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Rashard Lewis (M.) erzielt in den Playoffs 2009 im Schnitt 19,4 Punkte pro Spiel © getty

Die Offensiv-Strategie der Magic für die Finals ist leicht zu durchschauen. Doch für die Lakers wird es schwer, sie zu brechen.

Von Jessica Pulter

München - Es gibt eine alte Weisheit in der NBA: Die Verteidigung gewinnt die Meisterschaft.

Selten war dies so zutreffend wie im Duell der Los Angeles Lakers gegen die Orlando Magic (Spiel 1, Fr., ab 3 Uhr LIVESCORES).

Zwar haben die Kalifornier mit Kobe Bryant eine Offensivkraft, wie kaum ein anderes Team. In zwei Saisonspielen gegen die Magic erzielte der Guard insgesamt 69 Punkte und holte 21 Rebounds.

Um aber die 15. Meisterschaft zu gewinnen, muss L.A. ein Mittel gegen Orlandos Inside-Outside-Spiel finden. Und das ist ihnen während der Saison nicht gelungen.

Magics arbeiten mit einer Strategie

Es sieht so einfach aus: Doch das Offensiv-Spiel der Magic zu zerstören, ist so kompliziert wie den Da-Vinci-Code zu knacken.

Wenn die Chance zum schnellen Konter vertan ist, dann setzt das Team konsequent auf eine Taktik.

Dwight Howard wird in der Zone angespielt und sobald sich mehr als ein Gegenspieler zu dem kräftigen Center gesellt, steht mindestens ein guter Schütze auf den Außenpositionen frei. (113608DIASHOW: Trümmer pflastern ihren Weg)

Gute Quoten aus dem Feld

Orlandos Starting Five verwandelt mindestens 41 Prozent aller Würfe aus dem Feld. Zudem treffen Rashard Lewis und Rookie Courtney Lee auf die Saison gesehen jeweils knapp 40 Prozent von der Dreierlinie.

Hedo Türkoglu und Rafer Alston sind ebenfalls gute Schützen, die aber auch mal mit dem Ball zum Korb ziehen, wenn der Platz da ist.

Team auf Inside-Outside-Game ausgelegt

Trainer Stan Van Gundy hat das Inside-Outside-Game bei Orlando perfektioniert. Seit der Verpflichtung von Lewis 2007 ist die Mannschaft auf dieses Spiel ausgelegt, und der Erfolg gibt ihnen Recht.

"Die Magic spielen sehr europäisch", erklärt Lakers-Guard Sasha Vujacic. "Sie breiten sich auf dem Feld aus und haben dazu noch einen talentierten großen Mann unterm Korb, der ebenfalls werfen kann."

Teamkollege Pau Gasol fügt hinzu: "Sie bewegen den Ball sehr gut, und das macht sie gefährlich."

Zwei Verteidiger für Howard

Doch das ganze System funktioniert nur dann so perfekt wie in den Conference-Finals gegen die Cleveland Cavaliers, wenn der Gegner keinen ebenbürtigen Aufpasser für Howard hat und ihn doppeln muss.(STATISTIK: Der NBA-Playoffbaum)

Das könnte die Chance der Lakers sein, denn mit Andrew Bynum und Gasol verfügt die Mannschaft über zwei gute Defensivleute, die sich auf der Center-Position abwechseln können.

Zudem wird Gasol den Magic-Star auch in der eigenen Abwehr beschäftigen und ihn eventuell in Foul-Probleme bringen. Eine Methode, die die Cavs überhaupt nicht ausgereizt haben.

"Wie, Howard trifft jetzt auch Dreier?"

Pau Gasol hat nur eine Angst: Dass Howard auch noch lernt, von Außen zu treffen.

Ein Reporter fragte den Spanier, wie die Lakers die Dreierversuche von Howards Kollegen verteidigen wollen. Gasol hatte das Wort "Kollegen" überhört, verschluckte sich fast an einem Energy-Getränk und meinte: "Wie, Howard trifft jetzt auch Dreier?"

Der Reporter klärte das Missverständnis auf und konnte Gasol so beruhigen: "Und ich dachte schon, wie um Himmels Willen sollen wir das auch noch verteidigen."

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