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Dirk Nowitzki (l. Chris Andersen) erzielt in den Playoffs 2009 bisher 22,7 Punkte pro Spiel © getty

Während "Taylor-Gate" nun zur Sorge um Dirk Nowitzkis Kreditkarten führt, ist Dallas in Spiel 3 gegen Denver unter Zugzwang.

Von Michael Spandern

München/Dallas - Es ist wohl die schwerste Zeit in Dirk Nowitzkis Leben. Vergleichbar nur mit jenen Wochen im Sommer 2005, als sein Mentor Holger Geschwindner in Untersuchungshaft war.

Doch nun platzt "Taylor-Gate" - die Verhaftung seiner angeblichen Verlobten Crystal Taylor in seinem Haus - mitten in die Halbfinals der Western Conference gegen die Denver Nuggets. (Nowitzki offenbar von Mavericks gewarnt)

Und da sind die Dallas Mavericks nach zwei Auswärtspleiten gehörig unter Zugzwang. Da bislang noch kein Team nach einem 0:3-Rückstand eine Best-of-Seven-Serie gewann, wird das Spiel 3 im heimischen American Airlines Center (23 Uhr LIVESCORES) zum vorweggenommenen K.o.-Kampf.

Denvers Frontcourt überlegen

Sportlich bestehen genügend Baustellen: Forward Josh Howard, der am Dienstagabend mit erneuten Knöchelproblemen ausgeschieden war, will auf die Zähne beißen.

Wie fit der All-Star von 2007 ist, weiß er jedoch wohl nur selbst. "Er wird alles geben. Da bin ich mir sicher", betont Head Coach Rick Carlisle.

Kopfzerbrechen dürfte dem Trainer vor allem die Fitness des Nuggets-Frontcourts bereiten. Die Großen - Nene, Kenyon Martin und Carmelo Anthony - waren ihren Mavericks-Pendants in beiden Spielen in Punkten und Rebounds überlegen.

Auf Terrys Würfe ist kein Verlass

Hinzu kommen Denvers herausragende Reservisten, der Scharfschütze J.R. Smith und Energizer Chris Anderson.

Bei Dallas läuft der zum besten sechsten Mann der NBA gewählte Jason Terry dagegen seiner alten Stärke hinterher, trifft nicht mal 42 Prozent seiner Würfe.

Terry will den Spieß umdrehen - von Beginn an: "Wir müssen bei ihnen Zweifel säen", sagt der Combo-Guard. "Wir werden sehen, was passiert, wenn wir sie unter Druck setzen."

Ex-Ehemann in die Pleite getrieben?

Unter Druck sind aber Stand jetzt nur die Mavericks 103467(DIASHOW: Einstecken und zurückschlagen) - und vor allem Nowitzki. Die Pressekonferenz nach Festnahme der Finanzbetrügerin Taylor brach er - wiederholt zu ihrer Beziehung gefragt - ab.

Doch die "Dallas Morning News" lassen nicht locker: Der Tageszeitung zufolge behauptet Taylors Ex-Ehemann James Westerhaus, dass die 37-Jährige ihm Schulden in Höhe von 330.000 Dollar eingebrockt habe.

Dies habe 2001 nach drei Jahren Ehe zur Scheidung geführt und später dazu, dass er Privatinsolvenz anmelden musste.

"Unschuldig - genau wie Dirk jetzt"

"Die Schulden waren ihre", sagte Westerhaus' jetzige Gattin. "Er war eine unschuldige Person - genau wie Dirk jetzt."

Die "Dallas Morning News" berichten zudem mit Verweis auf eine ungenannte Quelle, dass Taylor sich ohne Nowitzkis Erlaubnis dessen Kreditkarten genommen haben soll.

All das muss und will Nowitzki ausblenden. "Ich bin ein Krieger", erklärte er nach dem ersten Training nach der Rückkehr nach Dallas.

Nowitzki: Am besten als Scorer

Die sportliche Schieflage liegt am wenigsten am Deutschen: In Spiel 2 verbuchte Nowitzki 35 und zehn Rebounds (STATISTIK: Der Sport1.de-Nowitzki-Watch) - obwohl er allem Anschein nach eine Ahnung von Taylors Machenschaften hatte und einen Detektiv engagiert hatte.

Im anstehenden Spiel will er weiter kräftig punkten, sofern Denver es bei einer Einzelverteidigung gegen ihn belässt. (Nowitzki beschwört zweites Wunder)

"Inzwischen bin ich ein besserer Allround-Spieler als je zuvor", gibt er sich selbstbewusst. "Aber das Beste, was ich derzeit auf dem Feld tun kann, ist punkten. Also werde ich weiterhin genau das versuchen."

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