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12. November 2004: Bryant führt Howard bei seinem Dunk zum 76:82 (Endstand 122:113) vor © getty

Vor Spiel 2 der Finals gegen die Lakers fordert Orlandos Coach mehr Energie vom "Superman". Den plagt ein Höhenflug Bryants.

Von Rainer Nachtwey

München/Los Angeles - "Das war nur ein Spiel": Die beiden Trainer der NBA-Finalisten Los Angeles Lakers und Orlando Magic, Phil Jackson und Stan Van Gundy sind sich nach dem 100:75-Erfolg der Lakers in Spiel 1 einig (Bryant entzaubert die Magic).

Für das in der Nacht auf Montag (ab 2 Uhr LIVESCORES) anstehende zweite Spiel erwarten die Coaches eine weitaus engere Angelegenheit.

"Ich habe meinen Jungs gesagt, dass es egal ist, ob wir mit 6 oder 60 Punkten gewonnen haben. Wichtig ist, dass wir auch das zweite Spiel gewinnen und unseren Heimvorteil beibehalten", warnt der Jackson vor Überheblichkeit.

Trotz des deutlichen Sieges dürfe man Orlando auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen.

Nichts, was Van Gundy gefiel

Die Magic haderten nach dem ersten Aufeinandertreffen der Best-of-Seven-Serie mit ihren zittrigen Händchen. Eine so schwache Wurfquote wie in Spiel 1 - sie lag bei unterirdischen 29,9 Prozent - hatte das Team aus Florida in den kompletten Playoffs nicht fabriziert (114268Die Bilder vom Spiel).

"So schlecht wie Donnerstagnacht waren wir noch nie. Daraus kann man keine vernünftigen Schlüsse ziehen", meint Van Gundy (Alles zu den Playoffs im Überblick).

"Nach dem ersten Viertel (24:22 für die Magic, Anm. d. Red.) haben sie sowohl in der Offensive als auch in der Defensive dominiert", analysiert er. "Da gab es nichts, was mir gefiel? Oder gab es doch etwas?"

Big Men fälschen Pässe ab

Der Coach sieht ein größeres Problem auf sein Team zukommen.

"Sie werden es Dwight Howard weiterhin sehr schwer machen, dass er zu seinem Spielrhythmus findet", glaubt Van Gundy. "Er hat nicht gerade mit viel Energie gespielt. Er muss mehr aus dem Laufen heraus spielen."

Die Ursache darin sieht der Trainer in der Größe der Lakers im Frontcourt. "Sie haben viele Pässe abgefälscht, und wir hatten zu viele ungenaue Anspiele. Ihre Big Men waren immer in Bewegung und das - zusammen mit ihrer Länge - hat uns große Probleme bereitet", führt er aus.

Routiniers sind gefragt

Dennoch ist sich Van Gundy sicher: "Ich weiß eines: Wir sind um einiges besser, als das, was wir gezeigt haben. Wir werden am Sonntag zurückschlagen. Wir werden mehr Einsatz zeigen und besseren Basketball spielen."

Dabei müssen neben Howard vor allem die routinierten und gefürchteten Schützen von Außen, Power Forward Rashard Lewis, Small Forward Hedo Türkoglu und Point Guard Rafer Alston, zu ihrer Form aus den Conference Finals gegen Cleveland zurückfinden (STATISTIK: Der NBA-Playoffbaum).

Sie blieben weit hinter ihren Erwartungen zurück.

Lakers sind gewarnt

Zu viele offene Würfe verfehlten ihr Ziel, und auch leichte Punkte durch Korbleger wurden leichtfertig vergeben.

"Wir werden noch viele Spiele erleben, in denen sie die Lichter ausschießen", warnt Lakers-Superstar Kobe Bryant, der mit 40 Punkten in Spiel 1 der überragende Akteur auf dem Court war. "Wenn sie heiß laufen, sind sie kaum zu stoppen. Wir wissen das, schließlich haben wir es diese Saison bereits zweimal erlebt. Darauf müssen wir uns vorbereiten."

Howard hat Rechnung mit Bryant offen

Nicht nur wegen dessen überragender Leistung im ersten Finalduell hat "Superman" Dwight Howard noch eine Rechnung mit L.A.s Starspieler offen.

In Howards Rookie-Saison 2004 demütigte 1,98-Meter-"Zwerg" Bryant Orlandos 2,11-Meter-Riesen Howard, als er über ihn hinweg dunkte.

"Jedes Mal wenn er über die Grundlinie zieht, habe ich dieses Bild vor den Augen und die Jubelschreie der Zuschauer im Ohr. Und dann achte ich darauf, dass so etwas nicht mehr vorkommt."

Für Bryant ist jene Aktion weniger stark in Erinnerung geblieben. "Er war halt eine Sekunde zu spät dran", spielt der letztjährige MVP seinen spektakulären Dunk herunter.

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