stand ihm Stephen Jackson von den Golden State Warriors in einem fort auf den Füßen. Was soll also passieren?

"Du musst einfach cool bleiben und dagegenhalten", meint der Würzburger: "Es bringt nichts, wenn du jammerst."

Nowitzki gegen Martin

Seinen Gegenspieler Kenyon Martin beschreibt Nowitzki "als einen der härtesten Verteidiger auf meiner Position". "Ich werde nicht jedes Mal ein Foul bekommen", weiß er: "Aber ich bin bereit für einen harten Kampf."

Schon gegen die San Antonio Spurs, eines der besten Defensivteams der Liga, haben die Mavericks bewiesen, dass sie körperlich und mental topfit sind.

"Auch wenn Denver in Bezug auf die Athletik und Aggressivität noch mal ein anderes Kaliber ist, wissen wir, was zu tun ist", erklärt Trainer Rick Carlisle.

Hart, aber fair

Hart, aber fair lautet das Motto, leidenschaftlich, aber doch beherrscht.

Szenen wie die, als Carmelo Anthony am 16. Dezember 2006 beim Spiel gegen die New York Knicks mit einem Faustschlag eine Keilerei zwischen mehreren Spielern auslöste und 15 Spiele gesperrt wurde, sind bei den Mavericks unvorstellbar.

Dem eher zurückhaltenden Trainer Carlisle tritt der aufbrausende und oft provokante George Karl gegenüber. Schon die Anzahl der Technical Fouls in der ersten Playoff-Runde - zwei bei den Mavericks, neun bei den Nuggets - zeigt die unterschiedliche Mentalität. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Martin: "Lieber harter Kerl als Softie"

"Sind wir ein hartes Team? Ja, das sind wir wohl", räumt Forward Martin unverhohlen ein: "Mir gefällt das. Ich werde lieber als harter Kerl denn als Softie bezeichnet."

Jason Terry stimmt seinem Gegner in diesem Punkt nicht zu: "Wir wollen mit unserer Spielweise überzeugen, nicht mit Fouls. Wenn sie das anders sehen, nehmen wir die Freiwürfe gerne mit."

Dallas und der Denver-Clan - schon im Fernsehen waren das zwei ganz unterschiedliche Welten (zur 100322DIASHOW: Head-to-Head).

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel