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Noch lebt der Titel-Traum: Nowitzki vor der Hürde Denver © getty

Vor der zweiten Playoff-Runde in Denver zeigt sich Dallas selbstbewusst. Der "Sweep" aus der regulären Saison ist vergessen.

Von Julian Ignatowitsch

München - Videos gucken, Spielzüge trainieren, Statistiken büffeln und Taktiken besprechen: So sahen die vergangenen Tage bei den Dallas Mavericks aus.

Trainer Rick Carlisle tat alles um sein Team optimal auf die zweite Playoff-Runde vorzubereiten (So., 21.15 Uhr LIVESCORES).

Denn eine Sache bereitet dem 49-jährigen Trainer der Mavericks etwas Sorge.

"Wir haben gegen Denver alle vier Spiele in der regulären Saison verloren", sagt Carlisle. "Das muss raus aus den Köpfen. Die jetzige Situation ist eine völlig andere. Es geht wieder bei Null los."

"Es geht ums Selbstvertrauen"

Sind die Nuggets tatsächlich der Angstgegner der Mavs oder war der "Sweep" in der regulären Saison nur ein unglücklicher Zufall?

"Tatsache ist, dass wir zu dieser Zeit noch mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatten und lange nicht so selbstbewusst und solide gespielt haben, wie wir es mittlerweile tun", meint Carlisle.

Für Nowitzki spielen die Ergebnisse der regulären Saison überhaupt keine Rolle mehr: "Jetzt geht es ums Selbstbewusstsein - und davon haben wir eine ganze Menge."

Sport1.de hat die Fakten zur Serie:

Die Ausgangsposition:

Beide Teams haben in der ersten Playoff-Runde einen starken Eindruck hinterlassen. Die Nuggets besiegten die New Orleans Hornets mit 4:1, Dallas setzte sich mit demselben Ergebnis gegen die San Antonio Spurs durch. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Nimmt man nur die Playoffs, befinden sich die Mannschaften also ungefähr auf Augenhöhe. Blickt man jedoch auf die jeweils 82 Spiele der NBA-Vorrunde, sind die Nuggets nicht nur wegen des direkten Vergleichs klarer Favorit.

Die Konstanz, mit der sie sich auf Platz zwei der Western Conference vorspielten, war beeindruckend. Gegen Dallas zeigte Denver bei den knappen Siegen (103:101, 99:97 und 108:105) Nervenstärke und trotzte selbst der Heimstärke der Mavs.

Der Gegner:

Denver profitierte zu Beginn der Saison ungemein vom Transfer mit den Detroit Pistons. Die Verpflichtung eines echten Spielmachers in Person von Chauncey Billups war genau der richtige Schachzug und veränderte die Spielweise des ganzen Teams zum Positiven.

Billups ist stark im Abschluss und hat das Auge für den Mitspieler. Davon profitierte nicht nur Topscorer Carmelo Anthony (22,8 Punkte), der nicht mehr im Schatten von Allen Iverson steht. Kenyon Martin und Nene Hilario meldeten sich in dieser Saison eindrucksvoll zurück, sind unter dem Korb an Dynamik und Härte kaum zu überbieten und bekamen Untertützung von Chris Andersen. Der "Birdman", der optisch wie eine weiße Ausgabe von Dennis Rodman daherkommt, war in der Regular Season zweitbester Schussblocker der NBA hinter "Superman" Dwight Howard (Orlando) und vor Marcus Camby (Clippers).

Mit J.R. Smith haben die Nuggets ein nahezu gleichwertiges Gegenstück zu Jason Terry.

Die Schlüsselfaktoren:

Für die Mavericks zählt zuerst einmal, dass alle Mann - insbesondere der angeschlagene Josh Howard - fit bleiben. Howard ist als wichtiger Schütze und solider Verteidiger der X-Faktor. Eine konstante Punkteausbeute von Dirk Nowitzki ist Voraussetzung fürs Weiterkommen.

Nuggets-Coach George Karl hat angekündigt, den Deutschen in der Verteidigung nicht doppeln zu wollen, so wie es die Spurs getan hatten - mit 20 bis 25 Nowitzki-Punkten könnte Denver leben. Dafür will man Jason Terry aus dem Spiel nehmen. Anthony Carter hat diese Aufgabe in den Saisonspielen exzellent gelöst. "Wir werden ihn wieder ausschalten", prophezeit Karl.

Das größte Problem für die Mavs entsteht in der Zone. Gegen Tim Duncan hat Center Erick Dampier defensiv (8,4 Rebounds, 1,4 Blocks) wie offensiv (8,4 Punkte, 68 Prozent Trefferquote) geglänzt, aber Martin und Nene sind andere Spielertypen und sollten dem oft schwerfälligen Dampier weniger liegen. "Wir wollen schnell spielen", sagt Karl.

Genau das müssen die Mavs unterbinden und den Gegner wenn möglich unter 100 Punkte halten.

Der Brennpunkt:

"Es wird krachen", meinte Nowitzki im Vorfeld und erwartet "Keilereien und Wortgefechte" (zum Artikel Nowitzki: "Es wird krachen") .

Die Nuggets sind eines der härtesten Teams der NBA und werden nicht nur dem ehemaligen MVP auf die Füße treten. Damit ist Aufregung vorprogrammiert. Einen Vorgeschmack gab es schon mal im Januar als Smith seinem Gegenspieler Antoine Wright einen Ellbogencheck verpasste und gesperrt wurde.

Cuban regte sich fürchterlich auf, Smith meint nur: "Mir egal. Ich kümmere mich nicht darum."

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