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Aufgeben kommt in seinem Wortschatz nicht vor: "Big D" sagt Denver den Kampf an © getty

Dirk Nowitzki erklärt Spiel 5 in Denver zum Schlüsselspiel der Serie. Die Mavs-Fans sorgen hingegen für einen unrühmlichen Eklat.

Von Sebastian Hrabak

Der Untergang ist vorerst verhindert, die Dallas Mavericks bleiben in der Viertelfinal-Serie gegen die Denver Nuggets durch einen furios aufspielenden Dirk Nowitzki am Leben (Nowitzki vereitelt das Aus).

Mit 44 Punkten und 13 Rebounds hatte der Superstar entscheidenden Anteil daran, dass die Dallas Mavericks mit einem 119:117-Kraftakt in der heimischen American Airlines Arena noch einmal den Kopf aus der Schlinge zogen und vor der Rückkehr der Serie nach Denver auf 1:3 verkürzten.

"Es war ein großartiger Sieg, wir haben für eine weitere Chance gekämpft", sagt der alles überragende Dirk Nowitzki.

In den Höhen von Denver

Dem Ausnahmespieler war aber bereits unmittelbar nach der Partie in Dallas klar, dass es in der Pepsi Arena in den Höhen von Denver in der Nacht auf Donnerstag (ab 3 Uhr LIVESCORES) nicht leicht wird, den nächsten Matchball abzuwehren:

"Zuhause sind die Nuggets ein unglaublich starkes Team. Wir müssen in Denver unsere Waffen genauso optimal einsetzen und wieder mit dieser Aggressivität spielen. Wenn wir mit einem Sieg wieder nach Hause kommen, dann wird man sehen, was passiert." (STATISTIK: Der NBA-Playoff-Baum)

"Wild entschlossen zu gewinnen"

Fürs erste ist man bei den Mavs jedoch zufrieden, dass überhaupt eine Partie gegen den Angstgegner Denver in dieser Saison noch gewonnen werden konnte.

"Wir waren wild entschlossen, irgendwie die Partie zu gewinnen. Wir hatten den ganzen Abend ständig fünf Jungs auf dem Parkett, die bedingungslos für den Sieg gekämpft haben", sagte Trainer Rick Carlisle nach dem Spiel.

Denn auf den ersten "Sweep" der Mavs-Geschichte in einer Best-of-Seven-Serie - noch dazu vor den heimischen Fans - hatte keiner der Beteiligten Lust.

"Wir wussten, dass die Mavs auf ihrem Homecourt alles dafür geben, mit ihrer besten Leistung die Saison nochmal zu verlängern", sagte Chauncey Billups, für den am Ende 24 Punkte und sieben Assists zu Buche standen.

Der Wille führt zum Erfolg

Die Mavs zeigten in Spiel 4 wirklich das erste Mal in der Serie die notwendige Leidenschaft, den Sieg wirklich zu wollen, selbst als sie kurz vor Schluss mit 106:110 im Hintertreffen lagen.

Nowitzkis Nerven sei Dank (STATISTIK: Der Nowitzki-Watch), drehten die Mavs die Partie auf der Rasierklinge. 16 von 17 Freiwürfen versenkte der Deutsche in der Begegnung, vier davon in der so aufregenden Schlussphase. "Was er gespielt hat, war einfach fantastisch. Er gehört eben zu den ganz Großen dieser Liga", sagte Rick Carlisle über seinen von privaten Problemen gebeutelten Superstar.

Howard mit Schmerzen

Der andere große Spieler der Nacht neben "Dirkules" war Josh Howard, der trotz Handicap eine beachtliche Partie ablieferte. Der Small-Forward der Mavs ließ sich von seinen lädierten Sprunggelenken lange Zeit in der Partie nicht aufhalten und kam am Ende auf beeindruckende 21 Punkte und elf Rebounds.

Eine weitere Verbesserung zu den Niederlagen in den letzten Spielen war die Dominanz am Brett. 50 Rebounds standen am Ende für die Mavs in der Statistik, im Vergleich dazu sicherte sich Denver nur 34 Mal den Ball unter dem Brett.

"Mit dem Übergewicht beim Rebound konnten wir zumindest die vielen Turnovers (15) ein wenig kompensieren", sagte Carlisle.

Crunch-Time is "Melo"-Time

Am Ende hätte Carmelo Anthony den Mavs beinahe wie in Spiel 3 den tödlichen Stoß verpasst, der damit das Ende der Serie bedeutet hätte. Ein verrückter Dreier von "Melo" fand Sekunden vor dem Ende erneut das Ziel und machte die Partie nochmal spannend.

Doch am Ende reichten die 41 Punkte - sein persönlicher Playoff-Bestwert - nicht aus, um Nowitzki die Show zu stehlen. "Carmelo ist einfach ein Spieler für die Crunch-Time", sagt Headcoach George Karl über seinen besten Akteur.

Die Niederlage nahm er gelassen: "Dallas ist meiner Meinung nach eines der besten Vier Teams in der Western Conference. Soll man da erwarten, dass wir sie klar mit 4:0 schlagen?"

Undiszipliniertheiten auf ganzer Linie

Einen faden Beigeschmack hatte das Wahnsinns-Match allerdings auch.

Die Mavericks-Fans spielten, aufgestachelt durch die knappe Heimniederlage in Spiel 3, in der American Airlines Arena verrückt.

Kenyon Martins Mutter und Freundin sowie Carmelo Anthonys Freundin wurden von den Mavs-Fans auf Übelste beschimpft. "Das Verhalten der Fans ist respektlos. Eigentlich sollten sie ihre Mannschaft unterstützen und nicht den Gegner beschimpfen", sagte Carmelo Anthony nach dem Spiel zu den Zwischenfällen.

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