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Die beiden stärksten Akteure in Spiel drei: Dirk Nowitzki (r.) und Carmelo Anthony © getty

Die Mavs sind zum Siegen verdammt. Doch die Last-Minute-Niederlage gegen die Nuggets in Spiel drei haben sie noch nicht verdaut.

Von Nikolai Kube

München/Dallas - Die Saison der Dallas Mavericks könnte schon heute Nacht beendet sein.

Nur ein Sieg in Spiel vier gegen die Denver Nuggets (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) kann das Nowitzki-Team noch vor dem Aus retten. Das Motto lautet: Siegen oder Fliegen!

Mit 0:3 liegen die Mavs in der Best-of-seven-Serie fast schon aussichtslos zurück.

Ein Zitat von Woody Paige, Kolumnist der "Denver Post", scheint sich zu bewahrheiten: "Es ist offiziell - die Mavs sind erledigt."

Der Rauch aus Spiel drei ist immer noch nicht verflogen.

NBA gesteht Fehler ein

Nowitzki und Co. hat die Last-Minute-Niederlage schwer getroffen. Noch dazu hat die NBA zwei Stunden nach dem Spiel offiziell verlauten lassen, dass die Schiedsrichter einen Fehler begangen hätten.

Demanch hätte das Spiel wegen eines Fouls von Antoine Wright eine Sekunde vor Schluss unterbrochen und mit Einwurf von der Seite für die Nuggets fortgeführt werden müssen (105:106! Mavericks vor dem Playoff-Aus) .

Schmerzhafte Niederlage

Eine Tatsache, die die Niederlage für Dirk Nowitzki noch viel schmerzhafter macht:

"Wenn ich für die Liga arbeiten würde, hätte ich so was nicht gesagt. Ich denke, dadurch fühlt sich jetzt keiner besser. Wir können die letzten sieben Sekunden sowieso nicht mehr rückgängig machen", so der Deutsche.

Er brachte es auf den Punkt: "Es macht alles nur noch viel schlimmer." (KOMMENTAR: Ein Wunderliche-es Foul)

Nowitzki wirkt angeschlagen

Auch Nowitzki selbst wirkt in diesen Tagen angeschlagen. Aber gerade jetzt wäre ein Nowitzki in Topform für die Mavs goldwert. Doch der deutsche Superstar wird von privaten Problemen gebeutelt. (Nowitzki offenbar von Mavericks gewarnt)

Laut "Bild-Zeitung" soll Nowitzki wegen des Trubels um die Verhaftung seiner angeblichen Freundin die Telefonnummer und E-Mail-Adresse geändert haben und sogar aus seiner Villa in Preston Hollow ausgezogen sein.

In Spiel drei zeigte der Deutsche zwar eine über weite Strecken starke Partie (33 Punkte, 16 Rebounds), doch in den entscheidenden Momenten fehlte es ihm an Zielvermögen.

Die letzten fünf Würfe des 30-Jährigen verfehlten allesamt das Ziel, allein in der letzten Spielminute scheiterte er bei drei Versuchen.

"Schwerste Niederlage der Karriere"

Auch seine Reaktion nach dem Spiel sorgte für Verwirrung.

Als ganz Dallas sich über die Fehlentscheidung des Schiris aufregte, beteiligte sich einer nicht an den Tumulten: Dirk Nowitzki (STATISTIK: Der Sport1.de-Nowitzki-Watch).

Der Deutsche verließ nach Abpfiff der Partie schnurstracks das Spielfeld, würdigte keinen Journalist eines Blickes und verschwand in den Katakomben des American Airlines Center.

Erst auf der anschließenden Pressekonferenz äußerte er sich und verkündete das, was jeder erwartete: "Das ist eine der schwersten Niederlagen in meiner elfjährigen Karriere."

Sieben Spiele - Sieben Pleiten

Angesprochen auf die Denver Nuggets wirkte er verzweifelt: "Wir müssen irgendwie Wege finden, sie zu besiegen. Bisher ist uns das noch nicht gelungen. Weder in den Playoffs, noch in der regulären Saison. Aus irgendeinem Grund kommen sie immer raus und sind besser drauf als wir."

Dallas hat diese Saison noch kein einziges Spiel gegen die Nuggets gewonnen. Sieben Spiele, sieben Niederlagen. So lautet die niederschmetternde Bilanz der Mavs gegen das zweitbeste Team im Westen.

Nun müssen die Mavs versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.

Ein Wunder muss her

Denn um doch noch ins Western-Conference-Finale einzuziehen, brauchen die Mavericks ein kleines Wunder. Noch nie gelang es einem Team in der Geschichte der NBA, einen 0:3-Rückstand in den Playoffs noch umzudrehen.

Trainer Rick Carlisle hat seine Hoffnung noch nicht aufgegeben und beschwört den Teamgeist:

"Wenn es ernst wird, halten wir immer zusammen und kämpfen füreinander. Das hat mein Team schon das ganze Jahr lang so gemacht. Sie können viel einstecken. Und ich erwarte nicht, dass sie sich noch einmal den Schneid abkaufen lassen", so der Coach der Mavericks.

James gratuliert Anthony

Entscheidender Mann in Spiel drei war Denvers Carmelo Anthony. Der Forward stürzte die Mavs mit seinem Dreier kurz vor Schluss ins Tal der Tränen.

Das wurde auch in anderen Regionen des Landes registriert. So schickte Cleveland-Star LeBron James dem Nuggets-Spieler eine E-Mail und gratulierte diesem zu dessen herausragenden Aktion.

Vielleicht hat LeBron James ja auch die E-Mail-Adresse von Dirk Nowitzki.

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