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Blake Griffin machte 22.7 Punkte und 14.4 Rebounds pro Spiel in der letzten Saison © getty

Die graue Maus aus L.A. bekommt den Freifahrtschein für Blake Griffin, was die Aktien des deutschen Centers nicht verbessert.

Von Michael Spandern

München - Eine Playoff-Teilnahme seit 1997, weder Conference- noch Divisions-Titel im Briefkopf: Die L.A. Clippers sind die graue Maus der NBA.

Doch das erste Draftrecht hat schon so manchem Team zu einer Kehrtwende in die richtige Richtung verholfen.

Die aktuellen Ostfinalisten aus Cleveland und Orlando sowie deren Superstars LeBron James und Dwight Howard lassen grüßen (STATISTIK: Der NBA-Playoff-Baum) .

Sie waren der Hauptpreis des Drafts 2003 bzw. 2004.

Daher war der Jubel gewaltig, als die Clippers am Dienstag das große Los bei der Draft-Lotterie zogen und sich am 25. Juni als erstes Team vor den Memphis Grizzlies und den Oklahoma City Thunder aus dem Talentpool bedienen dürfen.

"Ein atemberaubender Spieler"

Denn auch dieser Jahrgang hat seine klare Nummer eins: Power Forward Blake Griffin, der unumstrittene "College-Spieler des Jahres".

"Er ist ein atemberaubender Spieler, athletisch und stark. Jedes Team wäre froh, Blake Griffin lange Zeit in seinen Reihen zu haben", lobte Clippers-Präsident Andy Roeser.

Der 20 Jahre alte Big Man führte die Oklahoma Sooners im März bis ins Viertelfinale des NCAA-Turniers, wo sie am späteren Champion North Carolina scheiterten.

Doch Roeser ist sich nicht sicher, ob die Clippers dem Lokalrivalen Lakers "das Rampenlicht gestohlen" haben. "Ich wäre lieber da, wo wir vor einigen Jahren standen - nämlich in den Playoffs."

Schlechte Karten für Kaman

Weder in den Playoffs noch im Rampenlicht steht momentan sein Center Chris Kaman. Und die Aktien des deutschen Nationalspielers dürften sich bei einer Verpflichtung von Griffin nicht verbessern.

Mit Zach Randolph, dem in der kommenden Saison 16 Millionen Dollar aus der Clippers-Schatulle garantiert sind, und Marcus Camby (7,7 Millionen Dollar) sowie Kaman (10,4 Mio.) stehen bereits jetzt drei teure Große beim drittschlechtesten NBA-Team unter Vertrag.

Nicht unwahrscheinlich, dass die Clippers ihren "Auswanderer" Kaman, der einen Kontrakt bis 2012 hat, loswerden wollen - zumal dieser in der Saison nach seiner olympischen Eskapade 51 Spiele verletzungsbedingt verpasste.

Erneutes Big-Man-Desaster?

Der 27-Jährige wird wohl kaum hoffen, dass die Clippers aus Angst vor einem erneuten Big-Man-Desaster vor Griffin zurückschrecken:

Vor elf Jahren leisteten sich die Bosse einen historischen Fehlgriff, als sich mit dem ersten Draftpick Michael Olowokandi verpflichteten.

Der "Candyman" brachte ihnen in fünf Spielzeiten 9,9 Punkte und acht Rebounds pro Partie ein, aber mangels Einstellung auch unzählbar viel Spott.

Wer den Schaden hat...

Schon jetzt haben die Sacramento Kings und die Washington Wizards zum Schaden auch noch den Spott:

Die beiden Teams, die sich "erfolgreich" um die letzten beiden Plätze der Saison 2008/09 bewarben und dadurch die besten Lotterie-Chancen hatten, bekamen keinen der drei zur Verlosung stehenden ersten Draftpicks.

Die Kings dürfen nun als viertes, die Wizards als fünftes Team ein Talent aussuchen - jeweils der schlechteste Fall, der denkbar war.

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