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Mickael Pietrus wechselte vor der Saison von den Golden State Warriors nach Orlando © getty

Dank einer herausragenden ersten Hälfte und Nervenstärke im letzten Abschnitt setzt sich Orlando in Spiel 3 gegen L.A. durch.

Von Rainer Nachtwey

München/Orlando - Im siebten Versuch haben es die Orlando Magic schließlich geschafft: Die Truppe aus Florida feierte im ersten Heimspiel der diesjährigen Finals ihren ersten Erfolg der Klubgeschichte in einer Endspielserie (DATENCENTER: Eregbnisse).

Mit 108:104 setzten sich die Magic gegen die Los Angeles Lakers durch und verkürzten in der Best-of-Seven-Serie auf 1:2 (STATISTIK: Der NBA-Playoffbaum).

In der Nacht auf Freitag (ab 3 Uhr LIVESCORES ) findet Spiel 4 erneut in Orlando statt (Lakers mit viel Dusel - Magic verschenken Sieg).

Nervenstarke Magic in der Schlussphase

Bei der äußerst engen Partie, bei der sich keine der beiden Mannschaften einen größeren Vorsprung als neun Punkte herausspielte, konnten sich die Magic auf ihre Nervenstärke verlassen.

Während die Gastgeber in der Schlussphase lediglich durch Rafer Alston einen Wurf von der Freiwurflinie nicht trafen und fünf der sechs Versuche verwandelten, zitterte beim Vizemeister das Händchen.

Bryant mit ungewohnten Schwächen

Und das ausgerechnet bei Superstar Kobe Bryant (40 Punkte! Bryant entzaubert die Magic) .

L.A.s Shooting Guard verwarf drei seiner fünf Freiwürfe und verwandelte insgesamt nur fünf von zehn.

Zudem leistete sich Bryant 28,7 Sekunden vor Schluss einen folgenschweren Ballverlust, den Orlando in Person von Mickael Pietrus zum 106:102 nutzte (116198DIASHOW: Die Bilder vom 3. Finalspiel ).

Magic kein "Fallobst"

Anschließend verfehlten erst Bryant, dann Trevor Ariza zwei Würfe von jenseits der Dreierlinie und erst 0,5 Sekunden vor Schluss verkürzte Bryant mit einem Korbleger nach einem Offensiv-Rebound zum 104:106. Rashard Lewis machte mit zwei verwandelten Freiwürfen zum 108:104-Endstand den Sack zu.

"Das ist eine klasse Mannschaft und kein Fallobst", gab sich Bryant als fairer Verlierer. "Sie haben einen sehr guten Coach, sie spielen die Angriffe gut zu Ende, und wir müssen das nächste Mal besser spielen."

Bryant-Gala in der ersten Hälfte

Die Schuld bei Bryant zu suchen wäre allerdings falsch. Denn dass die Lakers nicht bereits zur Halbzeit aussichtslos im Hintertreffen lagen, sondern nur mit 54:59, lag allein an Bryant.

Nach verhaltenem Beginn erzielte er zum Ende des ersten und Beginn des zweiten Viertels 17 Punkte innerhalb von 5 1/2 Minuten und hielt so seine Mannschaft im Rennen.

Denn die Magic versenkten einen Wurf nach dem anderen und stellten mit einer 75-prozentigen Trefferquote aus dem Feld einen neuen Finals-Rekord für eine Halbzeit auf.

Kommentator ist fassungslos

"75 Prozent Trefferquote, 14:10 bei den Rebounds und dann nur ein 5-Punkte-Vorsprung? Eigentlich müsste der Abstand viel größer sein. Dafür gibt es nur eine Antwort: Kobe Bryant", war TV-Analyst Michael Wilbon fast fassungslos.

Nach der Pause bekamen die Zuschauer in Orlandos Amway Arena jedoch das zweite Gesicht von Bryant zu sehen: lediglich zehn Punkte, eine Quote von 3 aus 14 und die ungewohnten Schwächen von der Freiwurflinie.

Fünf Magic mit mindestens 18 Punkten

Orlando hingegen überzeugte als Mannschaft. Angeführt von Dwight Howard, der 11 seiner 16 Freiwürfe verwandelte und insgesamt auf 21 Punkte kam, erzielten fünf Magic-Spieler mindestens 18 Zähler (113608DIASHOW: Trümmer pflastern ihren Weg).

Rashard Lewis (21), Rafer Alston (20), Hedo Türkoglu und Mickael Pietrus (jeweils 18) komplettierten die Zaubervorstellung der Magic.

"So müssen wir auch in den nächsten Partien auftreten", gab "Superman" Howard die Marschroute für die nächsten beiden Heimspiele vor. "Wenn wir so wie heute attackieren, sind wir nur schwer zu verteidigen."

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