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Rondo kommt nach neun Playoffspielen auf einen Schnitt von 18,3 Punkte, 11,9 Assists udn 9,6 Rebounds © getty

Rajon Rondo und Eddie House führen Boston zum Ausgleich in der Serie gegen Orlando. Ein Magic-Spieler nimmt das nicht so locker hin.

Von Rainer Nachtwey

München/Boston - Wenn es bei den Boston Celtics letzte Saison nicht so richtig lief, riss einer der "Big Three", Paul Pierce, Ray Allen oder Kevin Garnett, das Spiel an sich und es lief wieder.

Doch KG verfolgt in den diesjährigen Playoffs die Spiele verletzt von der Bank und Pierce ist meilenweit von seiner Finals-MVP-Form vom letzten Jahr entfernt.

Dieses Jahr hat sich aber ein vierter Akteur unter die "Big Three" geschlichen: Rajon Rondo.

Und der Point Guard war es auch, der die Celtics in Spiel 2 der Eastern Conference Semifinals gegen die Orlando Magic zum 112:94-Sieg führte. (STATISTIK: Der NBA-Playoff-Baum)

Rondo zieht mit Bird gleich

Rondo gelang mit 15 Punkten, 18 Assists und 11 Rebounds sein drittes Triple-Double in den diesjährigen Playoffs. (STATISTIK: Die Tagesbesten)

Seinen Karriere-Bestwert von 19 Vorlagen aus dem Triple-Overtime-Spiel gegen die Chicago Bulls, bei dem er 57 Minuten auf dem Court stand, verpasste er nur hauchdünn.

Dafür stellte der 23-Jährige einen Celtics-Rekord ein. Mit drei Triple-Doubles in einer Playoff-Saison zog Rondo mit Legende Larry Bird gleich.

Ein Dunk mit Ansage

Zudem sorgte er für ein Statement. Der Point Guard erhielt an der Dreierlinie den Ball, nahm ein paar Schritte, hob ab und versenkte den Ball mit einem krachenden Dunking im Korb.

Magic-Center Dwight Howard und Poward Forward Rashard Lewis blickten nur staunend auf. (101543DIASHOW: Die Bilder)

"In Spiel eins war ich ein wenig schwerfällig. Ich habe nicht mit der Leidenschaft gespielt, die du in den Playoffs brauchst. Aber das wird nie wieder passieren", sagte Rondo.

Nach seinem Slam Dunk ist ihm dies durchaus abzunehmen.

House trifft einen nach dem anderen

Unterstützung erhielt Rondo von Eddie House. Der Bankspieler, der bereits im siebten Spiel gegen Chicago die Bulls mit seinen Würfen jenseits der Dreierlinie zur Verzweiflung getrieben hatte, stellte mit 31 Punkten einen Playoff-Karrierebestwert auf.

Der Guard traf 11 seiner 14 Würfe, darunter alle vier von "Downtown".

"Ich habe in meinem Leben schon öfters großartige Wurfshows gesehen, aber das war unglaublich", sagte Orlandos Trainer Stan Van Gundy. "Und wir haben nichts dagegen getan, sie konnten machen, was sie wollten."

Kopfnuss von Alston

Van Gundys Spieler nahmen die Niederlage nicht ganz so locker hin - insbesondere Rafer Alston: Der Point Guard leistete sich nach Houses Dreier zum 84:60 einen Aussetzer und schlug dem Celtics-Guard mit der Hand auf den Hinterkopf.

"Ich habe den Wurf genommen, getroffen, mich umgedreht und das war es. Dann hat mich irgendwas am Hinterkopf getroffen", beschrieb House den Vorfall. "Ich denke er hatte die Nase voll, dass ihm die ganze Zeit die Bälle über den Kopf segelten", sagte House mit einem verschmitzten Lächeln.

Orlandos Center Dwight Howard, der nach 16 Punkten und 22 Rebounds in Spiel eins diesmal auf 12 Zähler und 12 Boards kam, zollte dem Gegner großen Respekt.

"Das ist ein Meisterteam. Wenn einer ausfällt, springt der andere ein", sagte der Nummer-Eins-Pick von 2004.

Pierce mit ganz schwachem Spiel

Mit "einer" war Paul Pierce gemeint. Der Small Forward traf nur den allerersten Wurf zum 3:0, anschließend verbrachte er wegen Foulproblemen mehr Zeit auf der Ersatzbank statt auf dem Parkett.

Am Ende standen lediglich die drei Zähler von Spielbeginn auf seinem Konto.

In der Nacht auf Samstag (1 Uhr LIVESCORES) hat Pierce in Orlando die Möglichkeit sich wieder zu Wort zu melden. Darauf hofft Coach Doc Rivers.

"Die Magic haben das bekommen, was sie wollten: Einen Auswärtssieg. Jetzt haben sie den Heimvorteil auf ihrer Seite, jetzt müssen wir auswärts siegen."

Los Angeles Lakers - Houston Rockets 111:98

Nach dem Meister hat auch Vizemeister Los Angeles Lakers in den Conference Semifinals zum 1:1 ausgeglichen. Nach der Auftaktniederlage bezwangen die Kalifornier in Spiel 2 die Houston Rockets mit 111:98.

Dabei verspielten die Lakers eine frühe 14-Punkte-Führung. Nach einem 39:25 aus den ersten 12 Minuten musste sich L.A. mit einem 57:57 zur Pause begnügen.

Anschließend wurde es eine blutige Schlacht. Derek Fisher zog sich einen Cut am rechten Ohr zu als er Luis Scola foulte gemeinsam mit Ron Artest wurde er des Feldes verwiesen. Kobe Bryant, Lamar Odom, Luke Walton und Scola erhielten technische Fouls.

"Gleich von Beginn an waren wir sehr aggressiv und allem hinterher gegangen", sagte Bryant der mit 40 Punkten die Lakers im Schlussspurt zum Sieg warf. "Wir werden in der Serie richtig auf die Probe gestellt und das macht Spaß."

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