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Pau Gasol (r.) erzielte in den Rockets im Schnitt 18,5 Punkte pro Partie © getty

Vor Spiel eins gegen Denver wirken die L.A. Lakers nicht mehr unschlagbar. Ein Duell rückt bei der Partie in den Mittelpunkt.

Von Rainer Nachtwey

München/Los Angeles - Dass die Nummer eins aus der Regular Season in den Conference Finals auf die Nummer zwei trifft, ist nicht verwunderlich. Dies bestätigten die Teams aus dem Osten in den vergangenen vier Jahren.

Die Western Conference hingegen widerlegte in den letzten Spielzeiten die Setzliste. Zuletzt 2005 standen sich mit den Phoenix Suns und den San Antonio Spurs die beiden besten West-Teams der regulären Spielzeit gegenüber.

Dennoch war für Los Angeles Lakers Superstar Kobe Bryant das Aufeinandertreffen seiner topgesetzten Lakers mit den an zwei platzierten Denver Nuggets fast selbstverständlich (STATISTIK: Der Playoffbaum).

Bryant lobt Nuggets

"Wir sehen uns in den Western Conference Finals", hatte er Denvers Carmelo Anthony nach der 79:90-Niederlage in der "Mile High City" im Februar versprochen. Und er sollte Recht behalten.

"Sie hatten damals schon alle Puzzleteile beisammen. Sie hatten die Tiefe im Kader, die Härte und die Kameradschaft. Für mich ist es keine Überraschung, dass sie soweit gekommen sind", sagt Bryant vor dem ersten Spiel beider Mannschaften in Los Angeles (ab 3 Uhr LIVESCORES).

Eine Überraschung ist es dennoch, wie locker und leicht die Nuggets durch die ersten beiden Runden spaziert sind und dabei Kräfte sparen konnten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Ungewohnte Schwächen

Ganz im Gegensatz zu Western-Topfavorit L.A..

Die Lakers ließen gegen die von Verletzungen geplagten Houston Rockets große Schwächen erkennen, die ihnen kaum ein Experte vorausgesagt hatte.

Vor allem scheint in der Mannschaft von Trainer Phil Jackson nicht alles zu stimmen.

Formte der Zusammenhalt die Lakers letztes Jahr noch aus einer Mannschaft guter Einzelspieler zu einer echten Macht im Westen, so könnten die Streitereien und Eifersüchteleien innerhalb des Teams, die angeblich die Runde machen, dieses Jahr für das Scheitern verantwortlich machen (101543DIASHOW: Die Bilder der 2. Runde).

Farmer legt sich mit Vujacic an

Bestes Beispiel hierfür war die Auseinandersetzung zwischen den beiden Bankspielern Jordan Farmar und Sasha Vujacic.

Beide buhlen um den zweiten Guard-Platz neben Kobe Bryant in der Starting Five, nachdem die Kritik an Point Guard Derek Fisher zuletzt immer lauter wurde und Jackson einen Wechsel auf der Eins nicht ausschloss.

"Ich habe beiden erklärt, dass es jetzt an der Zeit ist, professionell zu handeln und deshalb werden beide professionell miteinander umgehen", sagte der Coach nach dem Montagstraining der "Los Angeles Times".

"Wir haben viele junge Spieler, die mit vielen Emotionen in die Spiele gehen und zum Teil noch um Verträge kämpfen. Aber all das muss man zu dieser Zeit beiseite legen", mahnte Jackson.

Denver glänzt als Mannschaft

Gerade der Zusammenhalt ließ die Nuggets zur Überraschungsmannschaft im Westen und von einem möglicher Playoffteilnehmer zu einem Titelkandidat werden. Ein Grund hierfür ist der Trade von Chauncey Billups für Allen Iverson zu Saisonbeginn.

Billups ist der lang vermisste Spielmacher und Anthony entwickelte sich an dessen Seite zu einem verlässlichen Scorer (27 Punkte in den Playoffs, allerdings nur 14,5 in den vier Regular-Season-Spielen gegen L.A.) entwickelt (STATISTIK: Die Tagesbesten).

Center Nene spielt seine beste Saison in der NBA, und J.R. Smith sowie Chris Andersen bringen die nötige Tiefe von der Bank.

Duell Gasol gegen Martin

Zudem haben die Nuggets Kenyon Martin ein "Kampfschwein" in ihren Reihen, das nicht davor halt macht, sich mit den Gegnern, deren Fans oder Besitzer auf oder außerhalb des Courts anzulegen. Mark Cuban, Dirk Nowitzki und die Fans der Dallas Mavericks lassen grüßen.

Gegenspieler Pau Gasol, der mit seiner 21-Punkte-, 18-Rebounds-Vorstellung die Lakers fast im Alleingang in Spiel 7 gegen die Rockets zum Sieg geführt hat, weiß um die Aggressivität Martins.

"Da muss ich durch. Ich muss clever spielen und dann werde ich mich auch durchsetzen", lässt der Spanier keine Zweifel, wer als Sieger aus dem Duell auf der Vier hervorgeht. "Du musst hart dagegenhalten, darfst nicht darauf hoffen, viele Foulpfiffe zu bekommen und durchgehend aggressiv zu Werke gehen."

"Weichei"-Image ablegen

Für Gasol ist es auch die Möglichkeit, sein "Weichei"-Image, das ihm seit der Finalserie vom letzten Jahr gegen Kevin Garnett und die Boston Celtics nachhängt, abzulegen.

"Pau hat gegen Houston überragend gespielt. Er ist soweit, es mit den Nuggets und Kenyon aufzunehmen", sagt Center Andrew Bynum.

"Und wenn es darauf ankommt, bin ich auch noch da."

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