vergrößernverkleinern
Phil Jackson startete seine Laufbahn als Co-Trainer bei den Bulls 1987 © getty

Der Lakers-Coach wäre bei einem Sieg in Spiel 5 und dem damit verbundenen Titelgewinn der erfolgreichste Trainer der Geschichte.

Los Angeles - Die Krone liegt bereit, die Gratulanten stehen schon Schlange.

Ein Sieg fehlt dem 63-jährigen Phil Jackson nach dem 99:91-Erfolg in Spiel vier 116901 (DIASHOW: Die Bilder) noch, um mit zehn Titeln zum erfolgreichsten Coach der NBA-Geschichte zu avancieren.

Sollten die Los Angeles Lakers Spiel fünf (Mo, ab 2 Uhr LIVESCORES) und damit die "Best-of-seven"-Serie gegen die Orlando Magic (Zwischenstand 3:1) gewinnen, überholt Jackson in der ewigen Bestenliste den legendären Red Auerbach, langjähriger Trainer der Boston Celtics.

Ganz unumstritten ist allerdings selbst der Zar der amerikanischen Trainergilde nicht.

Kritische Worte von Auerbach

Jackson hätte die meiste Zeit seines Lebens Teams übernommen, die mit Superstars gespickt seien, werfen Beobachter dem Sportlehrer vor.

Sogar der 2006 verstorbene Auerbach hatte nicht mit Kritik an seinem Kollegen zurückgehalten:

"Phil Jackson hat nie versucht, ein Team aufzubauen. Wenn ein Spieler sich nicht schnell genug entwickelt hat, holte er kurzerhand einen anderen."

Jacksons Erfolge unbestritten

Ein Blick zurück untermauert allerdings eher die Seriosität von Jacksons Erfolgen.

Während die NBA bei Auerbachs ersten vier Meisterschaften nur mit acht Mannschaften gespielt hatte, muss sich der US-Meister heute gegen 29 Widersacher durchsetzen.

Zudem übernahm Jackson nach seiner Rückkehr im Jahr 2005 in Los Angeles eine Mannschaft, die in der Saison zuvor mit 34 Siegen und 48 Niederlagen erstmals seit elf Jahren die Playoffs verpasst hatte.

Akribischer Experte und Vaterfigur zugleich

Seine Gesamtbilanz seit 1989: 71 Prozent gewonnener Spiele in der regulären Saison und 70 Prozent in den Playoffs. Damit lässt er sämtliche Konkurrenten weit hinter sich.

Jene Spieler, die mit Jackson gearbeitet haben, beschreiben ihn als eine Mischung aus akribischem Experten und Vaterfigur.

"Egal, ob Spiel oder Training - wenn Phil spricht, hören alle andächtig zu", sagt Lakers-Manager Mitch Kupchak.

Auch Bryant arangiert sich

Selbst der als extrem schwierig eingeschätzte Superstar Kobe Bryant kann mittlerweile mit seinem Coach leben, der ihn in seinem 2004 erschienen Buch "The Last Season" als "untrainierbar" eingeschätzt hatte.

"Ich bin älter und geduldiger geworden. Heute verstehe ich seine Theorien, sogar seine Philosophie über Meditation und Atmung", kommentiert Bryant mit einem Augenzwinkern Jacksons Methoden, die zum Teil dem Zen-Buddhismus entliehen sind.

Jacksons Zukunft ungewiss

Wie lange Jackson den Lakers noch erhalten bleibt, steht derzeit in den Sternen.

Wenn sein Vertrag in gut einem Jahr ausläuft, könnte vor allem die Gesundheit ein weiteres Engagement verhindern. Nach zwei Hüftoperationen und mit chronischen Rückenbeschwerden schleicht Jackson oft im Zeitlupentempo durch die Halle.

Das amerikanische Fernsehen wartet schon auf den Rücktritt. Nach Einschätzung von Experten könnte Jackson dann nämlich den höchstbezahlten Expertenvertrag aller Zeiten einfordern.

Zum Forum - hier mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel