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Dwight Howard (l.) konnte den Finals 2009 noch nicht seinen Stempel aufdrücken © getty

Der Center der Orlando Magic wird von einem Hall-of-Famer für seine Spielweise kritisiert. Bryant warnt vor den Scharfschützen.

Von Nikolai Kube

München/Orlando - 20,9 Punkte pro Partie erzielte Dwight Howard in der regulären Saison.

In fast jedem Spiel riss der "Superman" die Fans durch seine spektakulären Dunks von den Sitzen.

Doch jetzt, wo es in den NBA-Finals gegen die L.A. Lakers um alles oder nichts geht, schwächelt der Center der Orlando Magic ein wenig:

Mit 16,6 Zählern im Schnitt liegt er deutlich unter seinen üblichen Werten. Nur elf Würfe aus dem Feld konnte Howard bisher versenken. Dunks sind von ihm kaum mehr zu sehen.

Hat der 2,11-Meter-Riese nur eine Schwächephase? Wird er von den Lakers zu gut verteidigt? Oder handelt es sich gar um ein Grundsatzproblem?

Abdul-Jabbar kritisiert Howard

Sein großes Vorbild Kareem Abdul-Jabbar glaubt vor dem vierten Finale (Fr., ab 3 Uhr LIVESCORES) an letzteres:

"Howard sind in der Offensive Grenzen gesetzt. Er ist im Moment zu ausrechenbar", kritisiert der Hall-of-Famer den Center der Magic. Er sehe im Spiel des 23-Jährigen keine Zukunft:

"Er darf sich nicht so sehr auf seine Größe und seine Athletik verlassen. Er muss sich zu einem Spieler entwickeln, der seinem Team dann hilft, wenn es darauf ankommt", so Abdul-Jabbar, Top-Scorer der NBA-Geschichte.

Und zur Überraschung aller: Howard stimmt seinem Idol sogar zu.

Howard: "Ich muss variabler spielen"

"Kareem hat völlig recht. Um ein guter Spieler zu sein, muss man variabler spielen", so der Magic-Star, der direkt von der High School als Nummer eins Draft-Pick in die NBA wechselte.

Vor allem am Hakenwurf seines Vorbildes könne er sich noch so einiges abschauen:

"Er hatte eine größere Reichweite und mehr Gefühl als ich. Ich arbeite immer noch daran, sie aus ein paar Metern zu treffen, und er hat sie von jenseits der Drei-Punkte-Linie versenkt", bewundert Howard die NBA-Legende.

Passwege werden zugestellt

Den Leistungsabfall nur an mangelnder Qualität festzumachen, wäre sicherlich falsch. Zu oft hat Howard schon bewiesen, dass er ein ganz Großer werden kann.

Vielmehr trifft er mit seinen Magic auf eine starke Defensive. Meist wird er von den Lakers gedoppelt, die Passwege werden gekonnt zugestellt. So ist es auch für einen Howard schwer dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken.

"Bis jetzt machen wir das nicht so schlecht", sagt Pau Gasol, der in der Defensive für Howard eingeteilt ist.

Wenigstens ein Lob von der Legende

Abdul-Jabbar richtet allerdings auch noch ein paar lobende Worte an den Center: "Wenn ich etwas an seinem Spiel liebe, ist es die Verteidigung."

Howard wurde jüngst zum besten Defensiv-Spieler der Liga gewählt. Er führt die Statistiken sowohl bei den Blocks als auch bei den Rebounds an.

Überragende Trefferquote in Spiel drei

Spiel drei haben die Magic jedoch nicht über der Defensive, sondern in erster Linie über Offensive gewonnen: (Mit Finals-Rekord zum Premierensieg)

Mehr als 62 Prozent der Würfe verwandelte Orlando um Scharfschütze Rashard Lewis gegen die Lakers. Ein neuer Rekord für ein NBA Finale.

Ob die Magic solch eine hohe Trefferquote auch in Spiel vier wiederholen können, ist jedoch mehr als fraglich.

Besorgniserregend für Orlando: Der Sieg fiel trotz der Zielsicherheit mit nur vier Punkten Unterschied extrem knapp aus (116198DIASHOW: Die Bilder vom 3. Finalspiel ). Und das obwohl Superstar Kobe Bryant insbesondere von der Freiwurflinie ungewohnte Schwächen zeigte.

Bryant warnt vor den Magic

Doch Bryant warnt: "Wer denkt, dass Orlando nur in einem Spiel so eine Leistung zeigen kann, liegt falsch. Dieses Team kann über Wochen scharf schießen." Er geht sogar weiter:

"Wenn das passiert, haben wir es mit einem Monster zu tun!"

Und auch Forward Trevor Ariza hat gehörigen Respekt vor den Außenseitern: "Wir dürfen uns in der Defensive keine Fehler leisten. Sie haben zu viele Werfer, die das gnadenlos ausnutzen."

Lakers hoffen auf Kobe-Comeback

Umgekehrt müssen die Magic aber damit rechnen, dass Bryant in Spiel vier die passende Antwort auf seine etwas schwächere Leistung in der dritten Finalpartie geben wird.

All zu oft hat er das schon bewiesen: Nach der Niederlage in Spiel drei gegen Utah in Runde eins, erzielte er in der folgenden Partie 38 Punkte. (STATISTIK: Der NBA-Playoffbaum)

Und auch als die Lakers in den Western Conference Halbfinals gegen die Houston Rockets in der Auftaktbegegnung den Kürzeren zogen, überzeugte Kobe anschließend und führte L.A. mit 40 Punkten zum Sieg.

In den Conference Finals gegen Denver zerlegte er die Denver Nuggets mit 41 Punkten nach der Niederlage in Spiel zwei fast im Alleingang. (DATENCENTER: Ergebnisse)

All das weiß die "Black Mamba" natürlich und warnt Orlando: "Ich komme nach einer schweren Pleite immer zurück. Ich hoffe, dass gelingt mir erneut."

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