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Jason Kidd (l.) leistete sich in den fünf Viertel- final-Spielen gegen Denver 17 Ballverluste © getty

Die Mavericks testen einen französischen Spielmacher und dürften sich auch in L.A. umschauen. Chicago versteigert einen Starter.

Von Michael Spandern

München - Die Dallas Mavericks sehen offenbar den dringendsten Handlungsbedarf auf der Spielmacherposition.

Der Verbleib ihres Olympiasiegers Jason Kidd ist weiterhin unklar (Geschacher um Nowitzkis Kumpels), dahinter drängen sich die jungen J.J. Barea und Antoine Wright nicht gerade auf für die Schaltzentrale eines Playoff-Anwärters.

Auch der 22. Pick im anstehenden Draft verheißt kaum einen Heilsbringer für Dirk Nowitzkis Team, sodass die Mavs auf ein Schnäppchen hoffen und einen Kandidaten aus Europa ins Haus geholt haben.

Parker als Mutmacher

Genauer gesagt aus dem Tony-Parker-Land Frankreich: Vom Neuntplatzierten Cholet Basket lotsten die Mavericks Rodrigue Beaubois, der Experten zufolge spät in der ersten Draftrunde gewählt wird, zu einem Probetraining nach Dallas.

Der 21-Jährige hat am TV verfolgt, wie Parker mit den San Antonio Spurs drei Titel gewann. "Er hat den Basketballern aus Frankreich gezeigt: auch ihr könnt den Sprung in die NBA wagen", meint Beaubois.

Die Saisonstatistiken des 1,85-m-Manns sind eher unauffällig: 10,0 Punkte und 2,3 Assists pro Spiel in der französischen ProA.

Jerrells der komplettere Spieler

Beaubois, der auch bei den Miami Heat, den Phoenix Suns und eventuell weiteren Teams vorspielen will, ist nicht der einzige Point Guard, der sich den Mavs vorstellte.

Auch Patrick Mills vom St. Mary's College, Darren Collison vom letztjährigen NCAA-Halbfinalisten UCLA und Curtis Jerrells von der Baylor Uni weilten am Mittwoch in Dallas.

Während der 20-jährige Mills mit 18,4 Punkten der beste Scorer der genannten Drei ist, dürfte der zwei Jahre ältere Jerrells (16,3 Punkte, 4,9 Assists, 4,5 Rebounds pro Partie) der komplettere Spieler sein.

Wer geht, wenn Griffin kommt?

Eine zweite Baustelle der Mavs ist zweifelsfrei die Centerposition: Und womöglich könnte es den Texanern nützen, dass den L.A. Clippers der erste Draftpick zugelost wurde. (Glückslos für Clippers, nicht für Kaman)

Nehmen die Clippers wie vom Head Coach und Manager angekündigt den Collegespieler des Jahres, Power Forward Blake Griffin, trennen sie sich wahrscheinlich von einem der drei teuren Großen - Marcus Camby, Chris Kaman oder Zach Randolph.

Abwehr-Ass Camby oder Kaman, nicht nur wegen seiner olympischen Erfahrungen an Nowitzkis Seite, wären eine echte Verstärkung für Dallas. "Wir müssen aufgeschlossen sein für alles, wirklich alles, was unser Team besser macht", bestätigte Donnie Nelson den "Dallas Morning News" am Mittwoch indirekt Interesse. ("Wer auch immer dann neben mir steht")

Thomas im Schaufenster?

Auch andernorts spielen die Personalchefs mit ihren Puzzleteilen: Die Internetseite "Draftexpress" berichtet, dass die Chicago Bulls ihren Starter Tyrus Thomas feilbieten.

Eventuell sei der Power Forward auch im Paket mit Spielmacher Kirk Hinrich zu haben. Thomas sei von seiner Spielanlage Joakim Noah zu ähnlich, als dass man beide behalten könne.

Das 22-jährige Sprungwunder spielte 2008/09 mit 6,4 Rebounds und 1,9 Blocked Shots pro Spiel seine bislang beste NBA-Saison.

Rubio - Destination L.A.?

Noch keine einzige NBA-Minute hat Ricky Rubio gespielt, da scheint es sich das spanische Ausnahmetalent bereits mit zwei Teams zu verscherzen.

"Rubio will nicht nach Memphis gehen", zitiert "Draftexpress" einen NBA-Insider. "Sein Berater Dan Fegan will ihn in L.A. sehen, und wenn nicht dort, dann in Sacramento. Aber definitiv auch nicht in Oklahoma City."

Fegan allerdings wehrte sich auch dagegen, dass sein chinesischer Klient Yi Jianlian nach Milwaukee musste - ohne Erfolg.

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